EuroScout: Gabriel Jesus - Pep Guardiolas neuer Goldjunge bei Manchester City
Jung, talentiert, ehrgeizig - Eurosport.de präsentiert im EuroScout-Blog die Zukunft des Fußballs. "Wenn der Ball da ist, ist es ein Tor. Er hat ein Gespür für Tore. Also kaufen wir Tore, und das ist heutzutage nicht einfach“, freut sich Pep Guardiola, der im Sommer vom FC Bayern zu Manchester City gewechselt ist, über seine blutjunge, aber vor allem kostspielige Neuerwerbung namens Gabriel Jesus.
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36 Millionen Euro waren Manchester City die Dienste des 19-jährigen Offensivspezialisten Gabriel Jesus wert. Kein Pappenstiel - zugegebenermaßen.
Aber, wenn wir eines aus der aktuellen Transferperiode, die noch bis Ende August ihren Wahnsinn auf die Spitze treiben kann, gelernt haben, dann, dass talentierte Spieler eben ihren Preis haben. Selbst, wenn sie in jungen Jahren nachvollziehbarerweise noch nicht viel vorzuweisen haben. Der Markt will es eben so, gezahlt wird es ja offensichtlich.
Wie heißt es so schön, wenn man eine Umschreibung für im Fußball errungene Pokale sucht? Silberware. Gabriel kommt aber nicht mit Silberware nach Manchester, er kommt mit einer olympischen Goldmedaille. Drei Tore steuerte er am Zuckerhut zum Siegeszug bei, der im Finalsieg über Deutschland mündete. In England will er naturgemäß weitere Trophäen einsacken, als Pep Guardiolas Goldjunge auf der Jagd nach Silberware.
Spieler: Gabriel Fernando de Jesus
Geburtsdatum: 03. April 1997
Geburtsort: Sao Paulo
Nationalität: Brasilien
Größe: 1,75
Fuß: rechts
Position: Mittelstürmer
Derzeitiger Klub: Palmeiras Sao Paulo
Rückennummer: 33
Bisherige Klubs: Associacao Atlética Anhanguera
Typische Straßenfußballer sterben aus, kann man häufig lesen. Das mag auf Deutschland, nicht aber auf Brasilien zutreffen. Gabriel lernte das Fußballspielen nicht im Verein, wo er von seinen Eltern immer zum Training gebracht wurde, sondern in den Straßen Cachoeirinhas, dem Stadtteil in Sao Paulo, wo er geboren wurde und aufwuchs.
Dort spielte er immer wieder für kleinere, unbekannte Klubs, ehe er sich im Juli 2013 der Jugendabteilung des renommierten Vereins Palmeiras anschloss und die Nachwuchstrainer prompt in seinem ersten Jahr mit unglaublichen 54 Toren in 48 Partien verzückte.
Profivertrag und Fan-Petition
Im Winter des darauffolgenden Jahres unterschrieb der Torjäger seinen ersten Profivertrag. Mit dem Bewerbungsschreiben von 37 Treffern in 22 U17-Spielen durfte der Youngster ab August immer häufiger bei der ersten Mannschaft trainieren und stand schon recht bald im Kader des brasilianischen Erstligisten.
Aufgrund akuter Abstiegsnot wurden Gabriel seinerzeit jedoch keine Einsatzminuten eingeräumt. Eine Tatsache, die die Anhänger des Traditionsvereins nicht tatenlos hinnehmen wollten. Sie forderten ihren Rohdiamanten und sammelten mit einer Petition sogar Unterschriften, um ihn auf den Platz zu bringen.
Auszeichnung zum besten Nachwuchsspieler
Am 7. März 2015 war es dann soweit: Gabriel durfte in der Staatsmeisterschaft von Sao Paulo zum ersten Mal bei den Profis ran und sammelte im Verlauf des Wettbewerbs etliche Einsatzminuten. Im Finale musste sich die Palmeiras-Auswahl allerdings dem FC Santos geschlagen geben.
Zwei Monate später setzte der Trainer auch in der brasilianischen Beletage auf sein Juwel und brachte es immer häufiger. Vier Treffer sowie die Krönung zum besten Nachwuchsspieler der Liga standen am Ende der Saison zu Buche. Den Sieg im brasilianischen Pendant zum DFB-Pokal, der Copa do Brasil, gab es obendrauf.
In der Copa Libertadores wurde Gabriel erstmalig am Anfang dieses Jahres eingesetzt, wo er beim 2:2 im Gruppenspiel gegen River Plate Buenos Aires gleich einen Treffer beisteuerte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte der Goalgetter halb Europa auf sich aufmerksam gemacht.
FC Bayern zeigt Interesse, Peps City schlägt zu
Noch vor anderthalb Monaten wurde in München darüber spekuliert, ob der technisch versierte Emporkömmling demnächst in die bayerische Landeshauptstadt wechselt. Der deutsche Rekordmeister soll ein Angebot abgegeben haben.
"Ich habe mich entschieden: Meine Intention ist es, bei Palmeiras zu bleiben", erklärte Gabriel damals.
Allzu groß scheint das Vertrauen dann doch nicht gewesen zu sein: Nur wenige Wochen später wurde der Wechsel zu Manchester City bekanntgegeben. Sechs Monate bleibt Gabriel seinem Klub noch erhalten, ab Januar schnürt er die Stiefel für die "Skyblues“.
Der Schritt nach Europa war Gabriels Angaben zufolge noch zu früh. Aussagen, die mit einem fürstlichen Lohn, einem engagierten Berater und der Aussicht, bald mit einem der namhaftesten Trainer der Welt zusammenarbeiten zu dürfen, schnell zu den Akten gelegt werden können.
Platz schaffen für das Supertalent?
Wirft man einen Blick auf den luxuriösen Kader, stellt sich recht schnell die Frage, wo Gabriel Jesus dort sein Plätzchen finden soll. Sergio Agüero stürmt in vorderster Front, Kelechi Iheanacho ist dessen Backup. Dazu kommen Neuzugang Nolito, Kevin De Bruyne, David Silva und Jesus Navas, die hinter der argentinischen Speerspitze zu gefallen wissen.
Gabriel hat derweil noch etwas Zeit, seinen ohnehin schon begeisterten zukünftigen Trainer von sich zu überzeugen. Zudem zeigte Guardiola in der Vergangenheit häufig, auch unkonventionelle Personalentscheidungen vorzunehmen.
In Anbetracht dessen, dass ManCity in dieser Saison auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzt, wird Guardiola selbst Agüero die ein oder andere Pause gewähren. Dann kann der Brasilianer für die ein oder andere Sternstunde im himmelblauen Trikot sorgen. Und wer weiß: Vielleicht wandert ja bald schon Silberware in die Hände des olympischen Goldjungen.
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