Liverpool-Angriff um Firmino, Coutinho und Mané lässt Fans vom Meister-Märchen träumen

Der FC Liverpool gehört zu den großen Gewinnern des ersten Saisonabschnitts in der Premier League. Teammanager Jürgen Klopp und sein Team begeistern die Anhänger mit spektakulärem Offensivfußball und rangieren als Tabellenvierter nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Manchester City. Alles gut also an der Anfield Road? Nicht ganz, denn ein Problem muss Klopp noch lösen.

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19 Minuten reichten aus, dann war klar, wohin die Reise des FC Liverpool in dieser Saison führen würde. Genauso lange brauchten die "Reds" am 1. Spieltag, um Arsenal vier Tore einzuschenken, am Ende stand ein spektakulärer 4:3-Auswärtssieg auf dem Scoreboard. "Vier Tore zu schießen, ist wundervoll, drei zu bekommen das Gegenteil davon", erklärte Klopp damals salopp.
Trotzdem: Die Geburt des FC Liverpool als echte Klopp-Auswahl, im Unterschied zum Vorjahr zusammengestellt nach den Wünschen des 49-Jährigen, war gelungen. Die Folge: Vorne scheppert es seither kräftig. Zusammen mit Manchester City stellen die "Reds" mit 18 Toren den besten Angriff der Premier League, in den ersten beiden League-Cup-Runden traf Liverpool acht Mal.

"Das ist großartig, es verwirrt den Gegner"

Offensiv herrscht der pure Luxus an der Anfield Road. Die beiden Brasilianer Roberto Firmino und Philippe Coutinho sowie der bärenstarke Neuzugang Sadio Mané bilden ein brandgefährliches Angriffs-Trio. Dazu schalten sich die beiden englischen Nationalspieler James Milner und Adam Lallana immer wieder vorne ein.
"Diese Spieler harmonieren alle sehr gut miteinander und sie bekommen Unterstützung von den defensiveren Leuten. Man spürt, dass sie einfach Spaß haben, nach vorne zu spielen", lobt der ehemalige Liverpool-Profi David Fairclough auf der Vereins-Homepage. Klopp wird das gerne hören, denn Freude am Offensiv-Fußball ist genau das, was er seinen Profis vermitteln will.
Die Laufwege passen jetzt. "Mané zum Beispiel beginnt oft auf einer Außenposition, schließt aber dennoch häufig zentral ab. Das ist großartig, es verwirrt den Gegner", so Fairclough. Das System funktioniert so gut, dass selbst einer Top-Offensivkraft wie Daniel Sturridge, der 2013 vom FC Chelsea kam, derzeit nur ein Platz auf der Bank bleibt. Christian Benteke, 2015 als neue Sturmhoffnung für eine Ablöse von 46 Millionen Euro verpflichtet, hat den Klub nach einem Jahr sogar schon wieder verlassen. Vermisst wird er nicht.

Große Träume und ein echtes Problem

Inzwischen wird Klopp sogar zugetraut, die erste Meisterschaft seit 1990 zu holen. Nach dem furiosen 4:3-Auftakt gegen Arsenal punktete Liverpool auch in Tottenham (1:1), bezwang Chelsea auswärts (2:1) und überrannte Meister Leicester City mit 4:1. Zehn von möglichen 12 Punkten holte Klopp mit seinem Team gegen das Quartett. Überragend, aber noch kein Grund zur Euphorie.
"Wir müssen Hoffnung schaffen, Träume wecken. Das einzige Problem dabei ist, dass wir selbst nicht anfangen dürfen, zu träumen. Das können andere tun. Bislang sprechen wir über seine sehr positive Saison, aber wir müssen rausgehen und weiter unseren Job machen", so Klopp, der genau weiß, dass er auch ein echtes Problem auf dem Tisch hat: die Defensive.
Noch kein Premier-League-Spiel ging ohne Gegentor über die Bühne, bereits zehn Mal klingelte es im Liverpool-Kasten - mehr als bei allen anderen Top-10-Teams in der Tabelle. Innenverteidiger Dejan Lovren ist noch nicht der Abwehr-Leader, den die Mannschaft dringend braucht. Im Tor hat Klopp bereits reagiert und den zuvor verletzten Loris Karius für Simon Mignolet zur Nummer eins gemacht.
Klopp kann sich bei seinen Entscheidugnen darauf verlassen, dass ihm die Spieler folgen, die Direktheit des ehemaligen BVB-Coaches kommt auch in Anfield an - und keiner hat das so schön auf den Punkt gebracht wie Lovren: "Jürgen Klopp ist Perfektionist und das führt dazu, dass jeder hier so sein möchte wie er."
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