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Pep Guardiola packt sich Nathan Redmond vom FC Southampton und liest ihm die Leviten

Platzsturm nach spätem Siegtor: Guardiola liest Gegner die Leviten

30/11/2017 um 09:11Aktualisiert 30/11/2017 um 09:17

Bemerkenswerte Szene in der Premier League: Pep Guardiola packt sich direkt nach Abpfiff der Partie Manchester City gegen den FC Southampton den jungen Nathan Redmond und geigt ihm seine Meinung. Er habe ihm wegen permanentem Zeitspiel die Leviten lesen wollen, sagte der Spanier. Er habe ihm mitgeteilt, dass er zu gut sei, um auf solche Mätzchen zu setzen. City gewann das Match in der 96. Minute.

Pep Guardiola ist nach Spielende mitunter höchst emotional. In Deutschland erinnert man sich an ein Spiel des FC Bayern München bei Borussia Dortmund, als er direkt nach Abpfiff aufs Spielfeld rannte, um wie manisch auf Joshua Kimmich einzureden.

Die Premier League hat nun auch einen solchen Guardiola-Moment. Nur dass es diesmal keinen eigenen Spieler, sondern einen Gegner traf.

Was war passiert? Manchester City gewann am Mittwochabend die Ligapartie gegen den FC Southampton durch ein Tor von Raheem Sterling in der 96. Minute mit 2:1 (0:0). Guardiola jubelte zunächst wie ein Berserker.

Guardiola vs. Redmond

Als das Spiel abgepfiffen war, stürmte der 46-Jährige auf den halb so alten Southampton-Profi Nathan Redmond zu. Mit einer ausholenden Handbewegung setzte der Spanier zu einem Redeschwall an, drückte Redmond kurz darauf in die Ellenbeuge seines linken Arm, ließ ihn wieder los, gestikulierte wild weiter, packte ihn wiederholt an die Brust.

Redmond ließ das beim Marsch vom Feld recht stoisch über sich ergehen, antwortete nur kurz hinter vorgehaltener Hand.

Pep Guardiola, Nathan Redmond (Manchester City vs. FC Southampton)

Pep Guardiola, Nathan Redmond (Manchester City vs. FC Southampton)Imago

"Ich habe ihm gesagt, wie gut er eigentlich ist", erklärte Pep Guardiola hinterher der "BBC". "Southampton hat super talentierte Spieler, Redmond ist so gut im Eins-gegen-Eins. Letzte Saison hat er uns hier zerstört (1:1, Tor von Redmond, Anm. d. Red.)."

Guardiola kritisiert Southampton

Der eigentliche Grund der Tirade - oder Motivationsansprache:

"Sie wollten nicht spielen, sie haben von der neunten Minute an Zeitspiel betrieben. Ich wollte nur, dass sie Fußballspielen."

Southampton sei nur angereist, "um zu zerstören und Zeit zu vergeuden", schloss Guardiola seine Moralpredigt.

Pep Guardiola mit Nathan Redmond (Manchester City vs. FC Southampton)

Pep Guardiola mit Nathan Redmond (Manchester City vs. FC Southampton)Getty Images

Entschuldigen musste sich der Coach am Ende aber nur beim Schiedsrichter, weil er nach Sterlings Tor mit der halben City-Bank aufs Spielfeld gerannt war.

Guardiola entschuldigt sich für Platzsturm

"Ich habe mich entschuldigt, weil ich mich nicht unter Kontrolle hatte. Ich war einfach so happy. Ich wollte hinter Raz her, aber ich war nicht schnell genug. Der Schiedsrichter hat mir gesagt: 'Das können sie nicht machen!' und ich antwortete: 'Ich weiß...'"

Manche Momente müsse man aber eben voll auskosten.

"Es gibt spezielle Momente für die Fans und wir haben dieses Tor in der letzten Sekunde einfach genossen. Man muss es abfeiern."
Pep Guardiola jubelt beim Spiel Manchester City vs. FC Southampton

Pep Guardiola jubelt beim Spiel Manchester City vs. FC SouthamptonGetty Images

Verletzter Mendy stürmt den Platz

Einen Seitenhieb auf Benjamin Mendy, der trotz seiner Kreuzbandverletzung mit seinen Teamkollegen auf den Platz gestürmt war, konnte sich Guardiola auch nicht verkneifen:

"Mendy ist verrückt", sagte er schelmisch:

"Fällt sechs Monate aus, aber rennt auf den Platz. Desaster!"
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