FC Arsenal: Ernsthafter Titelkandidat oder nur ein Scheinriese?
Der FC Arsenal hat in der Saison eins nach Arsène Wenger einen starken Premier-League-Start hingelegt. Dem Auftakt mit zwei Pleiten ließen die "Gunners" sechs Siege in Serie folgen, der Rückstand auf Tabellenführer Manchester City beträgt nur fünf Zähler - bei einem Spiel weniger, heute geht's gegen Leicester (21:00 Uhr im Liveticker). Doch stellt sich die Frage: Ist Arsenal nur ein Scheinriese?
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Gary Taylor, Fußball-Experte bei Eurosport in London, glaubt nicht daran, dass der FC Arsenal bereits auf Augenhöhe mit Meister Manchester City oder dem FC Liverpool ist.
Die Zahlen gegen Taylor recht. Arsenal, Tabellenfünfter mit einem Spiel weniger, kassierte bereits zehn Gegentore, deutlich mehr als das Spitzentrio City (3), Liverpool (3) und Chelsea (7). Trotz der Erfolgsserie sind die Londoner bislang den Beweis schuldig geblieben, dauerhaft ganz oben mitmischen zu können.
Arsenals Stunde der Wahrheit gegen Liverpool
Die beiden Härtetests gegen ManCity und Chelsea gingen verloren, Siege gab es gegen West Ham, Cardiff, Newcastle, Everton, Watford und Fulham. Für Arsenal geht es nun darum, die Serie in den nächsten beiden Partien gegen Leicester City (am Montag ab 21 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) und Crystal Palace auszubauen, ehe es am 11. Spieltag gegen Jürgen Klopps Liverpool zur Stunde der Wahrheit kommt.
Bis dahin müsse Trainer Unai Emery noch an einigen Stellschrauben drehen, so Taylor, der allerdings einen ganz anderen Faktor für entscheidend hält:
Das deutsche Arsenal-Trio um Mesut Özil, Shkodran Mustafi und Bernd Leno spielt dabei eine wichtige Rolle. Taylor spricht von "Schlüsselfiguren" im Konzept von Emery, wenngleich bislang weder Özil noch Mustafi ihre Klasse voll ausspielen.
"Beide waren noch nicht wirklich beeindruckend. Özil ist seit der WM noch nicht wieder in Fahrt gekommen, Mustafi stand zwar in allen Partien in der Startelf, zeigt sich aber fehleranfällig. Auch, weil ihn seine Kollegen Sokratis und Rob Holding immer wieder in Schwierigkeiten bringen", so der Eurosport-Experte.
Arsenal: Großes Lob für Leno
Ganz anders ist die Lage bei Leno, der aufgrund einer Knieverletzung von Stammkeeper Petr Cech plötzlich gefordert ist. Taylor ist voll des Lobes für den 26-Jährigen, der zu Saisonbeginn von Bayer Leverkusen zum Londoner Traditionsverein kam.
Cech sei bis zu seiner Verletzung am 7. Spieltag beim 2:0 gegen den FC Watford eine sicherer Rückhalt gewesen. "Es wird also spannend, was Emery macht, wenn beide Torhüter fit sind", so Taylor. Ein Luxusproblem für den Teammanager.
Noch vor Leno gilt allerdings Lucas Torreira als Toptransfer des Sommers. Der defensive Mittelfeldspieler kam von Sampdoria Genua und ist mit 30 Millionen Euro Ablöse auch der teuerste Neuzugang in dieser Saison. "Er macht einen riesigen Unterschied aus. Torreira bringt eine Hartnäckigkeit und defensive Disziplin mit, die Arsenal schon seit Jahren gebraucht hätte", lobt Taylor den 22-Jährigen, der von Emery in allen elf Pflichtspielen der laufenden Saison eingesetzt wurde.
Aubameyang nicht ideal eingesetzt
Neben der Defensive sieht Taylor aber auch in vorderster Angriffsreihe noch Luft nach oben. "Pierre-Emerick Aubameyang spielt bislang in einer Dreierangriffsreihe links, was nicht ideal ist. Das Zusammenspiel mit Sturmkollege Alexandre Lacazette funktioniert aber fantastisch. Wenn die beiden die Chance bekommen, ein zentrales Angriffsduo zu bilden, wird es für jede Abwehr der Premier League brandgefährlich."
Nein, ein Scheinriese ist dieser FC Arsenal nicht, Emery muss aber ein paar richtige Entscheidungen treffen in den kommen Wochen. Nur dann sind die "Gunners" stark genug, um dem Spitzentrio langfristig auf den Fersen zu bleiben...
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