FC Liverpool blamiert sich: Sieben Gegentore gegen Aston Villa

Heftige Klatsche für Meister FC Liverpool am 4. Spieltag der Premier League. Bei Aston Villa ging die Star-Truppe von Jürgen Klopp überraschend mit 2:7 (1:4) unter. Ollie Watkins (4./22./39.), John McGinn (35.), Ross Barkley (55.) und Jack Grealish (66./75.) trafen für die wie im Rausch autretenden Hausherren. Mohamed Salahs Doppelpack (33./60.) für den LFC war nur Ergebniskorrektur.

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So lief das Spiel:

Blitzstart im Villa Park. Keine vier Minuten waren gespielt, da patzte Adrian, Liverpools Keeper, der den verletzten Allison kurzfristig ersetzte, erstmals entscheidend. Unter Druck suchte er Mitspieler Joe Gomez, fand aber Jack Grealish. Der reagierte schnell, passte ins Zentrum auf Ollie Watkins, der völlig blank war und problemlos einschieben konnte.
Nach acht Minuten hätte es schon 2:0 stehen müssen. Virgil Van Dijk, der einen schwarzen Tag erwischte, ließ sich ganz einfach aus der Zentrale ziehen. Dadurch war Ross Barkley völlig frei vor dem Elfmeterpunkt, bekam den Pass von Grealish, zielte anschließend aber daneben.
Erstmals nach zwölf Minuten zeigte sich Liverpool vor dem Tor der Gastgeber, Andrew Robertson, Naby Keita und Roberto Firmino kamen zu Abschlüssen und es schien so, als liege der Ausgleich in der Luft. Auch das Ballbesitzverhältnis sprach dafür, aber in die Sturm- und Drangphase der Reds ballerte Watkins das 2:0 mit einem sauberen Schuss in den rechten oberen Winkel (23.).
Nachdem Barkley freistehend das 3:0 verpasste (31.), schien sich das zu rächen, denn Mo Salah feuerte einen von Keita glücklich weitergeleiteten Ball aus 13 Metern zum 2:1-Anschlusstreffer in die Maschen. Doch die Freude hielt nur kurz an, denn zwei Minuten später stand es dann 3:1. nach einer Ecke nahm John McGinn eine Kopfballabwehr von Gomez direkt volley. Van Dijk fälschte ab und es klingelte erneut.
Doch auch das war noch nicht das Halbzeitergebnis. Nach einem Freistoß schaltet die komplette Defensive der Reds ab, glaubte, dass Grealish einen Ball nicht mehr von der Grundlinie kratzen könnte. Der belehrte diese eines Besseren, spielte in die Mitte, nur Watkins war nicht im Tiefschlaf und stellte auf 4:1 (39.).
Auch nach der Pause kein anderes Bild. Wer eine Reaktion des LFC erwartet hatte, bekam eine andere: Die Gäste ließen den famosen Grealish einmal mehr uneingeschränkt gewähren. Pass zu Barkley an die Strafraumkante, Schuss, leicht abgefälscht – 5:1 (55.). Anschließend konnte sich Liverpool zu einer Ergebniskorrektur durchringen. Salah veredelte einen Steilpass von Firmino mit einem trockenen Abschluss ins kurze Eck zum 5:2 (60.).
Doch aus das hielt nicht lange. Wieder war es Grealish, der überhaupt nicht angegriffen wurde, wieder fälschte einer ab, wieder schlug es ein und der Vier-Tore-Abstand war erneut hergestellt (66.). Aber auch das reichte noch nicht, denn Grealish hatte noch einen auf Lager, nämlich das 7:2. An der Mittellinie scheiterte der Versuch einer Abseitsfalle ziemlich kläglich und so konnte der Neu-Nationalspieler Englands in der 75. Minute 50 Meter Anlauf für den Endstand nehmen.

Die Stimmen:

Jürgen Klopp (Trainer Liverpool): "Wir haben die Körpersprache verloren. Wir hatten ein paar gute Momente, aber alles, was wir nicht in einem Fußballspiel tun sollten, haben wir gemacht. Aber nur, weil uns Aston Villa dazu gezwungen hat.“
Virgil Van Dijk (Liverpool): "Es ist hart, auf diese Weise zu verlieren. Wir waren von Anfang an nicht Hundertprozentig bei der Sache. Wir müssen jetzt hart mit uns ins Gericht gehen und werden das auch tun. Aber Glückwunsch an Villa, sie waren großartig."
Ollie Watkins (Aston Villa): "Wir haben gesehen, wie hoch Liverpool verteidigt – und wir wussten, dass wir hinter ihre Abwehr kommen können. Ich habe schon mal drei Tore in einem Spiel gemacht, aber das war gegen Newport auf einem sumpfigen Feld."

Das fiel auf: Unterirdische Abwehr

So viele hundertprozentige Chancen wie in diesem Spiel hat die Liverpool-Abwehr gefühlt in der gesamten Rückrunde der Meistersaison nicht zugelassen. Die komplette Viererkette um Trent Alexander-Arnold, Virgil Van Dijk, Joe Gomez und Andrew Robertson agierte so, als wäre die Meisterfeier erst gestern gewesen. Unaufmerksam, langsam im Kopf wie in den Beinen und unerklärlich passiv. Dazu im Tor noch der extrem unsichere Allison-Vertreter Adrian – es kam alles zusammen.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 7

Sieben Gegentore in einem Spiel kassierte Liverpool letztmals im April 1963 gegen Tottenham Hotspur, auch damals hieß es am Ende 7:2 für den Gegner

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