Liverpool, das vor dem Spiel 438 Minuten in der Liga ohne Tor geblieben war, zeigte direkt zu Beginn, woran es der Klopp-Elf momentan mangelt: Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff steckte Mohamed Salah zu Sadio Mané durch. Serge Aurier war zwar eigentlich zur Stelle, um das Zuspiel des Ägypters abzufangen, doch der Ball kam durch. Mané hatte das frühe 1:0 auf dem Fuß, verzog jedoch aus bester Position knapp (2.).
Nur Momente später zappelte der Ball auf der Gegenseite im Netz: Harry Kane hatte Heung-min Son mit einem flachen Schnittstellenpass in den Strafraum der Reds geschickt, wo der Südkoreaner das Spielgerät flach neben Alisson vorbei ins Tor schob. Der Südkoreaner jubelte – allerdings nicht lange. Nach Eingreifen des Videoschiedsrichters nahm der Unparteiische Martin Atkinson den Treffer aufgrund einer knappen Abseitsposition des Torschützen zurück (3.).
In einer rasanten Anfangsphase herrschte hohes Tempo auf dem Platz, es ging hin und her – mit leichten Vorteilen für die Hausherren. Immer wieder suchten die Spurs Son. Eric Dier fand ihn in der 20. Minute mit einem hohen Ball aus der eigenen Hälfte. Der Südkoreaner scheiterte diesmal - aus ähnlicher Position wie schon bei seinem Abseits-Tor – an Alisson (20.).
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Die Begegnung war nicht nur technisch auf hohem Niveau, sondern wurde auch körperlich geführt. Thiago (24.) und Steven Bergwijn (30.) sahen jeweils Gelb, zudem musste Kane gleich zwei Mal behandelt werden. In dieser Phase des Spiels wurde Liverpool stärker besonders Mané bekamen die Spurs nicht in den Griff.
Nachdem der Senegalese zwei Mal an Hugo Lloris gescheitert war (23./42.) sowie in letzter Sekunde von Joe Rodon gestoppt wurde (37.), glänzte der Offensivmann in der Nachspielzeit als Vorbereiter. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff wurde der Senegalese von Jordan Henderson mit einem hohen Ball in die Tiefe geschickt, um anschließend Roberto Firmino in der Mitte zu bedienen. Der Brasilianer drückte das Zuspiel zum 1:0 für die Gäste über die Linie, danach war Pause (45.+4).
Der angeschlagene Kane blieb in der Kabine, ebenso Aurier. José Mourinho brachte Erik Lamela und Harry Winks ins Spiel, zudem ersetzte Jürgen Klopp Joel Matip durch Nathaniel Phillips.
Trotz des leicht veränderten Personals machten die Gäste da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten: Nachdem Salah 25 Sekunden nach Wiederanpfiff knapp das 2:0 verpasst hatte, konnte Lloris in der 47. Spielminute einen Schuss von Mané nur nach links abwehren, wo Trent Alexander-Arnold stand und per wuchtiger Direktabnahme auf 2:0 stellte (47.).
Die Hausherren zeigten sich allerdings keineswegs geschockt und kamen durch Pierre-Emile Höjbjerg zum postwendenden Anschluss. Der Däne platzierte einen wuchtigen Außenristschuss aus 20 Metern perfekt in der rechten Ecke – ein traumhaftes Tor (49.).
Dennoch gelang es den Gastgebern nicht, den Schwung vom Anschlusstreffer in den weiteren Spielverlauf miteinfließen zu lassen – im Gegenteil. Liverpool dominierte den zweiten Durchgang nach Belieben und ließ Ball und Gegner laufen.
Nach einem Querpass von Mané auf Salah markierte der Ägypter aus kurzer Distanz mit einem leicht-abgefälschten Schuss folgerichtig das 3:1 aus Sicht des LFC. Allerdings zählte der Treffer – wie schon das vermeintliche 1:0 durch Son im ersten Abschnitt – zu Recht nicht. Firmino hatte das Leder bei der Entstehung mit der Hand gespielt und sich so einen entscheidenden Vorteil verschafft (56.).
Die Gäste schenkten der Entscheidung jedoch keine große Aufmerksamkeit und machten Mitte der zweiten Halbzeit alles klar: Rodon konnte einen Flankenball von Alexander-Arnold nicht mehr entscheidend vor Mané klären, sodass der Senegalese im Rücken des Verteidigers zum Abschluss kam und aus kurzer Distanz das wuchtige 3:1 erzielte (65.).
Die Spurs schienen gebrochen. Da es zu keinem Aufbäumen der Hausherren mehr kam, war Manés Treffer gleichbedeutend mit dem Endstand. Somit beendete der FC Liverpool die Durststrecke von fünf sieglosen Spielen. Die Mannschaft von Mourinho verlor dagegen erstmals seit vier Begegnungen wieder.

Die Stimmen zum Spiel:

José Mourinho (Trainer Tottenham Hotspur): "Das Tor kurz vor der Halbzeit war ärgerlich und direkt nach Wiederanpfiff kassieren wir aufgrund eines erneuten Fehlers das 0:2. Mit dem 1:2 haben wir dann eine starke Reaktion gezeigt. Wir haben guten gekämpft, dennoch hat uns ein weiterer Fehler das 1:3 eingebrockt. Nach so vielen Fehlern war es dann schwer, noch mal zurückzukommen."
Trent Alexander-Arnold (FC Liverpool): "Es ist das, was wir gebraucht und was wir uns verdient haben. Wir haben den Großteil des Spiels dominiert. Natürlich hatten wir Glück, dass das frühe Tor von Tottenham nicht gezählt hat. Das Spiel hätte dann natürlich anders laufen können, aber wir hatten eine Strategie, die wir perfekt umgesetzt haben. Nach dem 1:2-Anschluss war es kurz etwas knapp, aber am Ende des Tages gehen wir mit verdienten drei Punkten nach Hause."
Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool): "Es war ein großartiges Spiel, superintensiv. Wir haben die Tore in den richtigen Momenten erzielt, es waren wundervolle Treffer - die richtigen Leute haben getroffen. Wir können eigentlich nur positive Dinge aus dem Spiel mitnehmen, bis auf den Fakt, dass Joel Matip verletzt runter musste."

Der Tweet zum Spiel:

Sadio Mané war über 90 Minuten der Aktivposten auf dem Feld und stellte die Tottenham-Defensive vor unlösbare Aufgaben. Die Leistung des 28-jährigen Senegalesen fand auch im Netz Anklang.

Das fiel auf: Mané wirbelt, Tottenham verliert Kane

Im Gegensatz zum letzten Aufeinandertreffen vor knapp sechs Wochen zeigten sich die Hausherren offensivfreudig und hielten den Ball gut in den eigenen Reihen. Gegen Mitte der ersten Hälfte bauten die Spurs jedoch ab und ließen die Gäste besser ins Spiel finden. Die Ballbesitzphasen des FC Liverpool wurden länger, zudem wurde immer wieder Mané gesucht, der zum auffälligsten Akteur auf dem Platz avancierte.
Während die Spurs im ersten Durchgang mithalten konnten, merkte man den Hausherren nach der Pause deutlich das Fehlen des ausgewechselten Stoßstürmers Kane an, der als Anspielstation schlichtweg fehlte. Den Ausfall des Engländers konnte man nicht kompensieren. Höjbjergs Tor blieb gleichzeitig der einzige Torschuss im zweiten Abschnitt, den die Gastgeber auf ungewöhnlich leichte Weise herschenkten.

Die Statistik: 487

Firminos Treffer in der vierten Minute der Nachspielzeit beendete die 487-minütige Torflaute in der Liga und bescherte dem LFC drei Zähler und somit den vierten Tabellenplatz.
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