Marc Cucurella vor Mega-Transfer zum FC Chelsea: Wie ein Wuschelkopf die Premier League aufmischt
VonThomas Gaber
Publiziert 02/08/2022 um 23:21 GMT+2 Uhr
Marc Cucurella fiel einst beim FC Barcelona durch. Der gelernte Linksverteidiger probierte sein Glück fortan bei kleineren Vereinen in Spanien und England und ist in diesem Transfersommer einer der begehrtesten Spieler auf der Insel. Chelsea und Manchester City liefern sich ein Wettbieten um den 24-Jährigen. Irgendwann will Cucurella zu Barça zurückkehren - er hat dort noch eine Rechnung offen.
Marc Cucurella spielt seit 2021 für Brighton & Hove Albion
Fotocredit: Getty Images
Patricia Cucurella wollte, dass ihr Sohn etwas Besonderes wird. Die Mutter von Marc Cucurella glaubte, ihr Filius habe dann die besten Chancen, etwas aus seinem Leben zu machen, wenn er sich von den anderen unterscheiden würde. Mit dieser Überzeugung verzichtete sie darauf, Marc als Kind die Haare zu schneiden.
"Ich hatte immer Locken, schon als kleines Kind. Meiner Mutter hat das offenbar gefallen", scherzte Cucurella einmal während seiner Zeit beim FC Getafe.
Mama Patricia scheint mit ihrem Aberglauben richtig zu liegen. Sohn Marc ist auf dem besten Weg, etwas Besonderes zu werden. Er ist heiß begehrt bei einigen der besten Klubs Englands und steht kurz vor einem Wechsel von Brighton Hove & Albion zum FC Chelsea.
Wie die "Daily Mail" am Dienstag berichtet, sind die Blues bereit, Brightons Ablöseforderung in Höhe von rund 60 Millionen Euro für den Linksverteidiger zu erfüllen. Transferinsider Fabrizio Romano vermeldete zudem, dass sich Cucurella über die Vertragsdetails mit Chelsea einig ist und schon auf gepackten Koffern sitzt.
Auch Manchester City stark an Cucurella interessiert
Neben Chelsea ist oder war auch Manchester City stark am 24-jährigen Spanier interessiert. Doch die Skyblues waren offenbar nicht bereit, Brightons Forderungen zu akzeptieren. Englischen Medienberichten zufolge lehnten die Seagulls ein 47-Millionen-Euro-Angebot von City ab. Mit Blick auf Cucurellas bis 2026 datierten Vertrag hatte Brighton auch keine Eile, das erstbeste Angebot anzunehmen.
Pep Guardiola hätte Cucurella gerne in seinem Kader gehabt. "Er ist ein sehr guter Spieler, aber eben ein Spieler von Brighton. Daher kann ich das aktuell nicht weiter kommentieren", hatte der City-Coach Ende letzter Woche gesagt.
Doch warum ist ein Spieler, der gerade mal eine Premier-League-Saison absolviert hat, so heiß begehrt bei der Elite? Cucurella, kurz "Cucu" genannt, vereint alle Attribute des modernen Linksverteidigers. Er ist schnell, sehr lauffreudig, technisch stark und bissig im Zweikampf. Cucu kann zudem gegnerische Spielzüge gut antizipieren und ist durch das Zustellen von Passwegen in der Lage, Angriffe der Gegner im Keim zu ersticken.
Cucurella kann auch in der Innenverteidigung und im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden und findet immer wieder auch den Weg in den gegnerischen Strafraum. "Als ich ihn ein paar Mal im Training beobachtet habe, wusste ich sofort, dass Marc ein ganz außergewöhnlich guter Spieler ist", sagte Brighton-Trainer Graham Potter.
Anfänge im Futsal, später durchgefallen beim FC Barcelona
Seine Anfänge machte Cucurella im Alter von fünf Jahren im Futsal. Sein Vater war der Meinung, dass der kleine Marc für den "normalen" Fußball noch nicht geeignet sei. Die stolzen Eltern wollten ein Umfeld, das es Marc ermöglicht, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu simulieren und zu entwickeln, die er dann auf den echten Fußball übertragen konnte.
Als Marc acht Jahre alt war, besorgte ihm sein Vater ein Probetraining bei Espanyol Barcelona. Die Familie wohnte in Alella, knapp 20 Kilometer nordöstlich von Barcelona. Cucurella bestand sein Probetraining mit Bravour und wurde in die Akademie von Espanyol aufgenommen. Sechs Jahre spielte er für die Jugendmannschaften der Pericos, ehe der FC Barcelona auf ihn aufmerksam wurde.
Ab 2014 war La Masia, Barças legendäre Talentschmiede, Cucurellas Heimat. 2017 feierte er sein Debüt in der ersten Mannschaft, als er gegen Real Murcia in der Schlussphase eingewechselt wurde. Es sollte allerdings Cucurellas einziger Profieinsatz für den FC Barcelona bleiben. Sein Problem hieß Jordi Alba. Cucurella kam auf der Linksverteidigerposition nicht am Europameister von 2012 vorbei.
Cucurella wollte nicht länger auf eine echte Chance warten und ließ sich zu Beginn der Saison 2018/19 zu SD Eibar verleihen. Ein Jahr später ging er, ebenfalls auf Leihbasis, zum FC Getafe. Er machte dort 37 von 38 Ligaspielen, erzielte ein Tor und bereitete sechs Treffer vor. Barça hatte dennoch keine Verwendung für Cucurella und verkaufte ihn für knapp zwölf Millionen Euro an den Madrider Vorstadtklub.
Brighton-Fans verehren Cucurella
In der Saison 2020/21 machte Cucurella erneut 37 Ligaspiele, schoss zwei Tore und lieferte zwei Assists. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 gewann er als Stammspieler die Silbermedaille mit Spanien.
Der nächste Karriereschritt stand an und so wechselte Cucurella in die Premier League. Dass er überhaupt bei Brighton Hove & Albion landete, hat er seinem Nachbarn in Madrid zu verdanken. "Ich war einmal im Winter mit meiner Freundin für ein paar Tage in London. Mein Nachbar hat mir geraten, mir auch Brighton anzuschauen. Er ist Pilot und war dort sieben Jahre stationiert. Ich habe seinen Rat befolgt und mich ein bisschen in die Stadt verliebt", sagte Cucurella in Brightons Klub-TV nach seiner Ankunft.
18 Millionen Euro ließ sich BHA die Dienste des Spaniers kosten. In der abgelaufenen Spielzeit kam er wettbewerbsübergreifend in 39 Pflichtspielen zum Einsatz - die meisten aller Spieler der Seagulls. Am Ende wurde er von den Fans Brightons "Spieler der Saison" gewählt.
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Brighton-Fans lieben Cucurellas Haarpracht
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Besonderer Moment gegen Manchester United
Einen ganz besonderen Moment erlebte Cucurella am 7. Mai 2022. Beim 4:0 im Heimspiel gegen Manchester United erzielte er sein erstes Premier-League-Tor und zeigte anschließend unter Tränen ein mit den Händen geformtes Herz in die Kamera.
"Das war ein Geschenk für meine Familie, weil sie immer an meiner Seite war. Es ist schwierig, sich an eine neue Stadt, ein neues Land und eine neue Sprache zu gewöhnen. Manchmal war es schwer, hierher zu kommen, wo alles anders ist und man die Sprache nicht gut spricht. Der Winter in England war hart für mich. Meine Familie war immer für mich da", sagte er der Zeitung "The Argus".
Aller Voraussicht nach wird Cucurella in den nächsten Tagen etwas weiter in den Norden ziehen. London is calling. Chelsea-Trainer Thomas Tuchel hält ihm die linke Seite frei.
Großes Ziel: Einmal für Barça im Camp Nou spielen
Cucurella ist bislang einen nicht einfachen Weg gegangen, aber er hat sich durchgebissen. Und auch die Akte FC Barcelona ist für ihn noch nicht geschlossen. "Als ich Barça verließ, hatte ich einen kleinen Dorn im Auge", sagte er dem spanischen Journalisten Gerard Romero bei Twitch. "Sie haben mir die Chance nicht gegeben und nie erklärt, warum. Wenn ich die Möglichkeit hätte, zurückzukehren, wäre es etwas Besonderes, ich würde diesen Dorn loswerden."
Barça sei eine "unerledigte Aufgabe" für ihn, schließlich habe er noch nie im Camp Nou für Barça spielen dürfen. "Das ist etwas, was ich gerne tun würde, bevor ich in Rente gehe", sagt Cucurella. Er möchte auch seinem großen Idol Carles Puyol (nicht nur wegen der ähnlichen Haarpracht) nacheifern, der als Kapitän jede Menge Titel mit der Blaugrana holte.
Für den Moment ist der FC Barcelona selbst schuld, dass Cucurella demnächst bei einem anderen europäischen Großklub spielt. Aber den Dorn im Auge, den würde Cucurella gerne irgendwann loswerden.
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Quelle: Perform
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