FC Arsenal: Ein junger, abgezockter Haufen - neue Mentalität macht selbst Pep Guardiola neidisch

Der FC Arsenal zieht an der Tabellenspitze der Premier League fast einsam seine Kreise. Das Team von Erfolgsarchitekt Mikel Arteta überzeugt dabei nicht nur mit ansehnlichem Fußball, sondern vor allem mit einer neuen Gewinner-Mentalität, die an den FC Liverpool aus der Meister-Saison 2019/2020 erinnert. Selbst Pep Guardiola und Manchester City blicken neidisch in die englische Hauptstadt.

Der FC Arsenal feiert den Sieg gegen AFC Bournemouth

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70 Sekunden im Fußball-Himmel.
Genau so muss sich Arsenals Teammanager Mikel Arteta am vergangenen Sonntag gefühlt haben, nachdem Gabriel Martinelli eine schier endlose Passstafette seines Teams per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:0 beim FC Fulham verwertete (Endstand 3:0). Eine Augenweide für Fans und Experten.
Zwar waren es nicht ganz die "300.000 Pässe", die Arteta im vergangenen Jahr einmal von den Gunners gefordert hatte, um den Gegner vor einem Angriff auszuhebeln. Mit 23 Zuspielen am Stück, ohne das ein Fulham-Spieler den Ball erobern konnte, kam es dem Ganzen aber schon ziemlich nahe.
Ein Sinnbild für das neue Arsenal, das nach 27 Spieltagen weiterhin an der Spitze der Premier League thront und sich anschickt, die erste Meisterschaft seit 19 Jahren zu gewinnen.

FC Arsenal: Neue Mentalität als Erfolgsrezept

Schöne Kombinationen sind jedoch nicht der einzige Grund, warum Arsenal nach Jahren ohne Champions-League-Teilnahme auf einmal wieder nach den ganz großen Zielen greift.
"Wir haben eine gute Mentalität innerhalb des Teams", beschrieb es Granit Xhaka im Interview mit "Sky Sport" in einfachen Worten.
Was der Schweizer damit meint, wird bei einem Blick auf die Statistiken deutlich. Die Gunners sind nämlich bei Weitem nicht in jedem Spiel so dominant wie im Derby bei Fulham: Bereits fünfmal drehte die Arteta-Elf einen Rückstand in der laufenden Saison noch in einen Sieg. Auffällig oft fiel dabei der entscheidende Treffer in den letzten Minuten.

Arsenal mit unbändigem Willen

Das jüngste Beispiel: Der 3:2-Heimsieg vor knapp zwei Wochen gegen AFC Bournemouth. Es dauerte bis zur 62. Minute, ehe die Gunners aufdrehten und ein 0:2 noch in ein 3:2 verwandelten. Als Reiss Nelson in der siebten Minute der Nachspielzeit zum Sieg traf, brachen im Emirates Stadium alle Dämme.
Ähnlich wie Bournemouth erging es zuvor Manchester United, denen Arsenal im Januar in der 90. Minute den Todesstoß versetzte (3:2). Aston Villa schenkten die Gunners Mitte Februar in der 93. und 98. Minute sogar zwei Treffer in der Nachspielzeit ein (4:2).
Es scheint, als wisse Arsenal schlicht und einfach nicht, wann es Zeit ist aufzugeben - ein Mindset, das an den FC Liverpool aus der Meister-Saison 2019/20 erinnert.

Guardiola beneidet Arsenal

"Sie haben etwas, das wir nicht haben, weil wir zwei Jahre in Folge den Titel gewonnen haben", blickte selbst Pep Guardiola etwas neidisch in die Hauptstadt. Der Spanier ist mit Manchester City der ärgste Verfolger der Gunners (fünf Punkte Rückstand).
Arsenal ist erwachsen geworden und hat von den Tiefschlägen gelernt. "Die Erfahrungen am Ende der vergangenen Saison haben unseren Teamgeist und unsere Mentalität gestärkt", erklärte Keeper Aaron Ramsdale bereits in der Hinrunde den neuen Hunger der Gunners.
Dass das junge Team den Champions-League-Platz in der entscheidenden Phase der Saison noch verspielte, nagte an den Profis. "Es sind nicht nur die Spieler, die wir im Sommer geholt haben, die diese Gewinner-Mentalität mitbringen. Wir haben alle ein brennendes Feuer in uns", so Ramsdale.
Dank dieser Einstellung konnte die Arteta-Elf die Delle Anfang Februar überwinden, als man vier Spiele in Folge nicht gewann. Außerdem konnte auch der Ausfall von Top-Stürmer Gabriel Jesus mit Eigengewächs Eddie Nketiah und Winter-Neuzugang Leandro Trossard überraschend problemlos aufgefangen werden.
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Gabriel Jesus (r.) ist nach Verletzungspause zurück

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Arsenal und Arteta: Die perfekte Symbiose

Dass Arsenal dies alles mit dem jüngsten Kader der Premier League (24,3 Jahre) geschafft hat, macht es umso beeindruckender.
Dazu kommt mit Mikel Arteta (40) einer der jüngsten Teammanager der Liga, der sein Team Woche für Woche taktisch anpasst und seinen Spielern diese Gewinner-Mentalität einimpft. "Er will und verlangt viel. Aber er will auch, dass wir gegenseitig viel von uns verlangen. Jeden Tag, 100 Prozent", erklärt Xhaka die perfekte Symbiose mit dem Coach.
Auf dem Papier hat Arsenal alles, um über Jahre hinweg erfolgreich zu sein.
Ob Artetas junger, abgezockter Haufen schon in dieser Saison bereit für den Titel bzw. sogar mehrere Titel ist, werden die kommenden Wochen zeigen. Bereits am Donnerstag steht mit dem Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen Sporting Lissabon (21:00 Uhr im Livescoring) der nächste Härtetest ins Haus. Das Hinspiel in Lissabon endete 2:2.
Dass Arsenal jedoch gerade solche Do-or-die-Situationen liegen, dürfte mittlerweile auch bis nach Portugal durchgedrungen sein.
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Geknickter Guardiola: Wie Julia Roberts den Spanier enttäuschte

Quelle: Eurosport

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