FC Arsenal: Einbruch im Meisterrennen auf der Zielgeraden? Die Gunners spielen mit dem Feuer
Der FC Arsenal verkam in den vergangenen Jahren zur grauen Premier-League-Maus, mit Trainer Mikel Arteta erlebten der Klub jedoch einen sensationellen Aufschwung. Die Londoner flogen durch die Saison, waren auf dem Weg zur ersten Meisterschaft seit 19 Jahren. Nun, ausgerechnet vor dem richtungsweisenden Duell mit ManCity, scheint den Gunners das Zielwasser auszugehen.
Arteta mit Kampfansage: "Müssen City schlagen"
Quelle: Perform
Arsenal-Coach Mikel Arteta schwärmte in den höchsten Tönen von seiner Mannschaft: "Ich liebe meine Spieler mehr als je zuvor", erklärte er am Freitagabend und erinnerte mit seiner Aussage an Bayerns "schockverliebten" Neu-Trainer Thomas Tuchel anderthalb Wochen zuvor.
Beide Liebesbekundungen kamen einigermaßen überraschend. Tuchel hatte seinerseits mit den Münchnern kurz zuvor 0:3 bei Manchester City verloren, Arteta wurde von Armors Pfeil nach einem mühsamen 3:3 gegen Tabellenschlusslicht Southampton getroffen.
Nachvollziehbar war die Schwärmerei des Spaniers dennoch, immerhin lagen die Londoner gegen den Underdog zwischenzeitlich 0:2 und 2:3 zurück, Martin Ödegaard (88.) und Bukayo Saka (90.) sicherten in den Schlussminuten aber noch einen Zähler.
Die Mannschaft hatte Moral bewiesen, das imponierte Arteta. "Dieses junge Team reagiert auf unglaubliche Art und Weise, selbst, wenn es Widerstände gibt. Es war eine Freude zu sehen, wie sie sich Chancen erarbeitet und großen Kampfgeist an den Tag gelegt haben", sagte der ehemalige Profi.
Drittes Arsenal-Remis in Serie
Bei aller Freude überwog am Ende aber die Enttäuschung: "Natürlich sind wir unglücklich mit dem Ergebnis. Wir haben es uns selbst einmal mehr schwer gemacht", fand Arteta schließlich doch noch kritische Worte. Und diese waren nach dem Remis durchaus angebracht.
Denn: Für Arsenal war es das dritte Unentschieden in Serie, der letzte Sieg in der Premier League datiert vom 1. April (4:1 gegen Leeds). Im Anschluss teilte man sich die Punkte mit Liverpool (2:2) sowie West Ham United (ebenfalls 2:2). Im Gegensatz zu dem Duell mit Southampton holte die Arteta-Elf in beiden Fällen aber keinen Zwei-Tore-Rückstand auf, sondern gab jeweils ein 2:0 aus der Hand.
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Aaron Ramsdale - FC Arsenal
Fotocredit: Getty Images
Nun wäre all dies in den vergangenen Jahren keine große Meldung wert gewesen. Arsenals letzte Teilnahme an der Champions League liegt acht Jahre zurück, der stolze Klub aus dem Norden der Themse-Metropole war mit der Zeit zu einer grauen Maus der englischen Beletage verkommen.
Arteta verhilft Arsenal zu neuem Glanz
In der laufenden Saison ist aber alles anders. Bereits am vierten Spieltag eroberten die Gunners erstmals die Tabellenführung, seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag grüßte kein anderes Premier-League-Team mehr vom Platz an der Sonne.
Arteta ist es in nahezu sensationeller Manier gelungen, Arsenal zu neuem Glanz zu verhelfen. Spieler wie Martin Ödegaard, Gabriel Martinelli, Bukayo Saka oder Neuzugang Gabriel Jesus harmonieren in der Offensive prächtig, zudem konnte sich Arteta auf seine herausragende Hintermannschaft um William Saliba, Gabriel, Ben White und Oleksandr Zinchenko verlassen.
Zumindest bis vor Kurzem. Dass die Hauptstädter mittlerweile kein defensives Bollwerk mehr bilden, ist eng an den Ausfall eines Mannes geknüpft, wie Arsenal-Experte Pete Sharland von Eurosport England aus London erklärt. "Der Hauptgrund liegt darin, dass Saliba fehlt", sagt Sharland. Er ergänzt: "Die Verletzung hat Arsenal wirklich hart getroffen. Er war der beste Defensivspieler, er war der Klebstoff, der die Viererkette zusammengehalten hat."
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Guardiola vor Kracher gegen Arsenal: "Wollen die Chance nutzen"
Quelle: Perform
Sein Vertreter Rob Holding sei laut Sharland "nicht einmal ansatzweise auf Salibas Level." Saliba hatte sich Mitte März im Europa-League-Achtelfinale gegen Sporting eine Rückenverletzung zugezogen und wird seither schmerzlich vermisst. Eine Zwangspause zur Unzeit, nicht nur mit Blick auf die verpassten Partien, sondern vor allem hinsichtlich der anstehenden Begegnung mit Verfolger Manchester City am Mittwochabend (21:00 Uhr im Liveticker).
Saliba fällt auch gegen City aus
"Leider hat sich die Lage nicht wirklich verbessert", lautete Artetas ernüchternde Nachricht am Dienstagnachmittag. "Wir sind immer noch voller Hoffnung, aber es ist schon wieder eine Woche vergangen, in der er nicht mit der Mannschaft trainieren können." Dementsprechend müsse er auch im Spitzenspiel auf den 22 Jahre alten Franzosen verzichten.
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William Saliba fällt aus
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"Im Moment haben wir ihn nicht dabei. Wir bereiten uns auf dieses Spiel ohne ihn vor, und das nächste Spiel (gegen Chelsea, d. Red.) wird wahrscheinlich auch zu früh kommen", so Arteta weiter. Ein Umstand, der die Aussichten Arsenals für das womöglich titelentscheidende Aufeinandertreffen mit Artetas Kumpel Pep Guardiola trübt.
Aufgrund der jüngsten Remis-Serie hat Arsenal die Tür für den amtierenden Champion nämlich noch einmal weit aufgestoßen. Derzeit beträgt der Vorsprung auf die Skyblues noch fünf Zähler, allerdings hat Arsenal bereits zwei Ligaspiele mehr bestritten als City (Arsenal hat noch fünf Spiele, City noch sieben, d. Red.). Sprich, sollte Manchester die Oberhand behalten, könnte Arsenal den ersten Meistertitel seit 19 Jahren nicht mehr aus eigener Kraft unter Dach und Fach bringen, sondern müsste in den ausstehenden Partien auf einen Patzer des Konkurrenten hoffen.
Angesichts der aktuellen Form eher unwahrscheinlich, die Citizens verloren letztmalig Anfang Februar, zudem räumte man Champions-League-Mitfavorit Bayern München ziemlich souverän aus dem Weg. Ein taktischer Guardiola-Kniff ging dabei besonders auf: John Stones, gelernter Innenverteidiger, wurde in beiden Spielen gegen den deutschen Rekordmeister und bisweilen auch in der Liga auf die Sechs gezogen. Der Engländer fungierte als stabilisierendes Element zwischen Verteidigung und Mittelfeld.
Stones-Umschulung als Schlüssel
"Seine Rolle ist total interessant", sagt Sharland. "Wenn City gegen den Ball arbeitet, reiht er sich neben Innenverteidiger Rúben Dias ein. Wenn City in Ballbesitz ist, rückt er sehr hoch ins Mittelfeld. Deshalb wurde er in den vergangenen Wochen als 'Hybrid' bezeichnet." Eine Maßnahme, um Stones zu isolieren - und somit aus dem Spiel zu nehmen, sei Ödegaard.
"Ödegaard könnte ihn aus dem Spiel nehmen -und dann muss Arsenal hoffen, dass Jesus vorne seine Chancen nutzt", meint Sharland, der grundsätzlich nur wenige Schwächen beim Team von Torjäger Erling Haaland ausmacht. "Es ist wirklich schwierig, etwas Negatives bei City zu finden. Sie sind besser als Arsenal und ich gehe davon aus, dass sie die Premier League gewinnen", so der Eurosport-Experte. Auch in puncto Erfahrung sei ManCity dem Mitstreiter überlegen. "Die meisten Spieler bei Arsenal waren noch nie in einer solchen Situation. In dieser Saisonphase ist Erfahrung aber ein nicht zu unterschätzender Aspekt."
Arteta sieht das Ganze naturgemäß optimistischer. "Ja, es wird eine große Herausforderung. Aber es ist eine unglaubliche Chance für uns. Wir wussten es von Anfang: Wenn man die Premier League gewinnen will, muss man zu den Spurs fahren und sie schlagen, man muss zu Chelsea fahren und sie schlagen. Das haben wir getan. Und jetzt müssen wir zu City nach Manchester fahren und sie schlagen", sagte er auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Krachers gegen den vermeintlichen Endgegner.
Arteta abschließend: "Wenn man Meister werden will, muss man diese Spiele gewinnen. So einfach ist das." Noch einfacher wäre es sicherlich, hätte Arsenal zuletzt nicht immer wieder Federn gelassen.
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Duell um Titel: Arsenal muss Fluch gegen Manchester City brechen
Quelle: Perform
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