Kurioser Eigentor-Doppelpack: FC Liverpool siegt zum Jahresende glücklich gegen Leicester City

Der FC Liverpool hat das Jahr 2022 mit einem Sieg beendet. Die Reds bezwangen Leicester City vor heimischer Kulisse glücklich 2:1 (2:1). Kiernan Dewsbury-Hall hatte die Hausherren bereits früh geschockt (4.), noch vor der Pause unterliefen Leicester-Pechvogel Wout Faes binnen weniger Minuten gleich zwei Eigentore (38.,45.). Nach dem Seitenwechsel rannten die Foxes erfolglos gegen die Klopp-Elf an.

Klopp voller Mitgefühl für Eigentor-Doppelpacker bei Liverpool-Sieg

Quelle: Perform

Jürgen Klopp musste nach dem 3:1 bei Aston Villa auf Fabinho (wurde durch Harvey Elliott ersetzt) verzichten, der aus privaten Gründen (Nachwuchs) fehlte.
Auf der Gegenseite entschied sich Brendan Rodgers gegen seinen Ex-Klub für mehr Stabilität und beorderte Wilfried Ndidi für Youri Tielemans in die Startelf. Zudem startete auf der rechten Offensivseite Ayoze Pérez für Dennis Praet (verletzt).
Unter den Augen von Liverpool-Neuzugang Cody Gakpo (noch nicht spielberechtigt) mussten die Reds früh das 0:1 hinnehmen. Kiernan Dewsbury-Hall war nach Ablage von Patson Daka im Zentrum frei durch und ließ Alisson Becker keine Chance (4.). Dabei präsentierte sich die Reds-Defensive viel zu offen, Leicester konnte das gesamte Spielfeld mit vier Ballaktionen überbrücken.
Liverpool hatte erwartungsgemäß mehr vom Spiel, doch die Foxes standen extrem kompakt und waren auf das Spiel der Reds gut eingestellt. So verbuchten die Hausherren lange Zeit keine Torchance. Ganz anders die Gäste, die durch schnelle Umschaltaktionen für deutlich mehr Gefahr sorgten (19., 20.). Und so hinterließen die Foxes – auch ohne den früh ausgewechselten Daka – den besseren Eindruck in der Anfangsphase.
In der Folgezeit mischten sich bei den Reds immer wieder gutes Gegenpressing mit leichten, unnötigen Ballverlusten. So hatten stabile Foxes, die in den letzten elf Pflichtspielen achtmal zu Null spielten, kaum Probleme, die Führung zu verteidigen. Dennoch stand es plötzlich 1:1, weil Wout Faes per Bogenlampe kurios ins eigene Netz traf und somit Liverpools Ausgleich ermöglichte (38.). Die Pechsträhne des Belgiers sollte anhalten, denn nur kurze Zeit später war es erneut Faes, der per Eigentor traf – 2:1 für die Reds (45.).
Liverpool kam engagierter aus der Kabine, auch die Qualität der Chancen nahm schnell zu. Henderson (50.) und Mo Salah (53.) verfehlten knapp, ebenso wie auf der Gegenseite Barnes (54.). Es blieb bei einem äußerst wilden Spiel.
Im weiteren Verlauf ging Leicester in einem hektischen Match mehr ins Risiko und wurde offensiver. Daraus ergaben sich zwangsläufig mehr Räume für die Reds, die jedoch Nichts daraus machen konnten. Darwin Nunez vergab freistehend das 3:1 (78.), ehe Salah an Ward scheiterte (82.).
So blieb es beim für Leicester enttäuschenden 1:2, woran Pechvogel Wout Faes maßgeblich beteiligt war. Dennoch können die Foxes viel Positives aus diesem Spiel mitnehmen.
Für beide Teams geht es bereits in wenigen Tagen weiter. Liverpool muss am Montag (18:30 Uhr) nach Brentford, Leicester empfängt am Dienstag (20:45 Uhr) den FC Fulham.

Die Stimmen zum Spiel

Virgil van Dijk (FC Liverpool): "Wir waren heute phasenweise sehr schlecht, aber in solchen Zeiten ist es einfach gut, drei Punkte zu holen. Es ist ein Klischee, aber es ist sehr wichtig, diese Art von Spielen zu gewinnen, und das haben wir getan, das ist das Positive daran. Jetzt müssen wir uns erholen und beweisen, dass wir für Brentford (am Montag, Anm. d. Red.) bereit sind. Das war heute nicht gut genug, und das wissen wir alle. Es gibt eine Menge Dinge, die wir verbessern müssen. Sie haben Qualität in der Offensive, Schnelligkeit und Jungs, die Bälle nach hinten spielen können. Ein paar Mal war es gefährlich. Ein paar Mal war es Abseits. Das war ihr Matchplan. Der Job ist erledigt, sagen wir es mal so. Manchmal waren wir heute vielleicht ein bisschen zu schnell. Wir haben die Bälle in schwierigen Situationen verloren und waren etwas offener. Wir müssen die drei Punkte mitnehmen, selbstbewusst sein und zum nächsten Spiel gehen. Es ist mein fünfjähriges Jubiläum und ich bin froh und stolz, für diesen wunderbaren Verein zu spielen."
Trent Alexander-Arnold (FC Liverpool): "Es war nicht unsere beste Leistung, aber am Ende des Tages ist das Ergebnis das Wichtigste - aber man mag die Leistungen, die damit einhergehen. Das Wichtigste ist, dass wir die drei Punkte holen und versuchen, in der Liga in eine Position zu kommen, in der wir nach unserer Meinung sein sollten, aber das haben wir in dieser Saison noch nicht geschafft. Das sind die Spiele, auf die man zurückblickt und denkt, dass man sie hätte gewinnen müssen. Ob man sie nun gut oder schlecht gewinnt, spielt am Ende der Saison keine Rolle mehr."

Das fiel auf: Liverpool hat offensiv viel Luft nach oben

Dass der FC Liverpool schon vor der Ankunft von Cody Gakpo über eine hervorragende Offensive verfügt, ist in ganz Europa bekannt. Mit 33 Treffern stellt der LFC den drittbeste Torfabrik der Liga. Dennoch hat man bei Salah und Co. das Gefühl, dass noch viel mehr drin wäre. Allen voran der Ägypter und Nebenmann Darwin Nunez vergeben über die ganze Saison schon eine Reihe guter Möglichkeiten. Der Neuzugang aus Lissabon ist einsame Spitze, wenn es um das Auslassen von Großchancen geht. Auch gegen Leicester hätten die beiden Starstürmer frühzeitig den Deckel draufmachen können. Doch nicht nur im Sturm fehlt die Kaltschnäuzigkeit, auch spielerisch wirken die Reds zu durchsichtig und einfallslos. Mit solchen Leistungen wird der Angriff auf die vorderen Plätze schwer.

Tweet zum Spiel

Leicesters Wout Faes anvancierte unfreiwillig zum Spieler des Spiels. Dem belgischen Verteidiger unterliefen im ersten Durchgang zwei extrem unglückliche Eigentore. Damit ist der Pechvogel erst der vierte Spieler in der Geschichte der Premier League, der zwei Eigentore in einem Match fabrizierte. Faes reiht sich ein in eine Liste mit Jamie Carragher (1999 mit Liverpool gegen United), Michael Proctor (2003 mit Sunderland gegen Charlton) und Jonathan Walters (2013 mit Stoke gegen Chelsea). Das erste Spiel an der Anfield Road wird Faes sicherlich nicht vergessen.

Die Zahl zum Spiel: 7

Mit 19 Gegentoren zählt Liverpools Abwehr zu den besten Defensivreihen der Liga. Unangefochten sind van Dijk und Co. auch, was die Anzahl der frühen Gegentore betrifft. Gegen Leicester gab es bereits das siebte Gegentor in den ersten fünf Minuten im Jahr 2022. Mehr Gegentreffer musste ein Team in der Premier-League-Geschichte noch nicht hinnehmen. Damit hat Liverpool den Negativrekord von Blackburn (2009) und Sunderland (2000) egalisiert.
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Quelle: Perform

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