Newcastle United mitten im Kampf um die Champions League - Schritt für Schritt in Richtung Thron
Von Abstiegskampf zu Champions-League-Ambitionen in nur einem Jahr: Newcastle United ist eine der großen Überraschungen der Premier-League-Saison. Die Magpies treiben mit ihrem massiven Abwehr-Bollwerk die Topteams zur Verzweiflung und greifen auch dank kluger Investitionen nach den Sternen. Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs, immerhin deutet sich bereits die nächste Transfer-Offensive an.
Joelinton, Bruno Guimarães und Sven Botman (Newcastle United/von links) jubeln
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An Selbstvertrauen mangelt es den Anhängern von Newcastle United beileibe nicht.
"Wir werden die Liga gewinnen!", schallte es am Boxing Day vom Gästeblock aus durch das King Power Stadium zu Leicester nach dem klaren 3:0-Erfolg der Magpies, dem siebten Sieg in Serie in der Premier League. Nie zuvor war dem viermaligen englischen Meister eine derartige Erfolgsserie geglückt.
"Ich habe kein Problem damit, dass die Fans vom Titel träumen und darüber spekulieren, was wir erreichen können", erklärte Trainer Eddie Howe stolz, ehe er jedoch ein Stück weit auf die Euphoriebremse trat: "Allerdings müssen wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir kontrollieren können."
Obwohl die Siegesserie nur wenige Tage später beim torlosen Remis gegen Leeds United ihr Ende fand, besteht kein Zweifel daran, dass Newcastle in dieser Saison neben Tabellenführer FC Arsenal die Überraschungsmannschaft schlechthin im englischen Oberhaus ist.
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Joe Willock (Newcastle United) bejubelt seinen Treffer gegen Leicester City
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Newcastle: Abwehrbollwerk als Basis des Erfolgs
Der Traditionsklub aus dem Nordosten des Landes liegt nach 17 Partien überraschend auf Champions-League-Platz drei und ist seit nunmehr sage und schreibe 14 Pflichtspielen in Folge ungeschlagen. Die letzte und bis dato einzige Niederlage datiert vom 31. August, als man sich dem FC Liverpool unglücklich 1:2 (1:0) geschlagen geben musste.
"Ich bin beeindruckt, was sie getan haben und wie sie es getan haben", schwärmte der ehemalige englische Nationalspieler Paul Merson jüngst bei "Sky Sports" und führte weiter aus: "Sie haben mit Eddie Howe einen brillanten Manager und auch alle Spieler haben es bislang exzellent gemacht. Genau so müssen sie weitermachen."
Dies trifft besonders auf die Defensivarbeit zu, die zweifelsohne die Basis für den gegenwärtigen Erfolg ist. Mit lediglich elf Gegentreffern (in 17 Partien) stellt das Howe-Team die beste Abwehr der Liga.
Eine der defensiven Säulen ist dabei neben Rechtsverteidiger Kieran Trippier und Keeper Nick Pope der ehemalige Hoffenheimer Fabian Schär, der in der Innenverteidigung gesetzt ist. "Er (Schär; Anm. d. Red.) hat zusammen mit Trippier und Pope einen großen Anteil daran, warum Newcastle in dieser Saison hinten so stabil steht", schwärmte Newcastle-Ikone Alan Shearer vor wenigen Wochen vom Schweizer Nationalspieler.
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Fabian Schär (r./Newcastle United) klärt den Ball vor Jadon Sancho (Manchester United)
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Almirón und Guimarães verzücken ganz England
Auf der anderen Seite des Platzes sorgt Senkrechtstarter Miguel Almirón für Furore. Der 28-jährigen Außenstürmer verbuchte in der laufenden Saison bereits neun Tore sowie einen Assist und steht somit stellvertretend für den Aufschwung der Magpies, die in der vergangenen Saison lange Zeit gegen den Abstieg kämpften.
"Einige Tore, die er erzielt hat, waren einfach sensationell", lobte Shearer den Mann aus Paraguay, der im Sommer 2019 den Weg von Atlanta United auf die Insel fand. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Coach Howe: "Er ist in der Lage, magische Dinge zu tun. Seine Arbeit verkörpert gewissermaßen unser Spiel."
Dies trifft im Grunde genommen auch auf Mittelfeldmann Bruno Guimarães zu, den Fußball-Experte Ibrahim Mustapha von Eurosport in London in den höchsten Tönen lobt. "Guimarães ist eine Augenweide am Ball. Es ist mir ein Rätsel, warum Arsenal, Liverpool und Manchester United, die im vergangenen Winter allesamt einen Mittelfeldspieler von seinem Format benötigten, ihn nach Newcastle ziehen ließen", sagt er.
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Miguel Almirón ist das Sinnbild von Newcastles Höhenflug
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Newcastle: Nächste Tranferoffensive nur eine Frage der Zeit
Ein entscheidendes Kriterium für einen derartigen Königstransfer (Ablöse rund 42 Mio. Euro) dürfte zweifelsohne der finanzielle Aspekt gewesen sein. Seit der Übernahme Newcastles durch den saudi-arabischen Staatsfonds PIF gibt es für den Klub aus monetärer Hinsicht schier keine Grenzen mehr.
Obwohl der Aufschrei von Teilen der eigenen Anhänger aufgrund jenes Deals nach wie vor groß ist, gibt es allerdings auch Lob von der Konkurrenz für ihre Transferpolitik. "Sie haben die richtigen Investitionen getätigt und das gilt es wertschätzen", zollte ManUnited-Trainer Erik ten Hag Newcastle Respekt. Ein Ende eben jener Investitionen sind indes noch lange nicht in Sicht.
Zuletzt kursierten die Namen Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach), James Maddison (Leicester City) und Memphis Depay (FC Barcelona) rund um den St. James’ Park, der Heimstätte der "Elstern". "Es ist offensichtlich, dass sie noch mehr Offensiv-Power suchen, daher würde ein Transfer von Thuram oder Depay durchaus Sinn ergeben. Auch Christian Pulisic oder Hakim Ziyech vom FC Chelsea wären gute Kandidaten", urteilt Eurosport-Experte Mustapha.
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Christian Pulisic (l.) und Hakim Ziyech - FC Chelsea
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Arsenal vor der Brust, Europapokal im Kopf
Bevor Newcastle jedoch einen weiteren möglichen Transfer-Angriff startet, steht zunächst einmal das Spitzenspiel mit Tabellenführer FC Arsenal am Dienstagabend (20:45 Uhr im Liveticker) auf dem Programm.
Keine Frage, ein weiterer Sieg würde die Träume der Anhänger auf den Meistertitel oder zumindest auf das internationale Geschäft weiter nähren. Doch selbst wenn es in dieser Saison nicht mit der Champions League klappen sollte, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es so weit sein dürfte.
"Ich denke nicht, dass sie ein One-Hit-Wonder sind. Ich denke, Newcastle wird noch lange, lange oben mitspielen", prophezeite "Sky"-Experte Merson.
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Klopp fordert von Liverpool-Spielern "mehr Konstanz"
Quelle: Perform
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