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FC Liverpool wird VAR-Fehler gegen Tottenham zum Verhängnis - Jürgen Klopp reagiert auf Abseits und Rote Karte
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Publiziert 01/10/2023 um 00:10 GMT+2 Uhr
Der Auftritt des FC Liverpool am 7. Spieltag der Premier League bei Tottenham Hotspur stand ganz im Zeichen des Videobeweises. Sowohl der Platzverweis von Curtis Jones, als auch ein zurückgenommener Treffer von Luis Diaz sorgten nach der späten 1:2-Niederlage der Reds für viel Gesprächsstoff. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp monierte sogar "höchst unfaire Umstände und verrückte Entscheidungen".
Jürgen Klopp erlebte einen turbulenten Abend in London
Fotocredit: Getty Images
Jürgen Klopp wirkte wie gebrochen. "Wir hätten uns den Punkt verdient. Diesen einen Punkt hätten wir wie fünf gefeiert", erklärte er bei "beIN Sports". Kurz zuvor kassierten seine Reds eine äußerst bittere Niederlage, ein Eigentor von Joel Matip brachte das von zwei Platzverweisen gebeutelte Liverpool um ein verdientes Remis bei Tottenham Hotspur (90.+6).
"Es wirkt beinahe wie Schicksal", blickte Klopp auf die dramatische Nachspielzeit zurück. "Joel war heute außergewöhnlich gut. Er streckt seinen Fuß etwas raus und der Ball landet im Tor. Aber es gibt schlimmere Dinge im Leben. So ist es nun mal eben."
Und tatsächlich: Matips Eigentor war zwar ein Stich ins Herz für die Reds, für die größten Aufreger des Abends sorgten jedoch der Videobeweis und Schiedsrichter Simon Hooper - wie auch Klopp unmissverständlich vermittelte.
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"Ich war noch nie so stolz auf meine Mannschaft wie heute", so Klopp bei "Sky Sports" über die Leistung seiner Mannschaft, die über 70 Minuten in Unterzahl spielte und Tottenham das Leben schwer machte. "Ich habe aber auch noch nie ein Spiel wie dieses gesehen, mit höchst unfairen Umständen und verrückten Entscheidungen."
Übeltäter Jones: Klopp sieht "kein böses Tackle"
Es lief die 24. Minute, als Curtis Jones mit vollem Gewicht ins Sprunggelenk von Tottenhams Yves Bissouma grätschte. Schiedsrichter Hooper zeigte dem jungen Engländer zunächst die Gelbe Karte, wurde aber vom VAR dazu veranlasst, sich die Szene am Monitor noch einmal anzuschauen. Gesagt, getan - der Unparteiische entschied sich um und schickte Jones direkt unter die Dusche.
"Curtis steigt auf den Ball und rutscht drüber. Das war kein böses Tackle", schilderte Klopp die Situation aus seiner Sicht. "In der Zeitlupe sieht es anders aus. Er geht ungebremst auf den Ball und schießt drüber hinaus. Das ist unglücklich."
Gary Neville, ehemaliger Spieler von Manchester United und heutiger "Sky"-Experte, pflichtete Klopp bei und kritisierte Hooper und Co. für die Entscheidung. "Nein, nein, nein. Ich weiß, wenn man jemanden umhaut. Ich habe das selbst auch gemacht - und er wollte das nicht", kommentierte Neville die Szene während der Live-Übertragung.
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Die Szene des Abends: Curtis Jones foult Yves Bissouma
Fotocredit: Imago
"Sie zeigen die Endbewegung, die schlecht aussieht, aber so ist es nicht passiert", bemängelte Neville die vom VAR zur Verfügung gestellten Bilder. "Sein Fuß ist vom Ball abgerutscht. Es ist keine Rote Karte, aber er wird eine bekommen und das wird wahrscheinlich das Spiel ruinieren."
Mit seiner Rot-Prognose behielt Neville Recht, die Qualität des Spiels litt aber trotzdem nicht unter dem Platzverweis. Liverpool raffte sich in Unterzahl sogar auf und erzielte nur wenige Minuten später die vermeintliche Führung - doch anstelle des 1:0 stand vielmehr der nächste Aufreger des Abends auf dem Plan.
Carragher: "Dann weiß man, dass Mist gebaut wurde!"
In der 35. Minute schickte Mohamed Salah seinen Sturmkollegen Luis Diaz steil, der Kolumbianer platzierte den Ball aus spitzem Winkel akkurat ins linke untere Eck. Die Freude der dezimierten Reds hielt jedoch nicht lange, das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits. Der VAR meldete sich dieses mal nicht, trotz der knappen Verhältnisse wurde das Spiel nur wenige Augenblicke später fortgesetzt - die offiziellen Bilder wurden jedoch nicht im Live-TV gezeigt.
"Ich kam in der Halbzeit in die Kabine und einer meiner Assistenten entsperrte sein Handy. Erstes Foto auf Instagram: Kein Abseits", reagierte Klopp auf die strittige Szene. "Wir haben es auch im Spiel gesehen, für uns war das zu 100 Prozent klar."
"Es ist kein Abseits, wenn man die Bilder sieht. Sie haben ihre Linien falsch gezogen", nahm Klopp den VAR in die Pflicht.
Den Schiedsrichter wollte Klopp dafür aber nicht an den Pranger stellen. "Ihn können wir dafür nicht verantwortlich machen", verdeutlichte der ehemalige Dortmunder. "Wer auch immer den Fehler gemacht hat, hat das mit Sicherheit nicht mit Absicht gemacht."
Jamie Carragher, ehemaliger Mittelfeldmotor von Liverpool, ging mit den Unparteiischen etwas härter ins Gericht. "Wenn man so lange auf eine Antwort nach einer umstrittenen Entscheidung warten muss, dann weiß man, dass jemand Mist gebaut hat", schrieb der Champions-League-Sieger von 2005 noch während der Partie auf "X/Twitter", nachdem der englische Schiedsrichterverband (PGMOL) keine offiziellen Bilder zur Szene geliefert hatte.
PGMOL gesteht Fehler ein - Klopp winkt ab
Letzen Endes meldete sich der Verband doch noch in einem Statement zu Wort und gestand darin einen Fehler bei der Abseitsentscheidung.
"PGMOL räumt ein, dass in der ersten Halbzeit zwischen Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool ein gravierender menschlicher Fehler unterlaufen ist", hieß es in dem Statement. "Das Tor von Diaz wurde vom On-Field-Team wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Das war ein klarer und sachlicher Fehler und hätte durch den Einsatz des VAR rückgängig gemacht werden sollen. Aber der VAR hat nicht eingegriffen."
"PMGOL wird die Umstände, die zu diesem Fehler geführt haben, umfassend untersuchen. PMGOL wird Liverpool unmittelbar nach dem Spiel kontaktieren, um den Fehler zu bestätigen."
Eine aufrichtige Entschuldigung des Verbands - die Liverpool aber auch nicht die verlorenen Punkte beschert. "Wem hilft das jetzt?", fragte Klopp daraufhin auf der Pressekonferenz. "Zwischen Manchester United und den Wolverhampton Wanderers gab es auch eine solche Situation. Haben sie dafür Punkte bekommen? Das hilft einfach nicht."
"Wir werden dafür keine Punkte bekommen", so Klopp weiter. "Niemand erwartet, dass die Entscheidungen auf dem Rasen zu 100 Prozent richtig sind. Aber ich glaube, dass wir uns alle gedacht haben, dass der VAR die Dinge einfacher macht."
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