Manchester City - Erling Haaland für Formtief scharf attackiert: Der Außerirdische menschelt zur Unzeit

Erling Haaland ist offenbar doch von dieser Welt: Der Angreifer von Manchester City, der für seine herausragenden Qualitäten im Abschluss bekannt ist, kämpft seit Wochen mit einer ungewohnten Torflaute. Im Spitzenspiel gegen den FC Arsenal (0:0) war der Norweger über nahezu die gesamte Distanz abgemeldet. Im Anschluss erntete Haaland Spott, Häme und einen brisanten Vergleich.

Guardiola: ManCity nicht mehr Titel-Favorit

Quelle: Perform

Roy Keane war zu seiner aktiven Zeit als Profi-Fußballer gefürchtet. Jahrelang dominierte das irische Raubein das Mittelfeld von Manchester United, sammelte während seiner Karriere satte sieben Platzverweise in der Premier League.
Einen davon, den wohl berüchtigsten, am 21. April 2001. Im Derby gegen Manchester City setzte Keane kurz vor Schluss beim Stand von 1:1 zu einer nahezu beispiellosen Grätsche an und traf seinen Gegenspieler mit voller Wucht auf Kniehöhe. Der Name des Gegenspielers: Alf Inge Haaland.
Es war eine Racheaktion, das gab Keane mehr als ein Jahr später zu. Dreieinhalb Jahre zuvor hatte Keane sich im Zweikampf mit Haaland (damals noch bei Leeds United unter Vertrag) unglücklich einen Kreuzbandriss zugezogen und war von Haaland - noch während er sich vor Schmerzen auf dem Boden wand - als "Simulant" tituliert worden.
Die Fußballschuhe hat Keane vor vielen Jahren an den Nagel gehängt, dafür teilt der 52-Jährige mittlerweile als TV-Experte für "Sky" verbal aus - zuletzt traf es wieder einen Haaland - Alf Inges Sohn Erling.

Keane über Haaland: "armselig"

"Das Niveau seines Spiels ist so armselig. Nicht nur heute", polterte Keane: "Vor dem Tor ist er der Beste der Welt, aber sein allgemeines Spiel ist für solch einen Spieler armselig. Er muss sich da steigern. Er ist fast wie ein Spieler aus der League Two (englische vierte Liga, d. Red.). So sehe ich ihn."
Haaland sei laut Keane ein "fantastischer Stürmer", müsse aber weiter hart an sich arbeiten, ließ der Ex-United-Kapitän schließlich doch noch versöhnlichere Töne anklingen. Anlass für die scharfen Worte war Haalands Auftritt im Spitzenspiel zwischen Manchester City und dem FC Arsenal.
Beim 0:0 war die skandinavische Naturgewalt bei den beiden Gunners-Verteidigern William Saliba und Gabriel über weite Strecken abgemeldet. Am Ende stand eine ernüchternde Bilanz von 23 Ballaktionen und null Schüssen aufs Tor zu Buche.

Neville stichelt ebenfalls gegen Haaland

Neben Keane fällte auch dessen ehemaliger Red-Devils-Kollege Gary Neville ein hartes Urteil über Haalands Darbietung. "Es sah aus, als habe er noch nie Fußball gespielt", so Neville bei "Sky". Tatsächlich beschränkte sich die Leistung des früheren Dortmunders nicht auf das Duell mit Arsenal. Der sonst so verlässliche Torjäger hat - für seine Verhältnisse - schon länger mit Ladehemmungen zu kämpfen.
picture

Erling Haaland war bei William Saliba in besten Händen

Fotocredit: Getty Images

In den jüngsten fünf Pflichtspielen mit den Cityzens und der norwegischen Nationalmannschaft blieb der "Außerirdische" stets ohne eigenen Treffer, in den vergangenen vier Premier-League-Begegnungen steuerte er nur ein Tor bei.
Die Haaland'sche Formdelle im Saisonendspurt kommt zur Unzeit. ManCity tanzt noch auf drei Hochzeiten, hat sowohl in der englischen Meisterschaft (Platz drei, drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Liverpool), als auch im FA Cup (Halbfinale) und in der Champions League (Viertelfinale) die Chance, das Triple aus der Vorsaison zu wiederholen. Damit das Kunststück gelingt, sind die Skyblues auf ihren Knipser angewiesen. In der vergangenen Saison trug Haaland mit 52 Toren in 53 Pflichtspielen erheblich zum historischen Erfolg bei.

Haaland: Verletzung als Hemmschuh?

Auch in dieser Spielzeit steht er nach 35 Partien bei 29 Treffern. Das ist freilich alles andere als "armselig". Zur Wahrheit gehört aber auch: Seit seiner Verletzung (Stressreaktion des Knöchels), die ihn zwischen Anfang Dezember und Mitte Januar außer Gefecht setzte, ist es mit der Haaland-Herrlichkeit weitestgehend vorbei.
"Ich denke nicht, dass Erling Haaland noch der Alte ist", analysierte der einstige Chelsea- und Arsenal-Profi William Gallas schon vor Wochen bei "Genting Casino": "Sein Spiel, seine Läufe, sein Wille - es ist nicht mehr dasselbe wie bei dem Haaland, der in der vergangenen Saison bei City alles zerschossen hat." Vor allem die "Körperlichkeit" habe laut Gallas abgenommen. "Letzte Saison war er wie ein Tier. Die Verteidiger hatten Angst vor seiner Physis", erklärte der Franzose und blieb damit deutlich sachlicher als die beiden Haudegen Keane und Neville.
Dass Haaland seinen Konkurrenten dieser Tage nicht zwingend das Fürchten lehrt, resultiert Gallas zufolge noch immer aus besagter Verletzung: "Er war längere Zeit draußen und hat danach fast in jedem Spiel gespielt. Es ist normal, dass die Energie nach einer gewissen Verletzungszeit nachlässt. Es sieht so aus, als könnte er momentan eine Pause gut gebrauchen."
Eine Pause kann sich der 23-Jährige derzeit aber keineswegs erlauben - eine weiter anhaltende Torflaute aber eben auch nicht.
picture

Arteta stolz: "Haben sehr gut dagegengehalten"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung