Manchester United - "Rebell" Marcus Rashford will nach Ausbootung weg: Bei den Red Devils hängt der Haussegen schief
VonThomas Gaber
Update 19/12/2024 um 16:55 GMT+1 Uhr
Eine Kaderausbootung und ihre Folgen: Weil er im Derby gegen Manchester City (2:1) nicht berücksichtigt wurde, denkt Marcus Rashford an Abschied von Manchester United. In einem aufseheneregenden Interview erklärte das Urgestein der Red Devils, "bereit für eine neue Herausforderung" zu sein. Trainer Ruben Amorim versucht, die Wogen zu glätten, verteilt aber auch eine Spitze Richtung Rashford.
"Sind besser mit Marcus": Amorim spricht nach Gerüchten über Rashford
Quelle: Perform
Beim Blick auf die Aufstellung machten die englischen Reporter große Augen: Manchester United startet im Derby gegen Manchester City (2:1) ohne Alejandro Garnacho und Marcus Rashford. Beide Offensivspieler standen nicht mal im Kader der Red Devils.
Vor allem im Fall von Rashford eine durchaus überraschende Maßnahme von Trainer Ruben Amorim. In den ersten beiden Premier-League-Spielen erzielte er unter dem neuen Coach drei Tore. Doch anschließend wurde der 27-Jährige, der seit 2016 zum Profikader seines Ausbildungsvereins gehört, schrittweise zurückgestuft.
Zweimal kam er als Joker zum Einsatz, saß einmal 90 Minuten auf der Bank und durfte ausgerechnet gegen City gar nicht mitmachen. Rashford nahm die Kaderausbootung persönlich.
"Es ist entmutigend, von einem Derby ausgeschlossen zu werden", sagte der Angreifer in einem Interview mit dem englischen Journalisten Henry Winter. "Es ist enttäuschend, aber ich bin auch jemand, der mit zunehmendem Alter mit Rückschlägen umgehen kann. Was werde ich dagegen tun? Da sitzen und darüber weinen?"
Die Antwort lieferte Rashford gleich selbst: "Ich bin bereit für eine neue Herausforderung und die nächsten Schritte."
Rashford-Interview sorgt für Aufsehen
Auf der Insel schlug das Interview hohe Wellen. "Rashford bricht mit United", titelte die "Daily Mail" - und das Urgestein der Red Devils meint es offenbar ernst.
"Wenn ich weiß, dass eine Situation bereits schlecht ist, werde ich sie nicht noch schlimmer machen. Ich habe gesehen, wie andere Spieler in der Vergangenheit gegangen sind, und ich möchte nicht diese Person sein. Wenn ich gehe, werde ich eine Erklärung abgeben, und sie wird von mir kommen", sagte Rashford und versicherte, dass es dann "keine negativen Kommentare von mir über Manchester United und kein böses Blut geben wird".
Für Amorim kommt die Debatte um Rashford zur Unzeit. Seine Mannschaft hatte sich im Derby nach zuletzt zwei Niederlagen freigeschwommen und das Spiel mit zwei Toren in der Schlussphase gedreht.
Amorim mit Spitze in Richtung Rashford
Dementsprechend war der Portugiese bemüht, die Wogen zu glätten.
"Dieser Klub braucht große Talente und Marcus ist ein großes Talent. Deshalb muss er einfach auf dem höchsten Level performen und darauf liegt mein Fokus. Ich will Marcus nur helfen", sagte der Coach und schob nach: "Mit Marcus Rashford sind wir besser, so einfach ist das. Wir werden verschiedene Dinge ausprobieren, um ihm dabei zu helfen, zurück zu dem Level zu finden, dass er in der Vergangenheit schon gezeigt hat."
Eine verbale Spitze Richtung Rashford konnte sich Amorim jedoch nicht verkneifen. "Wenn es um mich ginge, würde ich wahrscheinlich erst mit dem Manager als mit der Presse sprechen", sagte er und gab zu, dass ihn die Angelegenheit "emotional" berühre.
Rashford überall gefragt
Warum Rashford zuletzt keine Rolle bei United spielte, erschließt sich dem Stürmer nicht: "Ich habe alle Eigenschaften, um Mittelstürmer, Flügelstürmer oder Zehner zu spielen. Die größte Fähigkeit ist Anpassungsfähigkeit. Die Leute sehen es vielleicht nicht, aber irgendwann werden sie sehen, dass ich unter allen Trainern in vielen verschiedenen Positionen gespielt habe."
In der laufenden Saison wurde Rashford bereits auf beiden Flügeln, als hängende Spitze und als Neuer eingesetzt. In 426 Pflichtspielen erzielte der Offensivallrounder 138 Tore und bereitete 63 Treffer vor.
Möglicherweise werden aber nicht mehr allzu viele dazukommen. Am 1. Januar öffnet das Winter-Transferfenster und auf Bank- oder Tribünenplätze hat Rashford wahrlich keine Lust.
Rashford: Scheitert ein Wechsel am Gehalt?
"Ich bin auf halbem Weg durch meine Karriere und erwarte nicht, dass mein Höhepunkt schon vorbei ist. Das Beste kommt noch - 100 Prozent. Aber dafür muss ich regelmäßig spielen und habe das auch drauf", sagte er.
Bei einem möglichen Vereinswechsel müsste Rashford aber wohl finanzielle Abstriche machen. Mit einem Wochengehalt von knapp 400.000 Euro gehört er zu den Spitzenverdienern der Premier League.
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"Kein Interesse": Postecoglou erstickt Rashford-Gerüchte im Keim
Quelle: Perform
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