Drei Dinge, die bei Manchester Citys klarem Sieg gegen FC Liverpool auffielen: Pep Guardiola erfindet sich nach 1000 Spielen neu

In seinem 1000. Spiel als Trainer konnte Pep Guardiola einen dominanten 3:0-Sieg von Manchester City gegen den FC Liverpool beobachten. Seine Cityzens rissen das Spiel schon in der Anfangsphase an sich. Die Reds hingegen verloren nach einer passiven Leistung das fünfte der letzten sechs Ligaspiele. Florian Wirtz blieb bei den Gästen erneut blass, während Jeremy Doku einen Sahnetag erwischte.

1000 Spiele als Trainer: Guardiola erreicht Meilenstein

Quelle: Perform

Einziger Schönheitsfehler in der Partie war aus Sicht von Manchester der vergebene Strafstoß von Erling Haaland. Den Elfmeter hatte zuvor der überragende Doku herausgeholt. Haaland machte es kurz darauf besser und besorgte per Kopf die verdiente Führung der Skyblues (29.).
Von Liverpool kam auch in der Folge sehr wenig - auch Florian Wirtz konnte diesem Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken. Kurz freuten sich die Reds nach einer Ecke über den Ausgleich von Virgil van Dijk (38.), dieser wurde durch eine Abseitsstellung von Andrew Robertson aber wieder kassiert.
Gegen die passive Liverpool-Defensive erhöhte Nico Gonzalez kurz vor der Pause (45.+3), bevor Doku seiner Gala mit einem sehenswerten Treffer die fällige Krone aufsetzte. Manchester City ist damit mit vier Punkten Rückstand erster Verfolger vom FC Arsenal, die Gäste rutschen auf Platz acht ab.
Für Guardiola war es ein gelungenes Jubiläum, der sich nach 1000 Spielen noch immer neu erfindet - und in der Lage ist, immer wieder einen neuen Superstar aus dem Hut zu zaubern.
Drei Dinge, die bei Manchester City gegen FC Liverpool auffielen:

1. Doku überrennt passive Reds-Defensive

Auffällig war an diesem Gipfeltreffen in der Premier League vor alle die linke Angriffsseite von City. Dort war an diesem Sonntagabend das Reich von Jeremy Doku. Der 23-Jährige machte mit der Reds-Defensive - insbesondere mit Connor Bradley - was immer er gerade wollte.
Die Verwirrung in Liverpool wurde vor dem Elfmeter offenkundig: Ibrahima Konaté schoss Bradley an, Doku spritzte dazwischen und wurde schließlich von Keeper Giorgi Mamardashvili touchiert. Der Elfmeterpfiff nach VAR-Überprüfung war schmeichelhaft, der Drehwurm, den Doku Bradley ein ums andere Mal anhängte, sehr real.
Erst in der 83. Minute wurde Bradley von Arne Slot erlöst und durch Joe Gomez ersetzt - da war Doku aber schon gar nicht auf dem Platz. Der Spieler des Spiels konnte sich die Standing Ovations im Etihad Stadium zurecht abholen.
"Denkt ihr, dass ich ihm beigebracht habe zu dribbeln?", fragte Guardiola nach dem Spiel am "Sky"-Mikrofon. "Das ist einfach pures Talent." Sieben seiner acht Dribblings schloss Doku erfolgreich ab, holte den Elfmeter raus, gab drei Schüsse ab - keiner schöner als sein Treffer zum entscheidenden 3:0 und war ein stetiger Unruheherd, der auf die Liverpooler Verteidigung zukam.
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Jeremy Doku war der Mann des Spiels gegen den FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Diese Verteidigungsreihe stand in diesem Spiel sinnbildlich für die aktuelle Reds-Krise. Weder die Viererkette, noch das Mittelfeld fand einen Zugriff gegen die City-Angriffsreihen. Vor dem 1:0 konnte Matheus Nunes auf der rechten Seite völlig unbehelligt flanken, auch bedingt durch ein Kommunikationsproblem zwischen Wirtz und Andrew Robertson. Auch beim 2:0 durch Gonzalez gab es keinen Druck für den Schützen. In der ersten Halbzeit ließen sich die Gäste komplett überrennen.

2. Guardiola hat nach 1000 Spielen zum Pragmatismus gefunden

Mit der komfortablen 2:0-Führung im Rücken ließen es die Skyblues etwas ruhiger angehen. Liverpool bemühte sich seinerseits um Offensive, aber das genaue Spiegelbild zur linken Angriffsseite von City - die rechte Angriffsseite der Reds mit Mo Salah - war fast vollkommen abgemeldet.
Salah hatte die beste Chance der Liverpooler in der zweiten Halbzeit, als er den Ball an Gianluigi Donnarumma und dem Tor vorbeichippte, aber Gegenspieler Nico O'Reilly hatte den ägyptischen Superstar sehr gut im Griff.
Der 20-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs kam als zentraler Mittelfeldspieler zu den Profis. Seine sehr erfolgreiche Umschulung zum Linksverteidiger zeigt die neue Flexibilität und die Fähigkeit Guardiolas, neue und sogar bessere Einsatzgebiete für seine Spieler zu finden.
Nannte der Trainer den Gegenspieler Bradley im Interview nach dem Spiel noch "einen der besten Rechtsverteidiger der Welt" - in diesem Spiel war O'Reilly der beste Außenverteidiger. Das Zusammenspiel mit Doku funktionierte exzellent, der Youngster ließ defensiv wenig anbrennen und war auch im Spiel nach vorne präsent.
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Kein Vorbeikommen für Mo Salah: Youngster Nico O'Reilly hatte den Superstar im Griff

Fotocredit: Getty Images

Am Ende hatte Liverpool mehr Ballbesitz als City, die früh in den Verwaltungsmodus schalteten. Das hätte es unter Guardiola noch vor wenigen Jahren nicht gegeben. Aber nach 1000 Spielen als Cheftrainer hat der Katalane zu einem neuen Pragmatismus gefunden. Er ist in der Lage mit dem - ohne Frage enorm teuren und talentierten - Kader zu spielen, auf die Stärken und individuelle Klasse seiner Spieler einzugehen und diese Spieler einfach machen zu lassen.
Manchester City hat vier Spiele in Serie gewonnen und spielt vertikal nach vorne, Doku und die anderen offensiven Kräfte wie Matheus Nunes und Phil Foden, suchen das Eins-gegen-Eins und den frühen Abschluss. Zwei Tore fielen nach Schüssen außerhalb des Strafraums. Guardiola hat verstanden, dass er den Spielern nicht beibringen muss, wie sie zu dribbeln haben. Und diese Cityzens sind in England und Europa nach einem schwächeren Jahr wieder extrem gefährlich.

3. Wirtz bemüht sich - aber fremdelt noch immer

Extrem gefährlich wollte auch Florian Wirtz sein. Arne Slot gab dem 150-Millionen-Neuzugang wieder die Gelegenheit, sich in der Startelf zu zeigen. Nach einem starken Champions-League-Spiel gegen Real Madrid blieb der deutsche Nationalspieler aber wieder einmal in der Premier League blass.
Seine besten offensiven Aktionen waren zwei gezogene Fouls, die Gelbe Karten für Nico Gonzalez und Bernardo Silva zur Folge hatten. Ansonsten nahm man den 22-Jährigen weder auf dem Feld noch auf dem Statistik-Bogen nennenswert wahr.
Es gab kaum Pressing-Situationen der Reds, Wirtz war - wie die meisten seiner Teamkollegen - passiv im Spiel gegen den Ball. Er war auch beteiligt an der Entstehung des 0:1 bei der Flanke von Nunes, als er ebensowenig wie Robertson eingriff und die Aktion zu verhindern versuchte.
Nach elf Spieltagen wartet Wirtz in der Liga noch immer auf seine erste Torbeteiligung. "Es ist schon anders", sagte der Ex-Leverkusener über die Premier League. "Aber ich hatte jetzt elf Spiele hier und jetzt weiß ich, was auf mich zukommt."
Nach der Länderspielpause hat er wieder die Gelegenheit, seine Erfahrungen aus seinen ersten drei Monaten in Liverpool in Resultate umzusetzen. Die Reds - nun mit acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal - können seine Genialität gebrauchen.
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Quelle: Perform


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