FC Liverpool wankt in die Wochen der Wahrheit: Späte Aussetzer kosten Reds viele Punkte - Arne Slot nur ratlos
Publiziert 04/03/2026 um 23:52 GMT+1 Uhr
Der FC Liverpool kassiert bei den Wolverhampton Wanderers eine blamable 1:2-Niederlage. Der späte Nackenschlag gegen das Tabellenschlusslicht der Premier League war jedoch kein einmaliger Ausrutscher, sondern steht vielmehr als Symbolbild einer alarmierenden Realität. Bei den Reds hat sich nämlich der Schlendrian eingeschlichen - und das direkt vor Wochen der Wahrheit.
Slot enttäuscht von Liverpool-Saison: "Mehr von uns erwartet"
Quelle: Perform
Ein Schuss von der Strafraumkante durch André Trindade, abgefälscht vom rechten Schienbein von Joseph Gomez - und Alisson schaut nur noch hinterher. Was sich am Dienstagabend im Molineux Stadium zu Wolverhampton abgespielt hat, fällt mittlerweile nicht mehr in die Kategorie "Schock".
Das späte 1:2 (90.+4) besiegelte die Liverpool-Niederlage beim Tabellenschlusslicht und fügte sich nahtlos in eine Reihe an tiefroten Aussetzern ein.
Zum fünften Mal in dieser Saison resultierte ein Gegentor ab der 90. Minute in einer Niederlage - so etwas gab es in der Geschichte der Premier League noch nie.
Ausgerechnet in den Wochen der Wahrheit ist der späte Schlendrian bei den Reds besonders hartnäckig.
Liverpool: Eine alarmierende Realität
"Das haben wir uns selbst zuzuschreiben", ordnete Abwehrchef Virgil van Dijk den späten Einbruch ein. "Wir waren langsam, berechenbar, nachlässig im Ballbesitz und haben die falschen Entscheidungen getroffen."
Große Chancen hätte Liverpool zwar nicht zugelassen, "aber wenn man so auftritt, kann ein solches Ergebnis nur die Folge davon sein."
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Virgil van Dijk und Andrew Robertson haben eine bittere Niederlage kassiert
Fotocredit: Getty Images
Vor dem Nackenschlag bei Wolverhampton, mit dem es am Freitagabend im Achtelfinale des FA Cups übrigens ein Wiedersehen gibt (21:00 Uhr), feierte Liverpool vier Pflichtspielsiege in Folge. Das Rennen um die Top 4 schien allmählich zugunsten der Reds zu verlaufen.
Seit Dienstag lautet die alarmierende Realität jedoch: Allein ab der 90. Minute verspielte der englische Meister in der laufenden Saison neun Punkte. Zähler, die ein amtierender Meister und Titelfavorit normalerweise im Schlaf eintüten müsste - und mit denen Liverpool sogar im Meisterschaftsrennen ein Wörtchen mitreden würde.
So beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal jedoch 16 Punkte. Und als Tabellenfünfter muss der LFC sogar um die Qualifikation für die Champions League bangen.
Slot: "Immer dieselbe Geschichte"
"Es ist immer dieselbe Geschichte", gab sich Slot auf der anschließenden Pressekonferenz konsterniert. "Wir schießen ein Tor und sie schießen zwei - und dann tatsächlich noch eines in der Nachspielzeit. Das fasst unsere Saison auch in diesem Spiel wieder zusammen."
Wie so oft in den zurückliegenden Monaten konnte Liverpool auf einen höheren Ballbesitz und mehr Chancen bauen, "aber aus dem laufenden Spiel heraus haben wir Probleme zu treffen. In letzter Zeit haben wir viele Tore nach Standards erzielt", merkte Slot an.
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Arne Slot zeigt sich angesichts der späten Nackenschläge ratlos
Fotocredit: Getty Images
Als Beispiel mag man hier den 1:0-Sieg über Sunderland oder auch den 5:2-Triumph über West Ham United anführen, bei letzterem fielen die ersten drei Treffer allesamt nach einer Ecke. Eine Qualität für die einen, ein klarer Schwachpunkt für die anderen - vor allem, wenn man die Vorgeschichte miteinbezieht.
Die Transferausgaben von knapp 500 Millionen Euro im vergangenen Sommer lasten nach wie vor schwer auf Slot und den Klubverantwortlichen. Eigentlich waren die Titelverteidigung in der Premier League sowie der Angriff auf den Henkelpott in der Champions League fest eingeplant. Nichts steht diesen Zielen jedoch mehr im Weg als der späte Schlendrian.
"Meine Erwartungen haben sich im Laufe der Saison verändert, weil ich mehr von uns erwartet habe", meinte ein ernüchterter Slot.
Liverpool kann auch Last Minute
Immerhin: Nur allzu oft in der Saison war das Glück auch auf der Seite von Liverpool. Zehn Tore erzielten die Reds ab der 85. Minute, die ersten drei von vier Saisonsiegen wurden auf eine solche dramatische Weise unter Dach und Fach gebracht.
Den Ansprüchen des sechsmaligen Champions-League-Siegers kann ein solches Roulette aber nicht gerecht werden. "Dass es in der Nachspielzeit passiert, ist vielleicht Zufall, obwohl es so oft vorgekommen ist", zeigte sich Slot ratlos.
Es gibt ein altes Sprichwort: "If you can't win it, don't lose it." Genau dieses Mantra scheint zurzeit in der Liverpool-DNA nicht vorhanden zu sein.
Individuelle Fehler, halbherzige Läufe und schlampige Klärungsversuche - eine Verkettung vermeidbarer Ereignisse führte letztlich zum späten Kollaps in Wolverhampton. Die restlichen Niederlagen offenbarten ein ähnliches Muster und bereiten mit Blick in die nahe Zukunft Sorgen. Die Wochen der Wahrheit sind nämlich längst eingeläutet.
Auf das Achtelfinale im FA Cup am Freitag folgt kommenden Dienstag das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Galatasaray Istanbul (18:45 Uhr im Liveticker). Anschließend stehen noch neun Duelle in der Premier League an - unter anderem gegen Everton, Crystal Palace, Manchester United, Chelsea und Aston Villa.
Liverpool muss schnellstmöglich ein Mittel gegen seine Anfälligkeit in der Schlussphase finden. Sonst schwindet neben weiteren Titelchancen auch das bislang noch vorhandene Vertrauen in Slot allmählich.
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Quelle: Perform
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