Igor Thiago vom FC Brentford zweitbester Torschütze der Premier League: Das macht den Brasilianer so gefährlich
VonNiklas Bien
Publiziert 12/05/2026 um 10:50 GMT+2 Uhr
Igor Thiago ist mit 22 Treffern zweitbester Torjäger der Premier League. Dabei flog der Brasilianer vom FC Brentford bis zum vergangenen Sommer unter dem Radar. Mit 24 Jahren ist der frisch gebackene Nationalspieler beinahe sowas wie ein Spätstarter. Seit Thiago vom Verletzungspech verschont bleibt, zeigt der bullige Stürmer, welche Qualitäten er hat. Im Sommer könnte der nächste Schritt folgen.
Igro Thiago (r.) jagt Erling Haaland in der Torschützenliste der Premier League
Fotocredit: Getty Images
Die Torschützenliste der Premier League bringt auf den ersten Blick keine großen Überraschungen zutage. Für den Tipp, dass Erling Haaland mit 26 Toren der erfolgreichste Knipser der Eliteliga sein würde, haben die Buchmacher vor der Saison keine besonders hohe Quote versprochen.
Direkt hinter dem Norweger sieht das mit dem fehlenden Überraschungseffekt aber schon anders aus. Mit Igor Thiago folgt auf Haaland ein Spieler, der vor zwei Jahren noch beim belgischen Club Brügge unter Vertrag stand. Mit 22 Treffern hat sich der Angreifer vom FC Brentford in einen erlesenen Kreis der Premier League und in das Notizbuch beinahe aller europäischen Topklubs geschossen.
Thiago, der bis Sommer 2023 eineinhalb Jahre beim bulgarischen Topteam Ludogorets Razgrad spielte, ist die Lebensversicherung des Tabellenachten und hat nebenbei eine Schallmauer durchbrochen: Als erster Spieler aus Brasilien hat der 24-Jährige die Marke von 20 Saisontoren in der Premier League geknackt.
Den bisherigen Rekord seiner Landsmänner hat er dabei regelrecht pulverisiert: Matheus Cunha, Gabriel Martinelli und Roberto Firmino kamen jeweils auf 15 Treffer.
Das macht Thiago so stark
Der 1,91-Meter-Mann ist ein klassischer Mittelstürmer. Heißt: Thiago weiß seine Wucht einzusetzen, kann mit beiden Füßen und mit dem Kopf abschließen und ist extrem kaltschnäuzig vor dem Tor.
Diese Sicherheit im Abschluss lässt sich auch in Zahlen ablesen. Den Wert von 20,4 erwarteten Toren hat der Brasilianer mit 22 tatsächlich erzielten Treffern übertroffen. Seine Tore erzielte er allesamt im Strafraum - Thiago ist im Konzept von Trainer Keith Andrews der klare Zielspieler.
In aller Regel lässt der irische Cheftrainer seine Mannschaft im 4-2-3-1-System auflaufen. Aus einer kompakten Defensive geht es immer wieder überfallartig nach vorne. Entweder über die offensive Mittelfeldreihe aus Kevin Schade, Mikkel Damsgaard und Dango Ouattara als Zwischenstation oder aber direkt mit dem hohen Ball über die gegnerische Abwehrkette.
Dass der bullige Brasilianer diese Bälle erlaufen und festmachen kann, ist eine seiner zentralen Qualitäten.
Ist Thiago einer für den FC Bayern?
Dabei ist der 24-Jährige nicht nur wegen seiner Tore wichtig. Kaum ein anderer Mittelstürmer arbeitet defensiv so viel wie Thiago. Über 200 Defensivaktionen sind für einen Angreifer ein absoluter Topwert.
Zur Wahrheit seiner starken Torausbeute gehört indes, dass Thiago acht seiner 22 Saisontore per Elfmeter erzielt hat. Mit einer Quote von acht Treffern bei neun Versuchen liegt der Angreifer aber auch hier im Spitzenbereich.
Trotz seiner Schwächen im Kombinationsspiel hat Thiago ein Skillset, das für viele der europäischen Giganten interessant ist - dem Portal "Teamtalk" zufolge auch für den FC Bayern.
Der deutsche Rekordmeister soll sich umfassend über den Senkrechtstarter informiert haben, würde im Rennen um Thiago, so berichten es verschiedene Medien, aber unter anderem mit dem FC Chelsea, Manchester City und Juventus Turin in Konkurrenz treten.
Der FC Brentford schafft es schon wieder
Brentford droht entsprechend der nächste hochkarätige Abgang. Im vergangenen Sommer wechselte Flügelspieler Bryan Mbeumo für 75 Millionen Euro zu Manchester United.
Mit 20 Toren und acht Vorlagen hatte sich der Kameruner für die Red Devils empfohlen. Thiago unterscheidet sich vom Spielstil her enorm von Mbeumo, könnte im Sommer aber einen ähnlichen Weg gehen.
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Bryan Mbeumo schießt Manchester United zum Sieg im Derby
Fotocredit: Getty Images
Während Mbeumo glänzte, schaute Thiago in der vergangenen Spielzeit wegen einer Meniskus- und einer Knieverletzung einen Großteil der Saison nur zu.
"Aber ich habe viel in diesem Prozess gelernt. Ich habe gelernt, meine Familie mehr wertzuschätzen und das Leben anders zu sehen. Ich begann, den Fußball mehr zu genießen, das Gefühl, auf dem Platz zu stehen", sagte Thiago im Gespräch mit der brasilianischen Version des Portals "transfermarkt".
Wird Thiago der nächste Mbeumo?
Umso mehr schätze er nun, sich auf diese Art und Weise in der Premier League zeigen zu dürfen. "Gott hat mir diesen Moment ermöglicht und mir das Privileg gegeben, etwas zu erleben, das ich in meiner Karriere noch nie erlebt hatte", so der Brasilianer.
Aktuell beläuft sich der Marktwert des 24-Jährigen, der im März gegen Frankreich sein Länderspieldebüt gab und im zweiten Einsatz für Brasilien beim 3:1-Sieg gegen Kroatien gleich traf, laut "transfermarkt.de" auf 50 Millionen Euro.
Erst im Februar hat Brentford den Vertrag mit seinem Topstürmer bis 2031 verlängert - gut möglich, dass es für die "Bees" im Sommer wieder einen Geldregen der Marke Mbeumo gibt.
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Flick emotional nach Todesfall und Meistertitel: "Barça wie eine Familie"
Quelle: Perform
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