Manchester United bläst mit 225-Millionen-Euro-Offensive zum Angriff: Die letzte Chance für die Red Devils
VonThomas Gaber
Update 12/08/2025 um 16:04 GMT+2 Uhr
In der vergangenen Saison stürzte Manchester United ins Bodenlose. Platz 15 in der Premier League war der Tiefpunkt einer Talfahrt, die mit wenigen Ausschlägen nach oben seit der letzten Meisterschaft 2013 andauert. Mit einer aberwitzigen Transferoffensive für den Angriff soll das Blatt endlich gewendet werden. Doch es bestehen berechtigte Zweifel.
Manchester United 2025/26: Mit Amorim zurück nach oben?
Quelle: Perform
Er kommt, er kommt nicht, er kommt, er kommt nicht - das Gänseblümchenspiel um Benjamin Sesko ist beendet. Manchester United schnappte Newcastle United im Kampf um den Leipzig-Stürmer die letzte weiße Blüte weg.
76 Millionen Euro ließen sich die Red Devils die Dienste des Slowaken kosten. Mit einem teuer finanzierten runderneuerten Angriff versucht ManUnited der Tristesse zu entfliehen.
"Wir sind gegenüber unseren Fans, den Sponsoren und jedem Mitarbeiter dieses großartigen Klubs dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Manchester United wieder positive Schlagzeilen schreibt", sagte Trainer Runen Amorim.
Gelingt der Turnaround oder versauert United im Mittelmaß? Das Gebilde scheint nicht besonders stabil.
Manchester United: Das ist neu
Im Angriff fast alles. Neben den 76 Millionen Euro für Sesko verpflichtete United für die jeweils fast gleiche Summe Bryan Mbeumo (26/75 Mio. Euro) von Ligakonkurrent Brentford für den rechten Flügel und Matheus Cunha (26/74 Mio.) von den Wolverhampton Wanderers als Mann für die hängende Spitze.
Dafür verließ Marcus Rashford den Klub auf Leihbasis Richtung Barcelona, zwei weitere Offensivspieler sollen noch gehen: 78-Millionen-Euro-Flop Rasmus Höjlund (22 Jahre/26 Tore in 95 Pflichtspielen) und Eigengewächs Alejandro Garnacho (21).
Uniteds Transfereinnahmen in diesem Sommer belaufen sich bislang auf exakt null Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 229 Millionen Euro.
Manchester United: Die neue Hoffnung
Tja. Sesko? Mbeumo? Cunha? Alle drei zusammen als neues Dreigestirn der United-Offensive?
Die Zahlen des 225-Millionen-Euro-Pakets sind ordentlich. Mbeumo schoss Brentford mit 28 Scorerpunkten in der letzten Saison auf einen beachtlichen zehnten Platz. Ex-Leipzig- und Hertha-Star Cunha brachte es in 33 Ligaspielen für Wolverhampton auf immerhin auf 15 Treffer und sechs Torvorlagen. Sesko genügten 27 Tore in 64 Bundesligaspielen für RB Leipzig, um einen "Transferkrieg" ("Daily Mail") zwischen Manchester und Newcastle zu entfachen.
Ob das ausreicht, Manchester United von der ewigen Tristesse zu befreien, ist allerdings fraglich. In den vergangenen zehn Jahren wurden sehr viel Geld für frisches Personal verbrannt. Gefühlt wurde jeder Neuzugang bei United automatisch zwei Klassen schlechter.
Die Hoffnung der Anhänger besteht eher darin, dass ihre Red Devils endlich mal wieder eine Saison spielen, die der Kaderqualität entspricht. Eine Saison ohne Peinlichkeiten und Negativrekorden. Eine Saison, in der die großen Rivalen geärgert werden und im Idealfall irgendein Titel rausspringt.
Manchester United: Das Fragezeichen
Wer steht im Tor? Etatmäßige Nummer eins ist André Onana, obwohl Genie und Wahnsinn sich beim Kameruner die Waage halten. Der 25-Jährige war Verkaufskandidat, doch United scheiterte daran, einen adäquaten Ersatz zu besorgen.
Die Saisonvorbereitung verpasste Onana nahezu komplett wegen einer Oberschenkelverletzung. Aktuell schuftet er für sein Comeback. Die Zeit bis zum Saisonauftakt kommenden Sonntag gegen den FC Arsenal (17:30 Uhr im Liveticker) wird eng.
Onanas Vertreter heißt Altay Bayindir, 27-jähriger Türke mit der Erfahrung von vier Premier-League-Spielen. Der Ligastart ist für United eminent wichtig, gerade gegen ein Topteam wie die Gunners. "Vergeigt United den Auftakt, besteht die Gefahr, dass die ganze Scheiße wieder von vorne losgeht", unkte United-Legende Gary Neville bereits.
Für Trainer Ruben Amorim stellt sich die Frage: Lieber auf einen (unfitten) Onana oder einen unerfahrenen Bayindir vertrauen? Oder man nimmt weitere Millionen in die Hand - und holt beispielsweise den bei Paris Saint-Germain in Ungnade gefallenen Gianluigi Donnarumma.
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Streckt sich fürs Comeback: Torhüter André Onana
Fotocredit: Getty Images
Manchester United: Hier ist noch Bedarf
212 (!) Gegentore kassierten die Roten Teufel in den letzten vier Premier-League-Spielzeiten, macht 53 im Schnitt. Ob Ole Gunnar Solskjaer, Ralf Rangnick, Erik ten Hag oder Ruben Amorim - keinem Trainer gelang es, die Defensive in den Griff zu bekommen.
Dennoch wurde in diesem Transfersommer kein Wert auf die Abwehr gelegt. In Uniteds Kader tummeln sich 13 Rechts-, Innen- und Linksverteidiger - internationales Format haben die wenigsten. Selbst der hoch gehandelte Bayern-Import Matthijs de Ligt fiel bislang durch.
Victor Lindelöf hat den Verein nach acht Jahren verlassen, einziger Neuzugang für die Abwehr ist der erst 18 Jahre alte paraguayische Linksverteidiger Diego León (für vier Millionen von Cerro Porteño). Sollte United nach der Transferattacke im Angriff noch ein paar Pfund übrig haben, sollte diese sinnvoll für die Verstärkung der Defensive investiert werden.
Manchester United: Das kommt auf Ruben Amorim zu
Als Meistertrainer von Sporting Lissabon war der 40-jährige Portugiese Uniteds großer Hoffnungsträger nach der Amtsübernahme von ten Hag im November 2024.
Doch unter Amorim entwickelte sich die Mannschaft keinen Deut weiter. Es wurde sogar noch schlimmer: Amorim ist mit einem Punkteschnitt von 1,4 pro Spiel der schlechteste Trainer der Red Devils der Vereinsgeschichte.
Ausreden fand Amorim nie, vielmehr entschuldigte er bei den Fans für die schlechten Leistungen und legte den Finger auch öffentlich immer wieder in die Wunde.
Nun hat der Coach den Kader nach seinen Vorstellungen verstärkt und die erste komplette Vorbereitung hinter sich. Damit steigt automatisch der Druck. Amorim ist zum Erfolg verdammt - nach all den Jahren des Niedergangs.
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