Manchester United sendet bei Niederlage gegen FC Arsenal ein Lebenszeichen: Pleite als Wendepunkt bei Red Devils?

Manchester United verliert seinen Premier-League-Auftakt gegen den FC Arsenal mit 0:1 (0:1), dominiert das Spiel aber völlig unerwartet über weite Strecken. Dabei überzeugen vor allem die Neuzugänge Bryan Mbeumo und Matheus Cunha. Die Leistung wirkt wie ein Wendepunkt des langen Abstiegs der Red Devils. Von einem Aufatmen ist beim Team von Trainer Rúben Amorim aber noch nichts zu spüren.

Arsenal-Coach Arteta nach Sieg gegen United: "Zwei sehr wichtige Dinge"

Quelle: Perform

Es gibt wahrscheinlich nur wenige Zitate, die die Geschichte länger überdauert haben als der Ausspruch von König Pyrrhus I. von Epirus. Der entgegnete 279 v. Chr. seinen Gratulanten nach der gewonnenen Schlacht von Asculum gegen das Römische Reich: "Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!"
Der sprichwörtliche Pyrrhussieg hat sich bis heute als Synonym für einen Erfolg, der mit (zu) hohen Kosten verbunden ist, gehalten und wird auch im Sport mitunter verwendet.
Rúben Amorim, Cheftrainer von Manchester United, hätte im Anschluss an das Duell seiner Mannschaft gegen den FC Arsenal ebenfalls Anleihen bei dem antiken König nehmen können -allerdings nur dahingehend, dass das Ergebnis eines Spiels nicht zwangsläufig auch seinen Verlauf und die Bedeutung der eigenen Leistung widerspiegelt.
Denn was der Elf des Portugiesen bei der 0:1-Pleite im heimischen Old Trafford gegen die Gunners am 1. Spieltag der neuen Premier-League-Saison gelang, war fast schon eine Pyrrhusniederlage.

Skepsis trotz 225-Millionen-Shopping-Tour

Es mag übertrieben klingen, doch die Ausgangssituation bei den Red Devils ist dramatisch: der Abwärtstrend des Klubs seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson 2013 erreichte in der vergangenen Saison mit dem schwächsten Abschneiden seit dem Aufstieg ins englische Oberhaus vor 50 Jahren 1975 seinen bisherigen Tiefpunkt.
picture

United-Teammanager Rúben Amorim im Spiel gegen Arsenal

Fotocredit: Getty Images

Auch der als großes Trainertalent von Sporting Portugal aus Lissabon gekommene Amorim, der im November als Nachfolger des glücklosen Erik ten Hag installiert worden war, konnte die Probleme des Teams nicht kaschieren.
Von Euphorie im Vorfeld der neuen Spielzeit war rund um den Klub trotz eines Investments von 225 Millionen Euro in die Offensive im Sommer daher nur wenig zu spüren.
Die Verpflichtungen von Benjamin Sesko (für 76,5 Millionen Euro von RB Leipzig), Matheus Cunha (für 74,2 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers) und Bryan Mbeumo (für 75 Millionen Euro vom FC Brentford) lösten mehr Skepsis als Vorfreude aus.

United übernimmt Kontrolle

Umso wichtiger war der Auftritt von Amorims Mannschaft beim Premier-League-Auftakt gegen Arsenal. Man musste es dem 40-Jährigen nicht als Schönfärberei auslegen, dass er nach dem Spiel trotz der Niederlage sagte: "Ich fand, dass wir das bessere Team waren."
Der Rekordmeister zeigte gegen den Champions-League-Halbfinalisten ein ganz anderes Gesicht als bei den oftmals lethargisch wirkenden Auftritten in der Vergangenheit.
Nach einer wilden und kampfbetonten Anfangsphase ging Arsenal zwar durch Riccardo Calafiori (12.) in Führung, doch anstatt auseinanderzufallen übernahm United plötzlich die Kontrolle. Dabei überzeugte insbeondere der physische Mbeumo, der überall zu finden war und ein ums andere Mal gefährlich vor dem Tor der Gäste auftauchte.
Ähnlich stark präsentierte sich Cunha, der sich etwa in der 33. Minute mit einer Prise Glück gegen drei Londoner Verteidiger durchsetzte, dann aber alleinstehend vor dem Tor überhastet abschloss und die Chance zum Ausgleich vergab.

Hoffnung für United-Fans

Die Statistiken untermauerten die Überlegenheit der Hausherren. In beinahe jeder Kategorie lagen Mbeumo und Co. vorne. Egal ob xGoals, Ballbesitz, Schüsse, Schüsse auf das Tor oder Zweikampfquote: So gut wie jeder messbare Wert sprach für Manchester.
Die Tatsache, dass Arsenal-Keeper David Raya, der mit sieben Paraden glänzte, als Mann des Spiels ausgezeichnet wurde, unterstrich, dass der dreimalige Champions-League-Sieger vor seinem Heim-Publikum nicht nur auf Augenhöhe mit Arsenal agierte.
Natürlich: United kann sich vom guten Eindruck nichts kaufen, wie der Mannschaft nur allzu bewusst ist. So zeigte sich Mathijs de Ligt nach Abpfiff bei "Sky" durchaus zerknirscht: "Wir haben am Ende nicht gewonnen und das ist das Einzige, was zählt. Deswegen bin ich heute etwas enttäuscht."
Dennoch liefert die Leistung der Red Devils gegen Arsenal endlich wieder Grund zur Hoffnung für die Fans im Theatre of Dreams, schließlich war das spielerische Übergewicht gegen Arsenal in keiner Weise zu erwarten.

United: Bereit für City, Chelsea, Liverpool?

Nun gilt es, darauf aufzubauen. Die nächsten Aufgaben heißen Fulham und Burnley sowie Grimsby Town im League Cup, bevor es innerhalb eines Monats unter anderem gegen den Lokalrivalen Manchester City, den FC Chelsea und den FC Liverpool geht.
Dass United in dieser Phase zwischen Mitte September und Mitte Oktober besonders viele Punkte holt, ist eher unwahrscheinlich, doch ähnliche Auftritte wie gegen Arsenal könnten Amorim beim Blick auf das große Ganze dann doch zu einem Rückgriff auf Pyrrhus verleiten. Eine Wende nach dem Motto: "Noch so eine Niederlage, und wir sind gerettet!"
Das könnte Dich auch interessieren: Nkunku-Transfer zu Bayern droht zu platzen
picture

Hoeneß und Kompany über Woltemade-Poker: "Hat eine gute Antwort gegeben"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung