Tottenham Hotspur verliert zum Premier-League-Auftakt gegen Brentford: Transfer-Offensive im Sommer ohne Wirkung?
Update 24/08/2026 um 15:51 GMT+2 Uhr
Neue Saison, altes Leid bei Tottenham Hotspur: Nachdem sich die Londoner in der Vorsaison erst einen Spieltag vor Schluss in der Liga gehalten haben, waren die Hoffnungen in der Sommerpause groß. Mehr als 250 Millionen Euro hat der Klub in neue Spieler investiert, mehrere sollen noch kommen. Doch die Negativspirale wurde bisher nicht abgewendet. Im Gegenteil: Wohin führt Tottenhams Kurs?
Jan Van Hecke kassierte mit Tottenham Hotspur eine 0:3-Auftaktpleite gegen Brentford
Fotocredit: Getty Images
Dieses Spiel hatte sich Roberto de Zerbi ganz anders vorgestellt. Mit 0:3 war seine Mannschaft am sonnigen Samstagnachmittag im Westlondoner Stadtteil Brentford abserviert worden.
Tottenham Hotspur hatte nicht nur das erste Spiel der neuen Premier-League-Saison verloren, sondern auch Trainer de Zerbi direkt in Erklärungsnot gebracht.
"Wir haben nicht richtig gekämpft. Auch physisch hatten wir Probleme", versuchte er nach der Partie am "Sky"-Mikrofon zu erklären. "Wir hatten viele Neuzugänge in der Startelf, die noch Zeit brauchen, um richtig anzukommen."
Die Spurs haben einen riesigen Umbruch hinter sich: Mehr als 250 Millionen Euro hat der neue Kader gekostet. Ist Besserung in Sicht?
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Ernüchterung nach Sieg gegen Chelsea
Der Elfmeter, den Brentfords Igor Thiago an den Pfosten geschossen hatte (55.), steht sinnbildlich für die Partie der Lillywhites. Die Partie hätte noch deutlicher ausgehen können.
Bei Tottenham lief wenig zusammen. In der ersten Halbzeit schoss die Mannschaft kein einziges Mal auf das gegnerische Tor. Routinen und einfache Passstafetten gelangen nicht, offensiv gab es kaum kreative Ideen.
Dabei lief die Vorbereitung gut: Auf der Australien-Tour, die die Mannschaft Anfang August antrat, besiegte sie Ligarivale Chelsea auf beeindruckende Weise mit 2:1.
Doch die Reise hinterließ ihre Spuren, meint Ben Snowball, Fußball-Experte bei Eurosport UK: "Das ist eine Menge Reisestress vor Beginn einer Premier-League-Saison, und die Niederlage am Samstag gegen Brentford könnte dies widergespiegelt haben."
Brentford habe gewirkt "wie eine eingespielte Mannschaft, die genau wusste, was sie tat", sagt Snowball. "Die Spurs hingegen wirkten wie eine Mannschaft, die noch lange nicht zusammengewachsen ist."
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Roberto De Zerbi
Fotocredit: AFP
Mehr als 260 Millionen Euro für Transfers
Wie kann sie auch? Der Umbruch im Kader ist groß: 108 Millionen Euro für Sandro Tonali (von Newcastle United), 99 Millionen Euro für Mateus Fernandes (West Ham United), 60 Millionen Euro für Jan Paul van Hecke (Brighton). Ablösefrei kamen Andrew Robertson vom FC Liverpool und Marcos Senesi von Bournemouth.
Macht insgesamt Transferausgaben von 267 Millionen Euro - nur Chelsea gab in diesem Sommer in der Premier League mehr Geld aus als Tottenham. Mit Savinho und dem früheren Frankfurter Omar Marmoush sollen vor Transferschluss noch zwei weitere Spieler von Manchester City kommen.
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Savinho (l.) im Vorbereitungsspiel für Manchester City gegen Atlético Madrid.
Fotocredit: Imago
Auf den Brasilianer freut sich Eurosport-Experte Snowball besonders: "Savinho ist derjenige, der wirklich den Unterschied ausmachen könnte", sagt er. "Den Spurs fehlte es in der vergangenen Saison ohne Dejan Kulusevski an Unberechenbarkeit im letzten Drittel, und der Brasilianer verleiht ihnen die Fähigkeit, einen Gegenspieler zu überwinden und aus dem Nichts etwas zu kreieren."
Auf der anderen Seite ist Innenverteidiger Cristian Romero für 40 Millionen Euro zu Atlético Madrid gegangen, Djed Spence (Inter Mailand) und Will Lankshear (FC Middlesbrough) sind für 30 und knapp zwölf Millionen Euro gewechselt.
Die Transformation ist im Gange
Noch zwei Wunschspieler fehlen, zudem sind andere Spieler im Kader noch nicht in Topform, etwa der spanische Weltmeister Pedro Porro, der weiterhin verletzungsbedingt fehlt. Die Kapitänsbinde von Romero hat indes Innenverteidiger Micky van de Ven übernommen.
"Wahrscheinlich werden nur vier Spieler, die gegen Brentford in der Startelf standen, langfristig in der Startelf bleiben", tippt Snowball und nennt Antonin Kinsky, Andy Robertson, Jan Paul van Hecke und Sandro Tonali, der ein schwaches Debüt mit Tottenham erlebte.
Für den Eurosport-Redakteur gebe es "Grund für echten Optimismus", denn Tottenhams Angriff habe sich "grundlegend verändert".
Einige Spieler, denen mangelnder Kampfgeist vorgeworfen wurde, wie Kapitän Romero, haben den Verein verlassen.
De Zerbis Mannschaft braucht Zeit
Bei aller Verzweiflung, die de Zerbi nach der Niederlage am Wochenende anzusehen war, schickte der 47-Jährige eine Kampfansage hinterher. "Ich glaube an meine Spieler, meinen Verein, an mich. Wir arbeiten gut. Wir müssen uns schnell verbessern", sagte er.
Die beiden Spieler, die noch kommen sollen, könnten Tottenham schnell helfen, vor allem in der Offensive. De Zerbi aber hofft auf Konstanz. Denn: Neun Premier-League-Klubs haben im Sommer ihren Trainer gewechselt. In Nordlondon bauen sie auf de Zerbis Konzept auf.
Und: Die Spurs haben keine Mehrfachbelastung und können sich ganz auf die Liga konzentrieren.
Snowballs Fazit: "Diese Mannschaft sollte wohl eher nach der ersten Länderspielpause beurteilt werden als nach ein oder zwei Ligaspielen. Sie braucht Zeit, um sich einzuspielen."
Am Mittwoch geht es erst einmal in der zweiten Runde des League Cups gegen Zweitligist Charlton Athletic.
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Quelle: SNTV
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