Türkgücü München gegen FC Bayern München II nach Banner-Eklat und Polizeieinsatz abgebrochen
VonThomas Gaber
Publiziert 19/11/2022 um 16:46 GMT+1 Uhr
Das Regionalliga-Derby zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern München II musste am Samstag nach zwei Minuten unter- und später aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Auslöser war ein aufgehängtes, nicht genehmigtes Plakat des Bayern-Fanclubs Kurdistan, das einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, unter den Geschädigten soll auch ein Kind gewesen sein.
Polizeieinsatz beim Regionalligaspiel zwischen Türkgücü München und dem FC Bayern
Fotocredit: Imago
Es waren keine zwei Minuten gespielt zwischen Türkgücü München und der zweiten Mannschaft des FC Bayern München, als Schiedsrichter Simon Schreiner die Partie unterbrach.
Der Stadionsprecher meldete sich umgehend mit einer Bitte an die anwesenden Fans des FC Bayern.
"Liebe Zuschauer, wir sind heute bei einem Fußballspiel und solche Plakate haben bei einem Fußballspiel nichts verloren. Und deswegen möchte ich die Fans des FC Bayern bitten, dieses provozierende Plakat runterzunehmen. Wir wollen zusammen 90 Minuten ein Fußballfest erleben ohne provokante politische Mitteilungen", sagte er.
Das Banner zeigte eine kurdische Flagge und den Schriftzug "FC Bayern Fanclub Kurdistan" und war insofern für die türkisch geprägten Gastgeber eine Provokation.
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Ein Banner des Bayern-Fanclubs Kurdistan wurde aufgehängt
Fotocredit: Imago
Kind beim Einsatz von Pfefferspray verletzt
Nachdem die Fans der Bitte nicht nachkamen, gingen Verantwortliche des FC Bayern in die Kurve und versuchten durch Gespräche die eigenen Fans dazu zu bringen, das Banner abzunehmen - ohne Erfolg. Zudem marschierten behelmte Polizeibeamte vor dem Gästeblock auf, während die Mannschaften in die Kabine gingen.
Nach etwa einer halben Stunde versuchte die Polizei, das Banner unter Zuhilfenahme von Schlagstöcken und Pfefferspray zu entfernen. Bei diesem Einsatz wurden Personen verletzt, mehrere Krankenwagen kamen vorgefahren. Der Stadionsprecher sagte, dass ein Kind Tränengas in die Augen bekommen habe und nach seinem Vater suche.
Polizeisprecher bezieht Stellung
Die türkischen Fans seien aufgebracht gewesen, sagte der Münchner Polizeisprecher Werner Kraus. Unter Einsatz von Pfefferspray sei die Fahne abgenommen worden, um "die Provokation nicht länger aufrechtzuerhalten".
Der Schiedsrichter brach das Spiel letztlich nach über einer Stunde aus Sicherheitsgründen ab, wie der Stadionsprecher mitteilte. Beim Verlassen des Stadions in Heimstetten blieb es laut einem Bericht der "tz" ruhig.
"Dass es zum Spielabbruch gekommen ist, kann beileibe nicht im Sinne des Fußballs sein - jede Form von Gewalt hat auf unseren Plätzen nichts zu suchen! Eine weitere Einordnung der Geschehnisse bleibt den Sportgerichten vorbehalten", zitierte der "BR" den Geschäftsführer des Bayerischen Fußball-Verbandes, Jürgen Igelspacher, der als Zuschauer vor Ort in Heimstetten war.
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Quelle: Perform
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