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Olympia 2016: Die DFB-Frauen gewinnen im letzten Spiel von Trainerin Silvia Neid die Goldmedaille

Gold! DFB-Frauen verabschieden Trainerin Neid mit Olympiasieg

20/08/2016 um 00:17Aktualisiert 20/08/2016 um 01:59

Die deutschen Frauen haben im olympischen Finale im Maracanã die Goldmedaille gewonnen. Im letzten Spiel von Bundestrainerin Silvia Neid gewann das Team um Spielführerin Saskia Bartusiak mit 2:1 (0:0) gegen Schweden. Dzsenifer Marozsan traf kurz nach der Pause zur Führung (48.), die Schwedens Linda Sembrant durch ein Eigentor ausbaute. Stina Blackstenius gelang lediglich der Anschluss (67.).

Die Lehren:

Es ist eine der Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Olympisches Gold im 180. und letzten Spiel als Bundestrainerin. Silvia Neid hat nach der Weltmeisterschaft 2007 und zwei EM-Titeln 2009 und 2013 eine beispiellose Karriere gekrönt und den ersten Olympiasieg in der Geschichte der DFB-Frauen errungen. Nach Abpfiff feierten bravourös kämpfende DFB-Kickerinnen mit Deutschlandfahnen überschwänglich auf dem Platz und ließen ihren Emotionen freien Lauf.

Dabei spielten die deutschen Spielerinnen im legendären Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro nicht nur gegen elf Schwedinnen. Viele der rund 75.000 Zuschauer hatten die Demütigung noch nicht vergessen, die die DFB-Männer der Selecao vor zwei Jahren zugefügt hatten und bedachten die DFB-Damen mit lauten Buhrufen und Pfiffen.

Die Elf von Trainerin Neid stemmte sich leidenschaftlich gegen die schwierigen Umstände und zog den Schwedinnen angeführt von einer überragenden Dzsenifer Marozsan mit zunehmender Spieldauer den Zahn. Schweden igelte sich wie schon das gesamte Turnier über hinten ein und lauerte auf Konter über Superstar Lotta Schelin. Schlussendlich setzte sich die mannschaftliche Geschlossenheit der deutschen Damen gegen die vereinzelt aufblitzende individuelle Klasse der Skandinavierinnen durch.

Silvia Neid übergibt den Staffelstab nun an die bisherige DFB-Direktorin Steffi Jones und hinterlässt dieser eine junge, hungrige Mannschaft, die in ihrer Entwicklung noch lange nicht am Ende ist.

Silvia Neid macht Selfies

Silvia Neid macht SelfiesAFP

Die Stimmen:

Dzsenifer Marozsan (Deutschland): "Es ist ein wunderschöner Moment, ich genieße es einfach. Ich kann nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf die Mannschaft bin."

Silvia Neid (Deutschland): "Das war jetzt das I-Tüpfelchen. Ich bin einfach total happy, dass wir dieses Spiel auch noch gewonnen haben, es war nicht einfach. Ich bin echt total stolz auf meine Mannschaft."

Das fiel auf: Überragende Marozsan

Erst ein Traumtor in den Winkel, dann ein ebenso traumhafter Freistoß, der an den Pfosten klatschte und zur Eigentor-Vorlage mutierte. Dzsenifer Marozsan zeigte im Finale von Rio, weshalb sie als eine von drei Spielerinnen für die Wahl zu "Europas Fußballerin des Jahres" nominiert ist. Mit klugen Pässen und viel Übersicht gab sie der Partie Tempo und Richtung und war zudem nahezu in jeder Situation anspielbar.

Die Statistik: 1

Nach dreimal Bronze bei den Olympischen Spielen 2000, 2004 und 2008 hat es mit der ersten Goldmedaille für eine deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft geklappt.

Der Tweet zum Spiel:

Die Höhepunkte:

10. Erste dicke Chance für Schweden! Schelin enteilt der etwas langsamen Krahn und dringt in den Sechzehner ein. Ihre Hereingabe schießt Schough unter Bedrängnis von Bartusiak zwei Meter drüber.

21. Das muss es doch fast sein. Kemme mit der nächsten starken Chipflanke auf den langen Pfosten. Dort steigt Leupolz hoch und setzt die Kugel knapp über die Latte.

25. Riesending von Mittag! Der muss einfach rein! Maier zieht harmlos aus 16 Metern ab. Lindahl lässt jedoch prallen und legt den Ball vor die Füße von Mittag. Die setzt den Ball mit einem wuchtigen Schuss aus sechs Metern unbedrängt links am Kasten vorbei.

48. TOOOR für Deutschland! Marozsan bringt die DFB-Damen auf die Siegerstraße. Nach einer Flanke von Leupolz rutscht der Ball zur deutschen Spielmacherin durch. Die nimmt den Ball kurz an und schlenzt aus 14 Metern traumhaft und mit ganz viel Gefühl rechts oben ins Tor.

62. TOOOR für Deutschland! Es ist ein Eigentor von Sembrant, das die Tür zum Olympiasieg weit aufstößt. Marozsan schlenzt einen Freistoß an den Pfosten. Von dort prallt der Ball zu Sembrant, die die Kugel ins eigene Netz drischt.

67. TOOOR für Schweden! Schough hat rechts im Sechzehner zu viel Platz und passt flach vors Tor. Blackstenius steht optimal und grätscht den Ball über die Linie.

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