Eurosport
Inter Mailand | Milan Skriniar: Darum jagen Europas Top-Klubs den Verteidiger
Von
Publiziert 16/04/2020 um 22:30 GMT+2 Uhr
Herausragende Innenverteidiger sind selbst in Europas Top-Klubs Mangelware. Milan Skriniar von Inter Mailand überzeugt seit Jahren in Italien, spielt sich aber erst seit Kurzem ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Der 24-Jährige ist die große Konstante im Team von Trainer Antonio Conte. Manchester City, Paris Saint-Germain und Real Madrid würden wohl viel Geld hinblättern für den Slowaken.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Madrid, Paris oder doch lieber Manchester? Milan Skriniar könnte sich seinen neuen Lebensmittelpunkt derzeit wohl aussuchen. Sein Name ist quasi in allen großen Gazetten Europas abgedruckt und wird mit den Top-Klubs des Kontinents in Verbindung gebracht.
Bis zu 80 Millionen Euro soll Inter Mailand für den Abwehrspieler verlangen können. Die Coronakrise dürfte diese Summe drücken, doch fest steht: Der Mann ist begehrt.
Vier Jahre zuvor, genauer gesagt am 14. Mai 2016, hätte er sich dieses Szenario wohl nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausgemalt. Das damalige Spiel gegen Juventus Turin, den Tabellenführer und kommenden Meister, zählt mit großer Wahrscheinlichkeit zu den schlimmsten Erinnerungen seiner Karriere.
Mit Ehrgeiz und harter Arbeit: Skriniar beißt sich durch
Skriniar war gerade in die Serie A gewechselt, in der Winterpause 2015/16 hatte er seine Heimat, die Slowakei, verlassen, um künftig für Sampdoria Genua zu spielen. In der Slowakei wollte es einfach nicht laufen. Sein erster Verein, der MŠK Žilina, verlieh ihn in der Rückrunde 2012/13 an den Liga-Konkurrenten FC ViOn Zlaté Moravce, doch auch dort kam er nur auf sieben Partien.
Was Skriniar von Anfang an verstand: Zum Fußball gehört nicht nur Talent, sondern auch Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Also trainierte er mehr, härter, ließ sich zum Innenverteidiger umschulen.
Er wurde in die U-Nationalmannschaften eingeladen. Sein früherer U21-Trainer Pavel Hapal sagte einmal bezeichnend über ihn:
Harter Fall in Italien: Aufholjagd und Wechsel zu Inter
Die harte Arbeit zahlte sich aus: Skriniar wurde Stammspieler und Leistungsträger bei MSK Zilina und zog das Interesse des italienischen Erstligisten Sampdoria Genua auf sich. Die Italiener überwiesen eine Million Euro an Zilina und holten den damals 20-Jährigen Anfang 2016 zu sich.
Es dauerte bis April, bis Skriniar endlich sein Debüt in der Serie A feierte. Doch überzeugen konnte er nicht. Den Tiefpunkt erlebte er beim desaströsen 0:5 gegen Juve Mitte Mai, als der Innenverteidiger nach gerade einmal 14 Minuten aufgrund einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz flog. Es war sein drittes Spiel für Genua.
Doch der junge Slowake, der in jenem Sommer bei der EM dabei war und im Achtelfinale gegen Deutschland sogar auf dem Platz stand, erinnerte sich an frühere Tugenden - und arbeitete weiter an sich.
Sein großes Glück: Marco Giampaolo heuerte als Trainer an und unter dem Neuen hatte Skriniar mehr Chancen auf Einsatzzeit als unter dessen Vorgänger Vincenzo Montella. Skriniar nutzte seine Möglichkeit und beeindruckte Giampaolo von Beginn an.
35 Spiele standen am Ende der Saison zu Buche - und der Wechsel zu Inter Mailand. Die Nerazzurri überwiesen 34 Millionen Euro an Sampdoria Genua. Der teure Deal ging voll auf, vergangenes Jahr verlängerte der Blondschopf in der Modestadt bis 2023.
Skriniar beweist sich als Führungsspieler
Gleich in seiner ersten Saison stieg er zum Stammspieler auf und erwies sich dabei sogar als torgefährlich. Skriniar schoss vier Tore (in 38 Liga-Spielen). In der aktuellen Saison setzt Trainer Conte den Nationalspieler auf der linken Außenverteidigerposition in der Dreierkette mit Alessandro Bastoni und Stefan de Vrij ein. In den sechs Champions-League-Gruppenspielen fehlte er keine Sekunde. Skriniar ist längst der heimliche (Abwehr-)Chef auf dem Rasen.
Conte kann sich auf den 1,87-Meter-Mann verlassen. Seine Mitspieler schätzen ihn, Skriniar fühlt sich wohl bei dem Verein, der seine Fleißarbeit anerkannte. Bei dessen Ausfall ersetzt Skriniar bei Inter sogar Kapitän Samir Handanovic.
"Transfermarkt.de" beziffert Skriniars Marktwert auf 48 Millionen Euro - trotz Coronakrise. Im Dezember waren es noch 60 Millionen Euro. Zuverlässige, flexibel einsetzbare, junge Abwehrspieler, noch dazu mit Erfahrung im Europapokal - solche Spieler werden auch von den Big Playern in der Branche händeringend gesucht.
Spieler des Jahres in der Slowakei
Eine schöne Bestätigung für seinen Erfolg erfuhr der Verteidiger vor wenigen Wochen, als er zum Spieler des Jahres in der Slowakei gewählt wurde. Auch wenn er den Grund für seine Auszeichnung nicht in seiner eigenen Stärke sah: "Ich glaube, Stanislav Lobotka (slowakischer Spieler beim SSC Neapel, Anm. d. Red.) hat mir letztes Jahr gesagt, dass jetzt, wo Marek Hamsik nach China gegangen ist, jemand anderes gewinnen kann", schmunzelte Skriniar.
Zuletzt berichtete "Calciomercato", dass mit Paris Saint-Germain, Real Madrid und Manchester City gleich drei Top-Klubs hinter dem 25-Jährigen her seien. Alle drei Vereine können hochkarätige Verstärkung in der Innenverteidigung gut gebrauchen - und wären wohl auch bereit, eine Menge Geld für den Slowaken auf den Tisch zu legen.
Wohin es Skriniar auch immer verschlägt, klar ist: Er wird so hart arbeiten wie eh und je.
Das könnte Dich auch interessieren:
Werbung
Werbung