AC Mailand: Luka Jovic spitzt seine Hörner - Ex-Büffel aus Frankfurt wird gegen Inter zum Derby-Held und spielt um Zukunft
Update 24/04/2025 um 23:42 GMT+2 Uhr
Die AC Mailand hat ihrem Stadtrivalen Inter im Halbfinal-Rückspiel der Coppa Italia (3:0) eins ausgewischt und den Triple-Traum der Nerazzurri mit einem großen Knall zerplatzen lassen. Einen großen Anteil an dieser Pokal-Gala hatte Luka Jovic, der im Derby della Madonnina einen Doppelpack schnürte. Der Serbe erlebte nach langer Leidenszeit eine Sternstunde - und spielt jetzt um seine Zukunft.
Luka Jovic jubelt nach einem Treffer gegen Inter
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Matchwinner. Ein Gefühl, das bei Luka Jovic fast schon in Vergessenheit geraten war. 446 Tage nach seinem Treffer zum 3:2 gegen Frosinone Calcio in der Serie A war es aber wieder so weit.
Zweimal nahm der serbische Stürmer das Tor am Mittwochabend ins Visier, zweimal zappelte der Ball im Netz. Der deutliche Sieg im Halbfinal-Rückspiel gegen Stadtrivale Inter (3:0) und der damit verbundene Finaleinzug der AC Mailand in der Coppa Italia war vor allem ihm zu verdanken.
Seine Sternstunde im Derby della Madonnina war ein Befreiungsschlag für den 27-Jährigen, denn hinter ihm liegen schwierige Monate.
Für Jovic geht es dieser Tage um nichts geringeres als seine Zukunft - die erste Prüfung hat er vor knapp 70.000 enttäuschten Interisti mit Bravour bestanden.
Paar Kilo weniger, dafür ein Stürmer mehr
Trainer Sérgio Conceição war der Stolz anzusehen: auf seine Mannschaft, auf Jovic, aber auch auf sich selbst. Die Entscheidung pro Jovic in der Startelf lag in der jüngeren Vergangenheit nämlich nur wenigen Beobachtern auf der Zunge.
"Luka hat in den zurückliegenden drei bis vier Wochen wirklich gut trainiert", erklärte der portugiesische Coach seine Wahl im Interview mit "Mediaset". Dabei spielte die verbesserte Physis des Serben eine große Rolle. "Er hat ein paar Kilo abgenommen, das war natürlich auch wichtig."
Für den Helden des Abends war indes nur eine Sache wichtig. "Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns", bezog er sich auf die Bedeutung der Partie. Das krisengebeutelte Milan verschaffte sich damit eine letzte Chance auf eine Titelfeier in dieser Saison und spuckte ganz nebenbei seinem Erzrivalen in die Triple-Suppe. Ein paar Kilo weniger, dafür ein Stürmer mehr: Das klingt nach einer attraktiven Gleichung für den Traditionsverein.
"Heute mussten wir unsere Qualität zeigen und das haben wir getan. Das Finale in Rom wartet auf uns", so Jovic weiter. Das Endspiel am 14. Mai erhält für den neu erwachten Bomber übrigens eine ganz persönliche Note.
Aus dem Büffel wird ein Derby-Held
Matchwinner im Halbfinale, die goldene Chance auf den Pokal, Jovic - da war doch etwas, oder?
Vor sieben Jahren eroberte der ehemalige Frankfurter mit der Eintracht gegen den FC Bayern München sensationell den DFB-Pokal (3:1). Damals stellten sich Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic der Welt als die famose Büffelherde vom Main vor, ehe sie sich nach und nach in verschiedene Winkel Europas verabschiedeten.
Für Jovic ging es damals auf eine Odyssee: Im Sommer 2019 wechselte er für 63 Millionen Euro zu Real Madrid, bei den Königlichen suchte er aber vergeblich sein Glück. Nach einer kurzen Leihe zurück zu Frankfurt ging es für den einsamen Büffel im Juli 2022 schließlich ablösefrei zur AC Florenz. Ein Jahr später holten ihn dann die Rossoneri für nur 500.000 Euro nach Mailand.
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Luka Jovic hat sich ins Rampenlicht katapultiert
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Beim 19-maligen Meister stellte er zwar seine Knipser-Qualitäten einige Male unter Beweis, über die Jokerrolle kam er in seinem ersten Jahr aber nicht hinaus. Dann der Rückschlag: Schambeinprobleme stellten sich Jovic in den Weg, eine Leistenoperation setzte ihn monatelang außer Gefecht.
Ende Januar feierte er sein Comeback, zwei Monate später warf ihn Conceição gegen die Fiorentina in die Startelf - und wurde dafür mit einem Treffer belohnt. Mit seiner Pokal-Gala gegen Inter schloss sich nun in gewisser Hinsicht ein Kreis. Und im Gegensatz zum damaligen Finale gegen die Bayern dürfte Jovic sieben Jahre später im wichtigsten Spiel der Saison gesetzt sein.
AC Mailand: Giménez? Abraham? Jovic!
Im Sturm folgte bei Milan in dieser Saison nämlich nur ein Fragezeichen nach dem anderen.
Roma-Leihgabe Tammy Abraham (10), Winter-Transfer Santiago Giménez (3) und der im Februar zu Galatasaray abgewanderte Álvaro Morata (6) kamen in dieser Saison auf magere 19 Tore. Für die zahnlosen Stürmer mussten nur allzu oft Tijjani Reijnders (15) und Christian Pulisic (15) einspringen.
Mit seinen vier Toren seit Ende Januar erzielte Jovic bereits mehr Pflichtspieltreffer als jeder andere nominelle Stürmer bei Milan in diesem Kalenderjahr - und bringt laut Conceição etwas Besonderes mit.
"Er gibt uns das gewisse Etwas", hob der 50-Jährige hervor. "Luka ist jemand, der sich sehr gut hinter den gegnerischen Mittelfeldspielern bewegt. Wir brauchen seine Unterstützung, um mehr Platz auf den Flügeln zu haben."
Zieht Milan die Vertragsoption?
Ein Lob, das Jovic nicht nur von einer Stammrolle, sondern auch von einer Zukunft bei den Rossoneri träumen lässt. Ende Juni läuft sein Vertrag in der norditalienischen Metropole aus, Milan verfügt aber über eine Option auf ein weiteres Jahr.
Laut einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese gezogen wird. Jovic war eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort - und kanalisierte im wichtigsten Spiel der Saison seinen inneren Büffel.
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Quelle: Perform
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