Mats Hummels kommt bei der AS Rom nicht zum Zug: Mangelnde Fitness und starke Konkurrenz für den Ex-Dortmunder
VonThomas Gaber
Update 14/10/2024 um 14:53 GMT+2 Uhr
Nach insgesamt 13 Jahren bei Borussia Dortmund verabschiedete sich Mats Hummels im Sommer aus der Bundesliga, begleitet von unschönen Nebengeräuschen. Der Innenverteidiger schlug zunächst mehrere Angebote aus dem europäischen Ausland ab und heuerte schließlich bei der AS Rom an. Hummels genießt das süße Leben in der Ewigen Stadt, sportlich ist er allerdings noch gar nicht angekommen.
"Willkommen!" Roma-Fans feiern Ankunft von Hummels am Flughafen
Quelle: Perform
Am ersten September-Wochenende kehrte Mats Hummels noch einmal in sein Wohnzimmer zurück. Seine langjährigen BVB-Kollegen Lukas Piszczek und Jakub Blaszczykowski hatten zum Abschiedsspiel in den Signal Iduna Park geladen.
Für Hummels eröffnete sich die günstige Gelegenheit, das Kapitel Borussia Dortmund doch noch vernünftig zu beenden. Seinem Abgang vom BVB war ein Machtkampf mit Edin Terzic vorausgegangen, garniert mit scharfer Hummels-Kritik am (mittlerweile) Ex-BVB-Trainer in der Woche vor dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid (0:2).
Zum Abschied gab's weder Blumen noch ein Bad in der Menge vor der gelben Wand. Letzteres holte Hummels nach - ein finaler emotionaler Moment im BVB-Trikot.
In seinem neuen Jersey wartet Hummels bislang auf jegliche Art von Emotionen. Der 35-Jährige hat für die Roma noch keine Sekunde gespielt. Die ersten fünf Partien seit seiner Ankunft in der Ewigen Stadt verbrachte Hummels auf der Ersatzbank, den jüngsten Serie-A-Auftritt beim Tabellenletzten Monza (1:1) verpasste er wegen einer Erkältung.
Früher Trainerwechsel erster Einschnitt für Hummels
Bereits zehn Tage nach seiner Verpflichtung gab es für den Weltmeister von 2014 den ersten persönlichen Einschnitt. Trainer Daniele de Rossi, der als Spieler Legendenstatus bei den Giallorossi erlangte und der Hummels in vielen Gesprächen von einem Wechsel nach Italien überzeugt hatte, wurde nach einem 1:1 gegen Genua völlig überraschend entlassen.
Unter de Rossis Nachfolger Ivan Juric spielt Hummels noch überhaupt keine Rolle. Der neue Coach nennt Hummels' mangelnde Fitness als Grund.
"Er ist spät zu uns gestoßen und muss sich erst in die richtige Verfassung bringen", erklärte Juric. Als zentraler Verteidiger habe Hummels "eine schwierige Rolle". "Wir machen Druck und er arbeitet hart. Aber es reicht noch nicht. Jeder Spieler muss bereit sein."
In italienischen Medien wurde zuletzt die Meinung vertreten, dass Hummels es versäumt habe, sich über den spielfreien Sommer "in shape" zu bringen. "Das fällt ihm jetzt auf die Füße", urteilte die "Gazzetta dello Sport".
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Hat einen schweren Stand unter Rom-Trainer Ivan Juric: Mats Hummels
Fotocredit: Getty Images
Starke Konkurrenz im Abwehrzentrum
In der Abwehrzentale der Roma haben sich mit Gianluca Mancini und dem Ex-Frankfurter Evan Ndicka zwei Akteure festgespielt, denen auch ein körperlich topfitter Hummels erst einmal den Rang ablaufen muss. Erschwerend hinzu kommt, dass im Gegensatz zu Hummels mit Mario Hermoso ein weiterer Neuzugang, dem Juric ebenfalls körperliche Defizite vorwarf, bereits zweimal in der Startelf stand.
Hummels selbst sieht seine Situation gelassen. "Es wurde jetzt ein bisschen viel daraus gemacht, dass ich die ersten Spiele nicht gespielt habe", sagte Hummels Anfang Oktober in seinem Podcast "Alleine ist schwer". "Aber es war, ehrlich gesagt, das Erwartbarste auf der Welt, wenn ein 35-Jähriger nach drei Monaten ohne Mannschaftstraining dann doch drei Wochen braucht, um wieder in Form zu kommen."
Dieses Training im Team fehlte ihm über den Sommer auch bei der Nationalmannschaft. Er verpasste die Nominierung für die Heim-EM. "Enttäuschend" fand er das nach starken Leistungen beim BVB. Eine Zukunft beim DFB gibt es für ihn wohl nicht, er zählt auch nicht zu den vier Weltmeistern, die am Montag in München (20:45 Uhr im Liveticker) vor dem Spiel gegen die Niederlande verabschiedet werden.
Mittlerweile ist Hummels seit sechs Wochen Römer und erweckt bei seinen Followern in den sozialen Netzwerken nicht den Eindruck, als habe er den Schritt nach Italien schon bereut.
Hummels genießt das "dolce vita" in Rom
Auf Instagram veröffentlichte er am Mittwoch Fotos, die ihn beim Erkunden des süßen Lebens in Rom zeigen: Kaffeetrinken, Sightseeing, Fingerfood. Das Ganze verpackte Hummels mit Selbstironie. "Rome so far. Spielbilder sind bald auch dabei, denke ich", schrieb er zu den Bildern.
Die "Gazzetta dello Sport" wertete Hummels' Post als "ein klares Signal" an den Klub. "Hummels drückt seine Bitterkeit mit einem sarkastischen Post aus", schrieb die Zeitung.
Bei den Anhängern der Roma kam Hummels' zur Schau gestelltes "Dolce Vita" nicht besonders gut an. "Mats wurde sehr herzlich von den Fans empfangen. Sie haben ihn als echte Verstärkung gesehen. Man darf nicht vergessen: Es ist nicht lange her, da stand er noch im Champions-League-Finale. Aber der letzte Post hat die Fans verärgert, sie haben eine klare Meinung: 'Trainiere besser...'", sagt Serie-A-Experte Davide Bighiani von Eurosport Italien.
Peinliche Verwechslung der neuen Mitspieler
Noch nimmt Hummels sein Engagement in Italien mit Humor. Er gab zu, sich bereits eine peinliche Verwechslung der neuen Mitspieler geleistet zu haben.
"Das Gute ist, dass bei allen die Initialen auf den Shirts stehen. Das heißt, ich kenne eigentlich, glaube ich, alle schon. Aber ich bin mir sicher, dass ich zuletzt mal Zwei verwechselt habe. Das war mir sehr unangenehm", so Hummels in seinem Podcast.
Für ein Jahr hat Hummels in Rom unterschrieben. Es wird allmählich Zeit, dass sich sportlich etwas verändert. Immerhin kann er die Länderspielpause nutzen, um 100 Prozent fit zu werden. Vielleicht winkt ja im nächsten Ligaspiel die Chance zum Debüt - ausgerechnet im bislang schwersten Spiel der Saison. Am 20. Oktober kommt Meister Inter Mailand ins Stadio Olimpico.
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