Juventus Turin redet sich in den Titelkampf: David ist die neue Hoffnung - Vlahovic nur noch der Buhmann
Update 13/08/2025 um 17:14 GMT+2 Uhr
Nach einer fünfjährigen Durststrecke bläst Juventus in der Serie A zum Angriff. Die Aktivitäten auf dem Transfermarkt sind bislang aber mehr Schein als Sein. Im Sturm steht die Alte Dame vor einem Problem: Der aussortierte Dusan Vlahovic wehrt sich gegen einen Abschied und blockiert damit die Verpflichtung von Wunschspieler Randal Kolo Muani. Der Aufbruch gerät ins Stocken, bevor er begonnen hat.
Dusan Vlahovic und Juventus kommen bislang auf keinen grünen Zweig
Fotocredit: Getty Images
Meisterschaftsrennen in Turin. Für Rekordmeister Juventus (36 Titel) war das lange der alljährliche Anspruch, in den vergangenen Jahren verkam der Scudetto aber nur zu einer blassen Erinnerung.
Fünf Jahre ist der letzte Titel in der Serie A her, hinter der enteilten Konkurrenz um Napoli und Inter reichte es in diesem Zeitraum maximal zu Platz drei.
"In der nächsten Saison muss Juve um den Scudetto mitspielen", forderte Geschäftsführer Maurizio Scanavino im Interview mit "DAZN Italia" ohne Umschweife und wähnte seinen Klub auf einem vielversprechenden Weg.
Doch das aktuelle Transferfenster erwies sich bislang als ungewöhnlich schwierig, die Fortschritte sind mehr Schein als Sein. Und obendrein blockiert ausgerechnet ein gescheitertes Idol den Angriff auf die Spitze.
Juventus Turin: Das ist neu
Auf den ersten Blick ist alles neu, immerhin gab Juventus bis Mitte August knapp 120 Millionen Euro für sieben Spieler aus. Diese Summe verteilt sich jedoch größtenteils auf Leihspieler, die fest verpflichtet wurden.
Während Francisco Conceição (Rechtsaußen/32 Mio.), Nico González (Rechtsaußen/28 Mio.), Lloyd Kelly (Innenverteidiger/17 Mio.), Pierre Kalulu (Innenverteidiger/14 Mio.) und Michele Di Gregorio (Torwart/14 Mio.) bereits in der abgelaufenen Saison für Juve spielten, sind João Mário (Rechtsverteidiger/12 Mio.) und Jonathan David (Stürmer/ablösefrei) die einzigen "echten" Neuzugänge.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/08/13/image-80da2ddd-00fb-4f99-bfb2-b241393016c3-85-2560-1440.jpeg)
Francisco Conceição (links) im Duell mit Felix Nmecha (rechts)
Fotocredit: Getty Images
Trotz hoher Ausgaben hat sich bei der Alten Dame also noch nicht viel getan - und hier kommt ein weiteres neues Gesicht ins Spiel. Seit Anfang Juni ist Generaldirektor Damien Comolli im Amt und bringt jede Menge Erfahrung mit. So war er beim FC Liverpool einst für die Verpflichtung von Luis Suárez verantwortlich, bei Arsenal war er an den Deals mit Thierry Henry und Robert Pirés beteiligt.
In Turin machte Comolli vor wenigen Wochen Interimstrainer Igor Tudor zum Chefcoach und nimmt sich nun den Kader zur Brust. Bei seiner größten Herausforderung lässt der Durchbruch aber noch auf sich warten.
Juventus Turin: Das Fragezeichen
Der italienische Rekordmeister hat eine klare Vision. Die Tudor-Philosophie beruht auf aggressivem Pressing und schnellem Umschaltspiel. Dafür benötigt der kroatische Coach agile Stürmer - womit Dusan Vlahovic außen vor ist. Für einen geeigneten Sturmpartner von David fehlt aber das Geld. Und damit kommen wir zur vereinseigenen Seifenoper.
Trotz der fehlenden Perspektive will Vlahovic nicht Platz machen. Italienischen Medienberichten zufolge soll er Angebote von Milan und aus der Premier League abgesagt haben. Offenbar kann sich Vlahovic sogar vorstellen, seinen bis Juni 2026 laufenden Vertrag abzusitzen und sein Gehalt von zwölf Millionen Euro als Bankdrücker zu kassieren.
Mit diesem Verhalten zieht er den Unmut der Fans auf sich, in den Sozialen Medien wurde der 80-Millionen-Mann vom einstigen Idol zum Buhmann.
Dabei liegt die Wunschlösung von Juventus so nahe: Mit Paris Saint-Germain ist sich der Klub bereits über eine Verpflichtung von Randal Kolo Muani, der als Leihspieler in der Rückrunde 2024/25 überzeugt hatte, einig. Nur die knapp 50 Millionen Euro Ablöse bereiten den Italienern noch Sorgen - und ein gewisser Vlahovic.
Juventus Turin: Die neue Hoffnung
Ganz klar: Jonathan David. Nach fünf Jahren beim OSC Lille, für den er in 232 Pflichtspielen 87 Tore erzielte, wagt der 25-jährige Kanadier den Schritt aufs nächste Level.
Für Tudor ist er der perfekte Stürmer. Bereits in der Ligue 1 beeindruckte David mit seinem Pressing, erarbeitete sich durch Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte häufig selbst Chancen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/08/13/image-3c569a43-3a30-4dae-951c-b263907782bb-85-2560-1440.jpeg)
Jonathan David wird zum neuen Mittelpunkt der Juve-Offensive
Fotocredit: Getty Images
Gegen Dortmund stand der kanadische Nationalstürmer 65 Minuten auf dem Platz, beim zwischenzeitlichen 2:0 durch Andrea Cambiaso hatte er seine Füße im Spiel.
"Jonathan hat sich gut bewegt, war engagiert und konzentrierte sich auf das, was zu tun war", zog sein Trainer ein erstes Fazit. Nach oben sei zwar noch etwas Luft, "aber mit etwas mehr Frische wird sicherlich alles noch einfacher werden".
Juventus Turin: Hier ist noch Bedarf
Abgesehen vom Transfertheater um Kolo Muani und Vlahovic rücken auch die Außenbahnen der Bianconeri in den Fokus. Dort herrscht nämlich dringender Handlungsbedarf.
Mit João Mário und Cambiaso ist die erste Reihe bei den Außenverteidigern gut besetzt, es mangelt aber an Alternativen.
Dasselbe gilt für die Position des Links- und Rechtsaußen: Kenan Yildiz und Conceição werden die schwarz-weiße Saison prägen, einen Ausfall der beiden Ballkünstler kann Juve qualitativ aber nicht auffangen.
Die heißeste Spur auf dem Transfermarkt führt aktuell zu Jadon Sancho. Der Flügelspieler von Manchester United wäre für etwa 25 Millionen Euro zu haben. Mit einem einzigen Transfer sind die Lücken aber noch nicht alle gefüllt.
Juventus Turin: Das kommt auf Igor Tudor zu
Juventus will um die Meisterschaft spielen, mit der fehlenden Tiefe im Kader wird ein Bestehen gegen Titelverteidiger Napoli und die beiden Mailänder Klubs aber zu einer knackigen Herausforderung.
Als Interimstrainer hat sich Tudor bewährt, dem 47-Jährigen gelang auf den letzten Metern die Qualifikation für die Champions League. Die Schonzeit ist jedoch vorbei; als langfristige Lösung auf der Trainerbank wird von ihm nichts anderes erwartet, als eine neue Ära einzuläuten.
Trotz des Vertrauens seitens der Vereinsführung weiß der Coach aber, wie wenig Geduld im Profi-Geschäft üblich ist. Stimmen die Ergebnisse nicht mit den Erwartungen überein, wird sein Stuhl umgehend zum heißesten in Italien.
Neues System hin, fehlende Spieler her: Das Schicksal seines Vorgängers Thiago Motta wird Tudor ein mahnendes Beispiel sein.
Das könnte Dich auch interessieren: Kusi-Asare überzeugt: Bayern hat seinen Typ Woltemade schon
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/08/12/image-5969fd0c-2736-4a10-86e0-193bae53e665-85-2560-1440.jpeg)
Enrique zu Donnarummas Degradierung: "War nicht einfach"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung