Juventus Turin: Neustart nach dem Einbruch - Randal Kolo Muani und Co. sollen der Alten Dame zu neuem Glanz verhelfen

Eurosport bei Google

Juventus Turin wagt nach einer enttäuschenden Saison, die in die Qualifikation für die Europa League gemündet ist, den Neustart. Diesen soll mit Randal Kolo Muani ein alter Bekannter prägen, der ehemalige Frankfurter wird als Kronjuwel der Turiner Offensive gesehen. Bei all der Aufbruchsstimmung dürfen die Probleme aber nicht vergessen werden: Vor allem das Mittelfeld bereitet Kopfzerbrechen.

Randal Kolo Muani ist der alte neue Hoffnungsträger bei Juventus Turin

Fotocredit: Getty Images

Um die Meisterschaft wollte Juventus Turin in der vergangenen Saison spielen. Ernüchternder hätte das Fazit im Mai nicht ausfallen können.
"Es war eine großartige Saison, wir werden in der Europa League spielen. Wir hätten aber auch ganz ohne sie dastehen können", sagte Trainer Luciano Spalletti damals, nachdem Juve die Qualifikation für die Champions League durch einen beispiellosen Einbruch noch aus der Hand gegeben hatte. Der Niedergang der einst glorreichen Alten Dame, für die nur Siege zählte, perfekt in zwei Sätzen zusammengefasst.
Die jüngste Testspiel-Niederlage gegen Inter in Perth (1:2) offenbarte, wie weit die Bianconeri noch vom amtierenden Meister - von ihren eigenen Ansprüchen - entfernt sind.
Immerhin: Die Neuausrichtung im Sommer sorgte für Aufbruchsstimmung. Die saftigsten Früchte hat letztere aber noch nicht abgeworfen.

Juventus Turin: Das ist neu

Lange muss man nach neuen Gesichtern bei Juventus nicht suchen.
Randal Kolo Muani (41,20 Millionen Euro/Stürmer), Kerim Alajbegovic (32 Millionen Euro/Linksaußen), Jeff Ekhator (16,40 Millionen Euro/Stürmer), Jérémie Boga (4,80 Millionen Euro/Linksaußen) und Zeki Celik (ablösefrei/Rechtsverteidiger) sollen Fehlinvestitionen der vergangenen Jahre vergessen lassen.
Für mehr Optimismus in Turin sorgte jedoch ein Trio, das nicht auf dem Rasen zu sehen sein wird. Der seit Januar aktive Sportdirektor Marco Ottolini bekam mit dem Technischen Direktor Federic Massara sowie dem Vorstandsvorsitzenden Giovanni Carnevali zwei erfahrene Persönlichkeiten zur Seite gestellt, die die Bianconeri auf lange Sicht wieder auf Italiens Thron hieven sollen.
"Mit Carnevali und Massara sieht man endlich wieder einen klaren Plan", hob die "Gazzetta dello Sport" die Bedeutung dieser Ernennungen hervor. Auf dem Transfermarkt wurde der Richtungswechsel beim Rekordmeister bereits angedeutet, auch wenn es einen Rückschritt gab - positiver Natur.

Juventus Turin: Die (alte) neue Hoffnung

Worum es sich dabei handelt? Ganz einfach: Die Verpflichtung von Kolo Muani.
Der französische Stürmer, der als Leihspieler zwischen Januar und Juli 2025 bereits auf Torejagd für die Alte Dame gegangen war, wurde nun fest verpflichtet. Mit zehn Toren und drei Vorlagen in 22 Pflichtspielen hinterließ der Ex-Frankfurter bleibenden Eindruck bei Juve. Nun soll er eine neue Ära prägen.
Der ablösefreie Abschied von Dusan Vlahovic nach viereinhalb Jahren in Richtung Besiktas Istanbul reißt zwar eine Lücke in den Kader, Kolo Muani eröffnet der in der jüngeren Vergangenheit lahmen Offensive der Turiner aber völlig neue Möglichkeiten.
picture

Randal Kolo Muani soll Juventus zu neuem Glanz verhelfen

Fotocredit: Getty Images

Der französische Nationalspieler bringt neben einer beachtlichen Physis auch Tempo mit, im Gegensatz zu Vlahovic weiß er sich auch ohne Ball hervorragend zu bewegen - und lauert nicht nur am und im Strafraum.
Dank Kenan Yildiz, Francisco Conceição, Alajbegovic, Boga und Ekhator strotzt der Juve-Sturm nur so von Qualität und Potenzial. Kolo Muani soll das Kronjuwel davon werden.

Juventus Turin: Das Fragezeichen

Die Geschichte von Juventus ist reich an großen Torhütern. Allen voran die Weltmeister Dino Zoff und Gianluigi Buffon waren prägende Führungsspieler, aber auch Namen wie Edwin van der Sar oder auch Wojciech Szczesny sind in der Erinnerung der Bianconeri nur allzu präsent.
Michele Di Gregorio hat diese noble Tradition unterbrochen. Seit Juli 2024 hütet der 29-Jährige, der noch kein einziges Spiel für die Nationalmannschaft absolviert hat, das Turiner Tor und bekleckerte sich dabei keineswegs mit Ruhm.
Di Gregorio ist äußerst anfällig für Patzer, das knappe Verpassen der Champions League kann auch auf seine regelmäßigen Fehlgriffe zurückgeführt werden. Bei der Kritik wird in Italien kein Blatt vor den Mund genommen: "Juventus, du musst jetzt handeln: Ein Torhüter muss her, der deiner Geschichte würdig ist", hieß es zuletzt in der "Gazzetta dello Sport".
An einer Lösung wird gearbeitet - und das über kuriose Umwege. Zwar hat Juve das Rennen um den japanischen Keeper Zion Suzuki gegen Paris Saint-Germain verloren, der 23-Jährige soll aber nach vollzogenem Wechsel zu PSG dennoch leihweise bei der Alten Dame aufschlagen.
Eine Königslösung sieht anders aus.
picture

Zion Suzuki soll bei Juve zwischen den Pfosten für Sicherheit sorgen

Fotocredit: Getty Images

Juventus Turin: Hier ist noch Bedarf

Das größte Problem liegt aber im Mittelfeld. Hinter Kapitän Manuel Locatelli und Ex-Schalker Weston McKennie klafft eine qualitative Lücke.
Khephren Thuram ließ den erwarteten Sprung in seiner Entwicklung vollkommen vermissen, Douglas Luiz hatte vergangene Saison zu große Tempodefizite, um auf höchstem Niveau mithalten zu können. Teun Koopmeiners kommt hingegen nicht an seine Dynamik und Kreativität heran, die ihn einst bei Atalanta so begehrt machten.
Eine Verstärkung des Zentrums ist bislang nicht in Sicht. Eineinhalb Wochen vor dem Auftakt in der Serie A gegen Frosinone (23. August, ab 18:30 Uhr im Liveticker) wird die Zeit allmählich knapp.

Juventus Turin: Das kommt auf Luciano Spalletti zu

Die Tatsache, dass Spalletti sein Amt erst im Oktober 2025 von seinem krachend gescheiterten Vorgänger Igor Tudor übernommen hat, rettete ihm vor wenigen Monaten wohl den Job.
Die Zielsetzung ist in Turin realistisch: Inter Mailand scheint vorerst enteilt zu sein, auch Napoli wirkt noch zu stark. Für die Bianconeri wird die Qualifikation für die Champions League oberste Priorität haben, wobei die Roma, Milan und Como die direkte Konkurrenz sein werden.
Soll Juventus wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, muss Spalletti auch seine eigenen Fehler ausmerzen: Der 67-Jährige gilt als exzellenter Spielvorbereiter, seine Analyse während der Partie lassen aber zu wünschen übrig. Seine Auswechslungen warfen vor allem im Schlussakt der Saison immer wieder Fragen auf und wurden letztlich auch für das Verpassen der Königsklasse verantwortlich gemacht.
Juventus will sich (wieder einmal) neu erfinden, dafür braucht man Zeit und Ruhe. Spalletti hat die Geduld der Verantwortlichen aber schon einmal auf die Probe gestellt. Sollten sich seine Aussetzer wiederholen, könnte seine Zeit bei der "neuen" Alten Dame nur allzu schnell vorbei sein.
picture

Diomande: "Wenn Real Madrid anruft ..."

Quelle: Perform


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung