Lukas Podolski, Mario Gomez, Andreas Beck und Marko Marin spielen seit Sommer 2015 in der Süper Lig

Was haben ein Weltmeister von 2014, ein Vize-Europameister von 2008, ein WM-Dritter von 2010 und ein U21-Europameister von 2009 gemeinsam? Alle sind aktuelle oder ehemalige deutsche Nationalspieler und sind seit Sommer 2015 in der Türkei. Die Rede ist von Lukas Podolski, Mario Gomez, Marko Marin und Andreas Beck. Seit einigen Wochen spielen sie in der Süper Lig: Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

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Ein Wechsel in die Türkei wird immer mehr zur Alternative für alternde Topstars. Ein sehr gut bezahlter Karriereausklang im warmen Süden? Von wegen. Die deutschen Spieler sehen das Engagement in der Süper Lig als neue Chance, noch einmal durchzustarten.
Der Weg an den Bosporus zu Besiktas ist für Mario Gomez sogar die letzte Möglichkeit, sich noch einmal für das Team von Joachim Löw empfehlen zu können.
Ausruhen ist nicht. Löw nannte den Spielrhythmus als Grundvoraussetzung für eine Nominierung. Regelmäßige Einsätze haben bislang alle Mitglieder des Quartetts bekommen, doch wie haben sie sich dabei geschlagen?
eurosport.de beleuchtet das Türkei-Abenteuer der Vier:

Wandervogel Marin

Seit dem Wechsel von Werder Bremen zum FC Chelsea ging es für Marko Marin stetig bergab. Nach einem Jahr auf der Londoner Bank enttäuschte der Mittelfeldspieler bei Leihgeschäften in Sevilla, Florenz und Anderlecht.
Der Ausweg? Die Türkei!
Nach der Vertragsunterschrift bei Trabzonspor wurde er in jedem der drei möglichen Spiele eingesetzt, steigerte sich und stand am vergangenen Wochenende 90 Minuten auf dem Platz. In der türkischen Hafenstadt wird er aufgrund seiner Fußball-Odyssee kritisch beäugt. Gleichzeitig überzeugt er bei seinen Einsätzen. Er ist engagiert, fällt auf, kreiert Torchancen und kommt selbst zum Abschluss. Nun gilt es, den ersten guten Eindruck zu bestätigen und langfristig zu brillieren.

Podolskis Schicksalsjahr

Bei Lukas Podolski sieht die Lage anders aus. Sportlich fällt er trotz seiner beiden Tore nicht auf, wirkt meist wie ein Fremdkörper bei Galatasaray. Er stand bei allen fünf Liga-Partien und der Champions League-Begegnung in der Startelf, sieht sich aber immer wieder auf wechselnden Positionen aufgestellt. Trainer Hamza Hamzaoglu weiß nicht recht, wo er den Kölner aufstellen soll.
Gleichzeitig ist der Offensivakteur ein absoluter Publikumsliebling. Die Fans lieben ihn und wollen ihn spielen sehen. Überzeugt Podolski allerdings nicht bald mit guten Leistungen, wird Hamzaoglu nicht daran vorbeikommen, ihn auf die Bank zu setzen. Und dann könnte es auch im Nationalteam schnell vorbei sein.
Eins weiß der Weltmeister:
Das zeigte er bei Galatasaray bislang noch nicht.

Happy End für Gomez?

Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege, Mario Gomez, findet sich dagegen immer besser zurecht. Zunächst durfte sich der ehemalige Bayern Spieler nur über Joker-Einsätze freuen - das hat sich geändert. Bei seinem zweiten Auftritt von Beginn traf der Stürmer doppelt. Seine Entwicklung wird bei Besiktas sehr positiv gesehen.
Sowohl bei den Fans als auch bei Trainer, Senol Günes, ist er beliebt. Besonders seine Präsenz im Strafraum imponiert. Nach fünf Spieltagen ist er im Sturm gesetzt, kann mit regelmäßigen Einsätzen rechnen - und hätte damit alle Voraussetzungen erfüllt, die Löw von ihm forderte.

Dauerbrenner Beck

Andreas Beck, der Teamkollege von Mario Gomez, ist DER Dauerbrenner des deutschen Quartetts. Er verpasste noch keine Minute in dieser Saison, ist als Rechtsverteidiger gesetzt und füllt die Lücke, die Roberto Hilbert mit seinem Wechsel 2013 hinterlassen hat. Seitdem hatte Besiktas massive Probleme auf der rechten Seite.
Er reiht sich in die Rolle der deutschen Arbeiter bei Besiktas ein. Prominente Vorgänger waren Markus Münch und Fabian Ernst. Besonders durch seinen kämpferischen und unermüdlichen Einsatz erspielte er sich die Sympathien der Fans und des Trainers. Sollte die Rechtsverteidiger-Suche in der Nationalmannschaft anhalten, könnte Beck vielleicht sogar wieder ein Kandidat für Löw werden.

Fazit:

Beck hat in der Türkei bislang am besten eingeschlagen, ist unumstrittener Stammspieler und kann von einer Nominierung in der Nationalelf zumindest träumen. Marin und Gomez sind auf einem guten Weg und müssen ihre Leistungen nun in den nächsten Wochen bestätigen. Einzig Podolski muss sich sportlich deutlich steigern.
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