FC Liverpool | Erste Negativserie der Saison: Besteht wirklich Grund zur Sorge?

Der FC Liverpool hat den Einzug ins FA-Cup-Viertelfinale verpasst. Die Mannschaft von Jürgen Klopp verlor beim FC Chelsea und verspielte so nach dem League-Cup schon den zweiten Titel der laufenden Saison. In den vergangenen zwei Wochen hatte es für die (eigentlich) "Unbesiegbaren" bereits Niederlagen in Champions League gegen Atlético Madrid und Premier League bei Watford gesetzt. Was ist da los?

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So schnell dreht sich der Wind.
Innerhalb weniger Tage hat sich beim FC Liverpool der Traum vom Triple in Luft aufgelöst. Drei Niederlagen beendeten die fast unwirklich anmutende Ungeschlagen-Serie in der Liga, zerstörten die Hoffnungen auf einen Triumph im FA-Cup und brachten den Tabellenführer an den Rand des Königsklassen-Aus.
Und plötzlich muss Trainer Jürgen Klopp - der monatelang fast ausschließlich als Euphorie-Bremser unterwegs war - erklären, wie groß seine Sorge ist, eine überragende Saison noch aus der Hand gleiten zu lassen.
"Ich kümmere mich nicht um einen möglichen Abwärtstrend", sagte der Deutsche nach der verdienten Pokal-Pleite beim FC Chelsea und versuchte, aufkommendes Gerede über ein etwaiges Leistungsloch im Keim zu ersticken. "Man bekommt das Momentum nicht geschenkt, man muss es sich erarbeiten und alles tun, um es zu behalten. Wir haben immer die Chance, es zurückzugewinnen."
Schon nach der ersten Liga-Niederlage nach 44 ungeschlagenen Spielen am vergangenen Samstag, hatte Klopp seine Spieler sofort in Schutz genommen und gesagt, dass er ein Idiot wäre, "wenn ich auch nur ein wenig Zweifel am Charakter der Jungs hätte“.

Klopp hat das Problem erkannt

Zweifeln tut der Trainer des Jahres also nicht. In der Analyse befinden er und sein Team sich aber dennoch. Und Klopp hat das Problem bereits ausgemacht.
"Es lief für uns so gut, weil wir unfassbar stark verteidigt haben. Normalerweise kommen unsere Gegner nicht zu vielen Chancen", sagt der ehemalige BVB-Coach. Und weiter:
Marcus Foley - Premier-League-Experte von Eurosport/England - widerspricht nicht, hat aber noch weitere Unregelmäßigkeiten ausgemacht. "Für mich sieht das nach einem Rhythmus-Problem nach der Winterpause Anfang Februar aus", sagt er und führt weiter aus: "Schon in der vergangenen Saison fiel Liverpool nach einer etwas längeren Pause in ein kleines Loch. In Madrid sind sie auf ein perfekt eingestelltes Atlético-Team getroffen, in Watford hatten sie einen wirklich schlechten Tag und beim FC Chelsea wählte Klopp eine 1b-Aufstellung."
Diese Entscheidung des Trainers sorgt für ein geteiltes Echo, treffen die "Reds" doch am kommenden Wochenende in der (vermeintlich entschiedenen) Premier League mit Bournemouth auf einen absolut schlagbaren Gegner. Es war vermutet worden, dass Klopp an der Stamford Bridge seine erste Garde aufstellt, um das Team wieder in die Spur zu setzen.

Henderson-Ausfall wiegt schwer

Nun also muss der Tabellenführer also gegen Bournemouth in Schwung kommen, um am darauffolgenden Mittwoch (ab 21 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) gegen Madrid das 0:1-Hinspielergebnis noch zu drehen und den Traum von der Titelverteidigung in Europas "Königsklasse" aufrecht zu erhalten.
"Ein Sieg über Atlético bringt die gesamte Saison wieder ins Lot, gibt dem Team neuen Schwung und ein Ziel", schätzt Foley die Lage ein. Dabei helfen könnte Jordan Henderson. Der Kapitän fehlte in den vergangenen Wochen, befindet sich nun aber bereits wieder im Lauftraining. "Er ist ein Spieler, dessen Wert enorm auffällt, wenn er mal nicht dabei ist", sagt Foley. So wie eben jetzt gerade.
Ein Ausscheiden gegen die Spanier dürfte im Gegenzug komplett die Luft rauslassen. Auf hohem Niveau wohlgemerkt. In der Premier League ist Liverpool mit 22 Punkten Vorsprung unangefochten Spitzenreiter und steuert auf den ersten Meistertitel seit 1991 zu. Ganz so düster sieht es dann also doch nicht aus.
"Auch ohne Champions League bleibt diese Saison eine fantastische", meint Foley. Liverpool hat eine sehr lange Zeit auf einen solchen Erfolg gewartet. Es gegen eine dermaßen außergewöhnliche Mannschaft wie Manchester City in dieser Form zu schaffen, macht es noch spezieller."
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