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Tim Wiese haut drauf! Knallharte Abrechnung mit dem DFB, HSV und dem Fußball generell
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Publiziert 02/11/2016 um 09:15 GMT+1 Uhr
Tim Wiese, ehemaliger Bundesliga-Torwart, hat sich vor seinem Debüt als Wrestler in München mit einem gnadenlosen Rundumschlag Luft verschafft. Der DFB, der HSV, die Talente, der Fußball an sich - alle bekommen im Interview mit der "Sport Bild" ihr Fett weg.
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Tim Wiese über...
Die Talente von heute:
"Leider bin ich 15 Jahre zu früh geboren. Jeder, der heutzutage dreimal den Ball geradeaus schießen kann, bekommt einen Vertrag in der Bundesliga, hält sich schon für Cristiano Ronaldo und wird von allen Seiten hofiert und chauffiert. Die Jungs heute leben in einem Schlaraffenland. Mit meinem Talent wäre ich heute mit 17 Jahren Stammtorwart in der Bundesliga geworden. Früher war das aber harte Arbeit, um Profi zu werden. Man musste sich echt durchbeißen. Ich begann um die Jahrtausendwende beim 1. FC Kaiserslautern meine Profi-Karriere, war um die 20 Jahre alt. Da musstest du nicht nur die Bälle schleppen. Wenn die etablierten Spieler wie Mario Basler oder Youri Djorkaeff was sagten, dann hast du das auch gemacht. Wenn nicht, hättest du was auf die Fresse gekriegt. Früher musstest du dich durchboxen, deinen Mann stehen."
Die WM 2010:
Nach der Verletzung von René Adler wurde ihm Manuel Neuer vor die Nase gesetzt.
"Bei der WM 2010 hätte ich spielen müssen. Das haben mir die Jungs in der Mannschaft auch gesagt. Es war meine beste Zeit. Es war ein abgekartetes Spiel. Wohl auch aus politischen Gründen. Man hat mich damals lange hingehalten, bis sich Oliver Bierhoff verplapperte. Daraufhin stellte ich ihn im Trainingslager in Südtirol zur Rede, aber er hat sich rausgeredet."
Schließlich verzichtete Wiese auf einen Einsatz im Spiel um Platz drei.
"Ich war angeschlagen, hätte aber spielen können. Aber ich hatte keinen Bock mehr. Warum sollte ich in so einem Spiel noch auflaufen? Das interessierte niemanden mehr."
Den Fußball generell...
"Das ganze Rumgelaber ödet mich an. Es spricht kaum noch jemand Klartext, jeder will gut dastehen. Aber Fußball ist auch Show, das sind pure Emotionen. Da muss man auch mal die Wahrheit sagen, um ein Zeichen zu setzen. So wie 2009, da hatten wir mit Werder vier Spiele innerhalb von wenigen Tagen gegen den HSV in der Bundesliga, im DFB-Pokal- und Uefa-Cup-Halbfinale. Da habe ich in einem Interview gesagt: ,Wir müssen dem HSV einen auf den Sack geben.‘ Und was haben wir mit Werder gemacht? Genau das! Wir haben den HSV damals komplett zerstört - und seitdem ist er auch nicht mehr hochgekommen."
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