Fabrizio Romano im exklusiven Interview bei Eurosport - Transfer-Experte spricht über seinen steilen Aufstieg
Mit mehr als zehn Millionen Followern auf Twitter hat sich Fabrizio Romano weit über seine Heimat hinaus einen Namen als Transfer-Experte gemacht. Wie eine Meinungsverschiedenheit seinen Werdegang maßgeblich beeinflusste, warum ein Apple-Mitarbeiter seinen Augen nicht traute und Schlafen in seinem Job eine regelrechte Gefahr darstellt, verrät der Italiener im Interview bei Eurosport.
Fabrizio Romano
Fotocredit: Quentin Guichard
Wenn Fabrizio Romano einen Tweet raushaut, steht sein Handy anschließend nicht mehr still. Mehr als 10 Millionen Follower hat der italienische Journalist mittlerweile auf Twitter, weitere 7,7 Millionen Accounts folgen ihm auf Facebook, 1,19 Millionen auf der Video-Plattform Youtube und knapp eine halbe Millionen bei Twitch.
Kaum jemand kennt sich auf dem Transfermarkt dieser Tage so gut aus wie der Mann aus Neapel, der schon während der Schulzeit für kleine Transfermarktseiten bloggte und so seine Leidenschaft entdeckte. Nach erfolgreichem Schulabschluss ging er nach Mailand, um bei "Sky Sport" als Sportjournalist anzuheuern. Viel lernt er von Gianluca Di Marzio, ebenfalls Journalist bei "Sky" und Transferexperte, den richtigen Karriere-Kickstart verursacht aber eine Meinungsverschiedenheit.
Als die englische Tageszeitung "The Guardian" im Jahr 2015 behauptet, Stefan Jovetic würde bei Manchester City bleiben, twittert Romano, der Kroate würde zu Inter Mailand transferiert werden - und behielt recht. Der Guardian bot dem damals 22 Jahre alten Romano scheinbar beeindruckt einen Job an.
Als "entscheidenden Moment in meiner Karriere", bezeichnet der Neapolitaner diesen Sommer 2015 - aber es gibt noch einen weiteren. "Als Bruno Fernandes bei Manchester United unterschrieb - da änderte sich für mich alles."
In den sozialen Medien explodiert seine Popularität. Der junge Journalist, der den Großteil seiner Tweets auf Englisch verfasst, gilt dort schnell als einer der zuverlässigsten Transferexperten. Sein Name steht plötzlich für Qualität, seine Posts für bare Münze. Sie werden diskutiert, hinterfragt, geteilt und kommentiert, sowohl in Umkleidekabinen, als auch in Büros, in Bars und Stadien. Das Engagement lässt seine Followerzahl immer weiter steigen und das Vertrauen in seine Tweets weiter wachsen.
Romano ist eine Art "Transferfluencer" geworden.
"Ich habe verstanden, dass ich das Transferfenster zu meinem täglichen Job machen kann", sagt Romano - und damit meint er nicht nur das italienische. Einen Plan B habe er sowieso nie gehabt.
Romano schockt Apple-Mitarbeiter: "Habe so etwas noch nie gesehen"
Romanos Tage sind geprägt von viele Anrufen, Meetings und tausenden Nachrichten. Sein wichtigstes Werkzeug: Das Smartphone - und selbst das kapituliert hier und da unter der Arbeitslast. "Mein Akku hält nicht länger als eine Stunde, ich verbringe den ganzen Tag mit zwei oder drei externen Akkus", erzählt Romano und berichtet von einer lustigen Anekdote.
"Ich erinnere mich, dass ich vor drei oder vier Jahren zu einem Apple Store in Mailand ging, um mich darüber zu beschweren, dass mein Akku nicht hält. Der Verkäufer schaute auf mein Handy und sagte: 'Ich arbeite hier seit 13 Jahren, und ich habe noch nie gesehen, dass ein Handy so oft benutzt wird. Sie können den Akku so oft wechseln, wie Sie wollen. Das wird das Problem nicht lösen.'"
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Fabrizio Romano and Samuel Eto'o
Fotocredit: Getty Images
Ein Problem, dass der Italiener gerne in Kauf nimmt. "Für mich ist das alles kein Job, sondern Unterhaltung und Leidenschaft. Ich habe das Glück, Fußball zu lieben und darüber sprechen zu können", ordnet Romano ein. Er habe auch schwierigere Zeiten miterlebt, insbesondere während der Corona-Pandemie und dem Spielstopp in sämtlichen Ligen habe auch er zu kämpfen gehabt.
Aber: "Das Transferfenster ist immer mit mir, sogar in meinen Träumen. Es ist mein Leben, 24 Stunden am Tag."
Fabrizio Romano: "Schlafen ist gefährlich"
Für einen gesunden Schlaf ist insbesondere rund um die Transferphasen im Sommer und Winter kaum Zeit. "Ich schlafe sehr wenig", verrät Romano lächelnd. "Aber ich habe eine Fähigkeit entwickelt, zu verstehen, wann ich mich ausruhen kann und wann nicht. Jeder, der diesen Job macht, weiß, dass Schlafen gefährlich ist - zumindest während der Transferfenster."
Und so werden Transfers, die Romano begleitet, nach Abschluss nicht selten zur ultimativen Befreiung für den 29-Jährigen. “Kürzlich habe ich monatelang die Verhandlungen zwischen Arsenal und Gabriel Jesus verfolgt. Als der Transfer in trockenen Tüchern war, habe ich mich im positiven Sinne befreit gefühlt. Es war ein unglaubliches Gefühl. Als ob ich ein Tor im Champions-League-Finale erzielt hätte."
Noch bis zum 1. September muss Romano wachen, ehe er seine körpereigenen Akkus wieder etwas aufladen kann - dann nämlich schließt das Sommertransferfenster. Und natürlich hat er auch noch einen heißen Tipp parat, was bis dahin passieren wird.
"Vorsicht vor der Akte Cristiano Ronaldo", warnt Romano. "Jorge Mendes, sein Berater, verfolgt dieselbe Strategie wie vor dem Transfer von Juventus nach Manchester. Ich denke, sie werden alles tun, um einen Ausweg zu finden, auch wenn es schwierig wird."
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Quelle: Perform
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