So lief das Spiel:

Deutschlands U19 musste die Begegnung gegen England mit zwei Toren Unterschied gewinnen, um sicher ins Halbfinale einzuziehen, doch dennoch begann die Elf von Trainer Frank Kramer eher zurückhaltend. Das Hauptaugenmerk lag zunächst darauf, eigene Fehler zu vermeiden und nicht in Rückstand zu geraten. So war ein Distanzschuss von Dennis Geiger, der nach einer halben Stunde an den Querbalken klatschte, der einzige positive Aufreger einer ansonsten ereignisarmen ersten Spielhälfte aus deutscher Sicht.
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Nach dem Seitenwechsel war die deutsche Elf gewillt, den Druck zu erhöhen, doch Sidney Friede leistete der eigenen Mannschaft einen Bärendienst, als er Brereton plump von den Beinen holte. Der Mann von Nottingham Forest verwandelte den fälligen Strafstoß, ungewohnt kaltschnäuzig für einen Briten, sicher rechts unten zum 1:0 (52.). Im Stile eines echten Torjägers vollstreckte erneut Brereton nach einer guten Stunde dann erneut und verdoppelte die Führung.
Der eingewechselte Tobias Warscheswki hauchte Deutschland nach einem verzögerten Doppelpass mit Dortmunds Etienne Amenyido noch einmal neues Leben ein (76.), doch die individuelle Klasse des erst 17-jährigen Ryan Sessegnon vom FC Fulham sorgte dafür, dass das deutsche Hochgefühl nicht lange anhielt.
Mit zwei trockenen Linksschüssen (81./84.) schraubte der viel umworbene Youngster das Ergebnis auf 4:1 in die Höhe und sorgte nach den Turniersiegen der U21 bei der Europameisterschaft und der Nationalmannschaft beim Confed Cup dafür, dass Deutschland ein Hattrick in Sachen Turniersiege nicht gelang, sondern der Traum stattdessen bereits nach der Gruppenphase besiegelt werden musste.

Die Stimme zum Spiel:

Frank Kramer (Trainer Deutschland): "Der Unterschied war heute die Geschwindigkeit und die Effizienz, die England an den Tag gelegt hat. Ich habe in allen anderen Spielen der Engländer keine Mannschaft gesehen, die sich so viele Chancen herausgearbeitet hat wie wir."

Tweet zum Spiel:

Die "Young Lions" hatten enormes Verletzungspech in der Anfangsphase der Partie. Mit Trevoh Chalobah und Andre Dozzell mussten bereits zwei Briten nach einer Viertelstunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Das fiel auf: Jahrgang ohne Ausnahmekönner

Die U19 des DFB ist ganz sicher kein schlechter Jahrgang, allerdings fehlt es der Elf von Frank Kramer an außergewöhnlichen Talenten, die bei so einer Europameisterschaft den Unterschied ausmachen könnten. So hatte man in der Gruppe gegen England und die Niederlande, die eben über diese Talente verfügen, einen entscheidenden Nachteil und schied in der Gruppenphase aus.

Die Statistik: 1887

Mit lediglich 1887 Zuschauern war die Begegnung gegen England in Tiflis dennoch das deutlich bestbesuchte Spiel der deutschen Elf bei dieser Europameisterschaft in Georgien.
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