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Philipp Ochs vor U20-WM mit Deutschland exklusiv: "Ausleihe ist eine Option"
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Publiziert 19/05/2017 um 13:50 GMT+2 Uhr
Vor dem Start in die U20-WM in Südkorea (20. Mai bis 11. Juni live bei Eurosport) spricht Philipp Ochs von der TSG 1899 Hoffenheim im exklusiven Interview über das deutsche Team, die Erfolgsaussichten ohne Spieler wie Benjamin Henrichs und eine "Willensleistung", die sich noch auszahlen könnte. Zudem äußert sich der 20-Jährige über seine Situation in Hoffenheim sowie Julian Nagelsmann.
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Philipp Ochs - die U17 der Frauen ist vor gut einer Woche Europameister geworden, die der Herren erst im Halbfinale an Spanien gescheitert. Erzeugt das Druck für die anstehende U20-WM?
Philipp Ochs: Nein. Wenn wir mit Druck ins Turnier gehen würden, wäre das sowieso der falsche Ansatz. Wir brauchen Freude und Spaß daran, dass wir überhaupt eine Weltmeisterschaft spielen dürfen. Wer weiß, wie oft jeder Einzelne noch die Chance dazu hat. Den Schwung aus den beiden anderen Turnieren nehmen wir gerne mit. Es ist doch schön, wenn der DFB gut vertreten ist.
Venezuela, Vanuatu, Mexiko - die Vorrundengruppe sieht auf den ersten Blick sehr machbar aus. Ist das eine reine Einspielphase oder sehen Sie Gefahren?
Ochs: Wir dürfen diese Spiele auf keinen Fall zu locker nehmen, müssen in jeder Minute brennen und Gas geben - einfach alles für einen Sieg tun. Man darf bei einer Weltmeisterschaft ohnehin keinen Gegner unterschätzen. Die sind ja nicht umsonst hier. Die Vorrunde wollen wir aber in jedem Fall überstehen. Wie weit es dann geht, wird man sehen.
Für Sie persönlich lief die Bundesligasaison nicht nach Plan - nur drei Einsätze für die TSG Hoffenheim. Im Jahr davor waren es noch zehn mehr gewesen. Wie beurteilen Sie Ihre eigene Entwicklung?
Ochs: Man muss bedenken, dass wir eine wirklich gute Truppe beisammenhaben. Ich habe zu wenig gespielt, meine persönliche Entwicklung sehe ich dennoch positiv; ganz einfach, weil die Qualität im Training immer da war. Darüber hinaus finde ich, dass es gerade jungen Spielern wie mir gut tut, auch mit Rückschlägen fertig werden zu müssen.
Trainer Julian Nagelsmann sagte in einem Interview, er sei nach wie vor Ihr Förderer. Fühlen Sie sich bei ihm noch gut aufgehoben?
Ochs: Ich fühle mich sowohl beim Trainer als auch in der Mannschaft und im ganzen Verein gut aufgehoben. Trotzdem hätte es in dieser Saison für mich persönlich besser laufen können. Ich konnte nicht so viel zu dieser herausragenden Saison beitragen, wie ich gern gewollt hätte. Als wichtiger Teil der Mannschaft sehe ich mich aber trotzdem. Da gehören einfach alle zusammen.
Einen großen Anteil am derzeitigen Erfolg der TSG hat Trainer Nagelsmann. Was sind seine großen Stärken?
Ochs: Der Trainer ist einfach taktisch sehr gut. Hinzu kommt sein unbedingter Siegeswille. Ich glaube, dass er - egal welchen Verein er trainiert - immer das Ziel hat, Meister zu werden.
Wie würden Sie einer Ausleihe gegenüberstehen, auch um Spielpraxis zu sammeln?
Ochs: Eine Leihe ist natürlich immer eine Option. Jetzt will ich mich aber erstmal auf die WM mit der U20 konzentrieren und drücke den Jungs in Hoffenheim die Daumen, dass sie die direkte Qualifikation für die Champions League doch noch schaffen. Danach werden wir uns in Ruhe zusammensetzen und besprechen, was das Beste für mich ist.
Sie sind nun schon einige Tage in Südkorea. Wie ist Ihr erster Eindruck vor Ort?
Ochs: Der Flug war doch sehr anstrengend, deswegen war es am Anfang schwer. Die Zeitumstellung hat uns zu schaffen gemacht. Mittlerweile sind aber alle voll im Plan. Das Hotel in Daejeon ist super und die Trainingsbedingungen wirklich optimal.
Ist WM-Euphorie zu spüren?
Ochs: Ich habe das Gefühl, dass die Leute sich auf das Turnier freuen. Man merkt schon, dass hier bald ein großes Turnier stattfindet. Am Flughafen wurden wir beispielsweise von Schülern einer deutschen Schule empfangen. Da wurden eine Menge Autogramme gegeben und Selfies gemacht. Das war schon schön. Auch in der Stadt hängen jede Menge Plakate.
Inwiefern ist diese Reise zur U20-WM etwas Besonderes in Ihrer noch jungen Karriere?
Ochs: Wann immer man eine Weltmeisterschaft spielen kann, ist das herausragend. Es kommt eben einfach nicht so oft vor. Für mich ist das ein sehr schönes Gefühl.
Die Qualifikation wurde im letzten Jahr bei der U19-EM im eigenen Land mit Platz fünf perfekt gemacht. Was ist von dieser Freude geblieben?
Ochs: Wir hatten uns bei der Europameisterschaft eigentlich viel mehr vorgenommen, zu Beginn des Turniers aber fast alle Chancen schon verspielt. Dann doch noch Platz fünf zu erreichen, war eine Willensleistung, aus der wir viel Kraft und Freude geschöpft haben. Davon wollen wir jetzt profitieren.
Hat das Team eher an Qualität verloren, weil Spieler wie Benjamin Henrichs - der Teil der A-Nationalmannschaft beim Confed Cup ist - nicht mit dabei sind?
Ochs: Wir sind weiterhin eine Mannschaft mit vielen guten Einzelspielern. Das war auch letztes Jahr schon so. Besonders macht uns aber unser Teamgeist. Wir sind eine Charakter-Mannschaft, in der alles passt. Klar ist aber auch, dass man Benny nicht einfach so ersetzen kann.
DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch sprach von einem "Kraftakt, was die Nominierung angeht“. Spornt eine solche Formulierung nochmal zusätzlich an?
Ochs: Das kann man so sagen. Klar, einige Spieler wurden nicht freigestellt. Aber das eröffnet auch immer Chancen für andere. Da würde niemand sagen 'Ich bin jetzt nur dabei, weil jemand fehlt'. Alle begreifen ihre Nominierung als Chance. In der Haut des Trainers hätte ich übrigens auch nicht unbedingt stecken wollen. Unter den gegebenen Umständen hat er einen optimalen Kader an den Start gebracht.
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