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U21: DFB-Team spielt zum ersten Mal in der Geschichte im Kosovo
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Publiziert 26/03/2018 um 13:01 GMT+2 Uhr
Stefan Kuntz weiß um die ungewöhnliche Aufgabe. "Im Kosovo erwartet uns eine ganz besondere Atmosphäre", sagte der DFB-Trainer vor dem Abflug. Erstmals in der Geschichte gastiert am Dienstag eine deutsche Elf in dem jüngsten UEFA-Mitgliedsland. Gespielt wird nicht in der Hauptstadt Pristina, sondern in Mitrovica, einer geteilten Stadt - geteilt in den Köpfen, vor allem aber im Fußball.
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Trainieren und spielen werden Jonathan Tah, Mahmoud Dahoud und Co. im Stadion Adem Jashari. Die Arena, benannt nach einem ehemaligen Kommandanten der Befreiungsarmee UCK, liegt am Ufer des Flusses Ibar. Der Strom trennt die Stadt in zwei Welten:
Nördlich des Ibar leben fast nur christlich-orthodoxe Serben, gezahlt wird mit serbischem Dinar. Im Süden, wo das Stadion steht, wohnen vor allem muslimische Kosovaren.
Drei Vereine im Zeichen der Spaltung
Noch komplizierter wird es in Mitrovica, sobald es um Fußball geht. Als Folge der Spaltung gibt es in der 80.000-Einwohner-Stadt derzeit drei Vereine, die alle irgendwie miteinander verbandelt sind: KF Trepca, KF Trepca'89 und FK Trepca. Alle drei tragen Grün und Schwarz als Vereinsfarben, und alle drei berufen sich mit ihrem Namen auf die Trepca-Mine, die einst mehr als 20.000 Bergleuten Arbeit bot.
Die Lage ist verworren: KF Trepca spielt derzeit in der 2. Liga, in jenem viel zu großen Stadion, im dem die deutsche U21 um Punkte für die EM-Qualifikation kämpft. Jene Arena beansprucht auch der von Serben geführte Klub FK Trepca für sich, der aktuell jedoch nördlich des Flusses kickt.
Kurios: Der FK nimmt am serbischen Ligasystem teil, derzeit als Viertligist. Beide Klubs tragen ein nahezu identisches Logo und beanspruchen das Erbe jener großen Trepca-Mannschaft, die 1977 als erstes Team aus dem Kosovo in Jugoslawiens Topliga aufstieg. Damals spielten Serben, Bosnier, Kroaten und Kosovo-Albaner Seite an Seite.
KF Trepca'89 schließlich ist der jüngste Klub des Trios - und der aktuell erfolgreichste. 2017 wurde der Verein sogar Meister und nahm als erstes Mannschaft aus dem Kosovo an der Qualifikation zur Champions League teil. Dort war nach zwei Niederlagen gegen Vikingur Gota von den Färöern jedoch Endstation.
Noch immer ist die Lage im Kosovo angespannt
Kein Zweifel: Auch 20 Jahre nach dem Kosovokrieg ist Mitrovica gespalten. Mit mitunter tragischen Folgen. Im Januar wurde im Nord-Teil der Stadt der kosovo-serbische Politiker Oliver Ivanovic erschossen. Die Lage dort bleibe "angespannt", schreibt das Auswärtige Amt in seinen Sicherheitshinweisen: "Reisenden wird geraten, sich über die Lage kundig zu machen." Immerhin: Südlich des Flusses, wo das DFB-Team aufläuft, ist die Lage ruhig.
Und dann wäre da noch die Sache mit dem Namen des Stadions. Für die Kosovo-Albaner ist Adem Jashari ein Held, für die Serben ein Terrorist. In der nicht-albanischen Bevölkerung heißt die Arena daher weiterhin Trepca-Stadion. So wie früher, als alles irgendwie einfacher war.
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