"Bis zum 1:0 haben wir sehr, sehr viel richtig gemacht", sagte Kuntz und hatte recht. Das einzige Problem: Nach der Führung durch Cedric Teuchert (31.) vom 1. FC Nürnberg lieferte seine Mannschaft ein seltenes Beispiel dafür, wie ein Tor eine Mannschaft aus der Bahn werfen kann.
Das DFB-Team ließ vor allem das norwegische Ausnahmetalent Martin Ödegaard von Real Madrid von nun an ungehindert spielen und ging schließlich als verdienter Verlierer vom regennassen Kunstrasen.

Ödegaard "überragend"

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Nicht nur Kuntz fragte sich, warum sein Team nicht mehr "am Matchplan festgehalten" und "in Konzentration, taktischen Laufwegen und Zweikämpfen" nachgelassen habe.
Der flinke Ödegaard, derzeit von Real an den SC Heerenveen ausgeliehen, war an allen drei Toren beteiligt. "Wenn man ihm Platz lässt, ist er überragend. Wenn man ihm keinen Platz lässt, kann er auch nichts machen", sagte Kapitän Jonathan Tah von Bayer Leverkusen und wies auf das mangelnde Zweikampfverhalten hin.
Und so endeten für das DFB-Team mit der Niederlage in Drammen gleich zwei beeindruckende Serien. Letztmals ein Qualifikationsspiel verloren hatte eine deutsche U21 am 11. August 2010 beim 1:4 in Island - vor mehr als sieben Jahren. Anschließend war Deutschland in allen 36 Qualifikationsspielen ungeschlagen geblieben, zuletzt hatte es zudem 16 Siege in Folge gegeben.
Weitere Patzer sollte die deutsche Mannschaft nun vermeiden. In der Gruppe 5 liegt der Titelverteidiger mit sechs Punkten klar hinter Irland (10), das allerdings eine Begegnung mehr absolviert hat. Da nur der Gruppensieger sicher das EM-Ticket löst, ist Vorsicht durchaus angebracht. "Wer weiß, wofür die Niederlage gut war. So etwas schweißt auch zusammen", sagte Torschütze Teuchert.

Niederlage als Lernprozess

Weiter geht es schon im November mit den Auswärtsspielen gegen Aserbaidschan und Israel. Kuntz hofft dann auf die Rückkehr der Eckpfeiler Mahmoud Dahoud, Lukas Klostermann, Nadiem Amiri und Levin Öztunali, die allesamt auf die Reise nach Norwegen verzichten mussten. "Uns haben einige Führungsspieler gefehlt, die gerade in solchen engen Spielen und Situationen den Unterschied machen können", sagte der DFB-Trainer.
Am Ende, das gab auch Kuntz zu, war die Pleite in Norwegen "auf jeden Fall" verdient. "Wir nehmen die Niederlage als Teil unseres Lernprozess an", sagte Kuntz und richtete den Blick wieder nach vorne: "Sie wird uns in unserer Entwicklung weiterbringen."
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