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U21: Stefan Kuntz sieht noch Verbesserungsbedarf und bekommt "graue Haare"
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Publiziert 08/10/2016 um 12:25 GMT+2 Uhr
Das wilde 4:3 (3:2) der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Russland hatte ziemlich am Nervenkostüm von Stefan Kuntz gezehrt. "Da bekommst du graue Haare", sagte der Trainer und fügte an: "Wir müssen diesen Offensivgeist ein bisschen regulieren." Und doch überwog beim Hrubesch-Nachfolger die Freude, schließlich brachte der Erfolg in Ingolstadt das Ticket zur EM-Endrunde 2017 in Polen.
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Stefan Kuntz riss nach dem Schlusspfiff gegen Russland und der erfolgreichen Qualifikation für die EM 2017 die Arme jubelnd in die Höhe und atmete kräftig durch. Doch um im kommenden Sommer dann auch ein Titelkandidat zu sein, bedarf es noch einiger Arbeit.
So quicklebendig wie das Offensivspiel des DFB-Nachwuchses auch sein mag, das Defensivverhalten war alles andere als konkurrenzfähig. Sprich, dem Hurra-Stil muss ein wenig mehr Balance zugeführt werden.
Selbstkritik und dank an Hrubesch
Die Spieler sahen das ähnlich, allen voran Kapitän Maximilian Arnold, der mit zwei Toren (11., 57./Foulelfmeter) glänzte. "Wir wissen, dass es nicht optimal war", räumte der Wolfsburger ein. Innenverteidiger Niklas Süle aus Hoffenheim sah einige Abstimmungsprobleme, während Jungstar Leroy Sané (Manchester City) resümierte:
Auch beim 20-Jährigen war zu erkennen, dass die Rückwärtsbewegung nicht unbedingt seine Lieblingsbeschäftigung ist. Insgesamt wurde es deshalb spannender als nötig, weil die Russen das Spiel trotz Arnolds Doppelpack und der weiteren Tore von Serge Gnabry (34.) sowie Davie Selke (36.) bis zum Schluss offenhielten. "Wir haben zu viel zugelassen", monierte Kuntz, der auch seinem Vorgänger Hrubesch Glückwünsche schickte. Noch unter dessen Leitung hatte die U21 den Grundstein für die erfolgreiche Qualifikation gelegt. "Er hat einen Riesenanteil", meinte Selke.
Trotz der enormen defensiven Mängel wurde beim neunten Sieg im neunten EM-Qualifikationsspiel aber auch deutlich, mit welch besonderer Qualität diese U21 gesegnet ist. Ein solch exquisite Ansammlung möglicher Nationalspieler hat es seit dem Europameister-Team von 2009 wohl nicht gegeben. "Es steckt wahnsinnig viel Potenzial in dieser Mannschaft", stellte Weltmeister Matthias Ginter trefflich fest.
Sané, Süle, Jonathan Tah, Mahmoud Dahoud sind nur einige Beispiele dafür. Beinahe durchweg hat diese U21 bereits internationale Erfahrung auf sehr hohem Niveau vorzuweisen. Und die Verzahnung zum A-Team von Bundestrainer Joachim Löw ist ohnehin eng. "Ich habe es nicht verstanden, wenn man sagt, manche müssen in der U21 spielen", merkte Kuntz deshalb an.
Abschluss gegen Österreich
Obwohl nun in Gruppe 7 bereits alles entschieden ist, will Kuntz die EM-Qualifikation am Dienstag beim Prestigeduell in Österreich (18.00 Uhr) erfolgreich abschließen. "Haben sie bei Schalke gegen Dortmund schon mal ein Freundschaftsspiel gesehen?", fragte der 53-jährige Coach angesichts der besonderen Rivalität zur Alpenrepublik.
Verzichten muss Kuntz in St. Pölten neben den wie abgesprochen abgereisten Matthias Ginter (Borussia Dortmund) und Benjamin Henrichs (Bayer Leverkusen) auch auf den angeschlagenen Stürmer Timo Werner (RB Leipzig). Das Ziel bleibt dennoch gleich: Mit dem zwölften Länderspielsieg in Folge könnte die U21 zudem ihren Rekord weiter ausbauen. Und eine makellose Quali-Bilanz hat es auch noch nicht gegeben.
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