Drei Dinge, die bei Deutschland – Israel auffielen: Youssoufa Moukokos Abend zum Vergessen
Bitterer EM-Auftakt für die deutsche U21-Nationalmannschaft. Der amtierende Titelträger kam gegen Israel nicht über ein 1:1 hinaus – und das, obwohl das DFB-Team mehr als eine Halbzeit lang in Überzahl agierte und gleich zwei Elfmeter zugesprochen bekam. Dass beide Strafstöße nicht genutzt wurden, war dabei nur ein Grund für das enttäuschende Resultat. Drei Dinge, die auffielen.
Youssoufa Moukoko
Fotocredit: Imago
Kurz vor Spielbeginn öffnete der Himmel im georgischen Kutaissi seine Pforten, es regnete in Strömen, als die Protagonisten den Rasen zum Warmmachen betraten.
Antonio Di Salvos Mannen ließen sich von den widrigen Bedingungen jedoch nicht beeinflussen. Ganz im Gegenteil: Bereits nach wenigen Sekunden holte Kevin Schade, der beim FC Brentford in England sein Geld verdient, einen Foulelfmeter heraus.
Youssoufa Moukoko, normalerweise ein sicherer Schütze, scheiterte an Israels Schlussmann Daniel Peretz (3.). Der Startschuss in eine wilde, ereignisreiche Begegnung. Während die Deutschen weiter dominierten, nutzte Dor Turgeman eine Unachtsamkeit der DFB-Hintermannschaft, drehte Kapitän Yann Aurel Bissack ein und versenkte die Kugel unhaltbar zur Führung (20.).
Bissack machte seinen Fehler nur sechs Minuten später mit einem Kopfballtor nach Freistoß-Flanke von Angelo Stiller wieder gut, als Eden Kartsev kurz vor der Pause (45.+2) die Ampelkarte sah, maximierten sich die Chancen auf den Auftakt-Dreier noch einmal erheblich.
Nach dem Seitenwechsel fehlte es dem amtierenden Europameister aber an Kreativität und Präzision. Der eingewechselte Jessic Ngankam vergab zu allem Überfluss noch einen weiteren Strafstoß (80.). Kein Wunder, dass die Enttäuschung über das 1:1 im Anschluss groß war.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Moukokos Abend zum Vergessen
Moukoko, der zweitjüngste im Team, ist gleichzeitig das wohl bekannteste Gesicht des derzeitigen U21-Kaders. Das 18-jährige Juwel von Borussia Dortmund feierte in der abgelaufenen Saison mit sieben Toren seinen Durchbruch im Bundesliga-Team der Schwarz-Gelben.
In Kutaissi erlebte Moukoko, der bereits zweimal für die A-Nationalmannschaft zum Einsatz kam, allerdings einen Abend zum Vergessen – nicht nur wegen seines verschossenen Elfmeters. Gleichwohl dieser den Auftakt in eine Reihe unglücklicher Aktionen bildete.
Zunächst versprang dem technisch versierten Youngster die Kugel in aussichtsreicher Position (15.), in der 37. Minute wurde Josha Vagnomans vermeintlicher Treffer zum 2:1 zurückgenommen, weil Moukoko im strafbaren Abseits gestanden hatte.
Kurz nach der Halbzeit vergab er außerdem freistehend nach guter Hereingabe von Stiller (54.). Freilich alles keine eklatanten Fehler – nur Aktionen, die an diesem Donnerstagabend ins Bild passten.
"Er muss an seiner Körpersprache arbeiten", forderte "Sat1"-Experte Markus Babbel im Nachgang an die Partie. Er ergänzte: "Er hatte seine Aktionen, aber er war im Kopf nicht mehr parat. Man muss jetzt viel mit ihm sprechen. Er ist nämlich ein guter Junge!"
2.) Dauerläufer Krauß überzeugt
Tom Krauß zählte in der vergangenen Spielzeit zu den wenigen Lichtblicken beim FC Schalke 04, deutete immer wieder an, über welch großes Potenzial er verfügt.
Zum EM-Auftakt überzeugte der 22 Jahre alte Mittelfeldmann auch auf internationaler Bühne. Krauß war überall auf dem Platz zu finden und nahm Israels Top-Talent Oscar Gloukh von Red Bull Salzburg komplett aus dem Spiel.
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Tom Krauß überzeugte beim DFB-Team
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Nach 90 Minuten standen satte zehn Balleroberungen zu Buche – Spitzenwert beim DFB-Team. Außerdem kam der gebürtige Leipziger auf die meisten Tacklings (4) und auf eine positive Zweikampfbilanz (55 Prozent bei elf direkten Duellen, d. Red.).
Beinahe wäre das Geburtstagskind gar noch mit einer Vorlage auf dem Spielberichtsbogen aufgetaucht. Ngankam vergab jedoch den von Krauß herausgeholten Elfmeter kurz vor Schluss.
3.) DFB-Team in Überzahl ideenlos
Wer gedacht hatte, dass Deutschland spätestens nach der Gelb-Roten Karte für Kartsev einen souveränen Sieg herausschießen würde, sah sich getäuscht.
Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich die Auswahl Israels in Unterzahl verständlicherweise noch mehr aufs Verteidigen, stellte clever zu und ließ vor allem im Zentrum kaum Räume für Di Salvos Mannschaft.
Das Ergebnis: Viele Pässe, wenig Raumgewinn. Gelang es doch einmal, die Flügelspieler in gute Flankenposition zu bringen, landeten die Hereingaben zumeist in den Armen des starken Keepers Peretz.
Ein Umstand, der auch Di Salvo bitter aufstieß. "In der zweiten Halbzeit hat mir in Überzahl die Präzision gefehlt. Wir haben das Spiel zu langsam gemacht und die Flanken kamen auch nicht", monierte er – und kam zu einem nüchternen Fazit: "Es sollte heute nicht sein."
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Quelle: SID
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