Noah Atubolu, Rocco Reitz und Co. - diese U21-Vize-Europameister empfehlen sich für den deutschen WM-Kader 2026
VonThomas Gaber
Update 30/06/2025 um 09:59 GMT+2 Uhr
Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat den EM-Titel knapp verpasst. Im Finale von Bratislava unterlag die DFB-Auswahl England 2:3 (2:2, 1:2) nach Verlängerung. Dennoch konnten sich neben Shootingstar Nick Woltemade einige andere Spieler aus dem Team von Bundestrainer Antonio Di Salvo für höhere Aufgaben empfehlen - auch für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit der A-Nationalmannschaft.
Mainz-Power in der U21: Nelson Weiper (l.) und Paul Nebel
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Die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Nach einer schwachen ersten Halbzeit holte die deutsche U21 im EM-Finale gegen England ein 0:2 auf und hätte um ein Haar noch den Siegtreffer erzielt - doch Paul Nebel traf in der Nachspielzeit nur die Latte.
Am Ende siegten die Three Lions 3:2 nach Verlängerung und verteidigten somit ihren Titel von 2023. Die DFB-Auswahl konnte dennoch über weite Strecken des Turniers überzeugen - nicht nur Torschützenkönig Nick Woltemade (sechs Treffer).
In einem Jahr findet die Mammut-WM 2026 statt und es würde nicht verwundern, wenn der eine oder andere EM-Akteur der U21 den WM-Zug noch rechtzeitig erreicht.
Neben Woltemade haben sich diese Vize-Europameister ins Rampenlicht gespielt:
Noah Atubolu (23/SC Freiburg)
In der Bundesliga stellte Atoubolu in der letzten Saison mit 609 Minuten ohne Gegentor einen neuen Vereinsrekord in Freiburg auf. Bei der U21-EM liefert er zuverlässig ab und rettete Deutschland vor allem im Halbfinale gegen Frankreich (3:0) mit mehreren Glanzparaden.
Laut "Bild" steht DFB-Torwarttrainer Andreas Kronenberg bereits in engem Austausch mit Atubolu, der auch für Nigerias A-Nationalmannschaft spielen könnte. Atubolu bestätigte das Interesse des Verbandes, "Nigeria ist für mich aber aktuell kein Thema", sagte der Keeper.
Hinsichtlich der WM setzt Nagelsmann auf Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) und Alexander Nübel (VfB Stuttgart). Mit Atubolu und Jonas Urbig (FC Bayern) gibt es aber zwei starke junge Alternativen.
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Noah Atubolu spielt ein starkes Turnier im deutschen Tor
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Nnamdi Collins (21, Eintracht Frankfurt)
Der 21-Jährige ist eine der Entdeckungen der letzten Bundesligasaison in Frankfurt. Collins ist vielseitig einsetzbar, kann Innen- und Rechtsverteidiger spielen. Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften von Borussia Dortmund, wechselte aber 2023 für 600.000 Euro Ablöse wegen der besseren Persektive zur Eintracht.
"Fußball ist nicht nur Spaß, aber wir haben alle wegen dem Spaß am Fußball angefangen. In Frankfurt habe ich einfach diese Lockerheit, diesen Spaß", begründete Collins seinen Karriereschritt.
Im A-Team spielt Joshua Kimmich wegen Nagelsmanns Alternativlosigkeit rechts hinten. Collins könnte dieses Problem langfristig lösen. Doch auch bei ihm ist Eile geboten: Collins könnte gleich für zwei andere Verbände spielen - Polen und Nigeria.
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Nnamdi Collins im Duell mit Jarell Quansah - Deutschland U21 vs. England U21
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Nathaniel Brown (22, Eintracht Frankfurt)
Brown ist das Pendant zu Collins auf der anderen Seite in Frankfurt. Im Sommer 2024 kam er vom 1. FC Nürnberg an den Main und war bei der Eintracht ab dem 9. Spieltag als Linksverteidiger gesetzt.
Collins überzeugt als Defensivspieler auch im Spiel nach vorne; in 25 Bundesligaspielen sammelte er zehn Scorerpunkte.
In der A-Nationalmannschaft ist die linke Abwehrseite eine Dauerbaustelle. Weder David Raum, noch Maximilian Mittelstädt konnten sich dauerhaft empfehlen. Brown lauert auf seine Chance - andernfalls hat er auch die Möglichkeit, für die USA zu spielen.
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Nathaniel Brown spielt bei Eintracht Frankfurt
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Rocco Reitz (23, Borussia Mönchengladbach)
Der Gladbacher spielte schon mal bei Nagelsmann vor, wurde Ende Mai 2024 vom Bundestrainer für ein Trainingslager des A-Teams nominiert. Bei der U21-EM bestach Reitz mit als Taktgeber mit Einsatz und Ballsicherheit.
Markus Babbel schwärmt in seiner Funktion als "ran"-Experte regelmäßig von Reitz: "Ich liebe diesen Spieler einfach. Rocco weiß, was er will und sagt das auch - gar nicht weichgespült. Sein Spielwitz, seine Technik - das ist schon herausragend."
Mit seinen Leistungen bewirbt er sich Reitz als Fixpunkt bei der Borussia und für weitere Einladungen vom Bundestrainer.
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Rocco Reitz im EM-Finale
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Paul Nebel (22, 1. FSV Mainz 05)
Auch mit Blick auf die Offensive mangelt es in Deutschland nicht an herausragenden Talenten. Nebel schaffte in der letzten Saison in Mainz mit 16 Torbeteiligungen in 31 Spielen den Durchbruch.
Außer im Viertelfinale gegen Italien (3:2 n.V.), als Nebel nach einer Stunde dem späteren Siegtorschützen Merlin Röhl Platz machte, spielte Nebel ein starkes EM-Turnier. Im Endspiel traf er sehenswert zum 2:2.
Nagelsmann soll den Edel-Techniker bereits auf dem Zettel haben, laut "Bild" stand er bereits kurz vor einer Nominierung für den A-Kader.
Das Zögern des Bundestrainers könnte sich rächen: Nebel kann auch für Irland spielen - eine verlockende Option für ihn. "Meine Oma kommt aus Irland und meine Mutter ist Halb-Irin. Ich war als Kind auch viel in Irland. Irland ist für mich schon so ein bisschen die zweite Heimat. Deswegen mag ich das Land", sagte er und verriet ein "intensives Baggern" des irischen Verbandes.
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Paul Nebel traf bei der U21-EM gegen Tschechien
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Nelson Weiper (20, 1. FSV Mainz 05)
Für das Mainzer Eigengewächs verläuft die EM wie im Traum. Vor Turnierbeginn nur als Ersatz eingeplant, erzielte Weiper vier Tore (eins davon im Finale zum 1:2) und bildete mit Klubkollege Nebek und Nick Woltemade ein schwer ausrechenbares Offensivtrio.
Weiper ist eine echte Nummer neun - wovon vor allem Woltemade als hängende Spitze profitiert. Einen Stammstürmer gibt es im A-Team nicht. Niclas Füllkrug, Tim Kleindienst und der lange verletzte Kai Havertz füllten diese Rolle zuletzt aus. Mit Weiper macht ein Sturmtalent Druck und könnte sich schon für die WM 2026 als Alternative anbieten.
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Nelson Weiper jubelt über sein Tor im U21-EM-Finale 2025
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Transfer-Aufruhr um Woltemade ist U21-Trainer Di Salvo egal
Quelle: Perform
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