Eurosport
Frankreich - Deutschland | Reaktionen zur Niederlage in Paris: "Wenn wir cleverer sind..."
Von
Publiziert 17/10/2018 um 00:10 GMT+2 Uhr
Deutschland verliert in der Nations League nach der satten Pleite in den Niederlanden (0:3) auch gegen Frankreich (1:2) - im DFB-Team erkennt man jedoch die eigene Leistungssteigerung an. Bundestrainer Joachim Löw spricht von einer unverdienten Niederlage, DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht ein Spiel, auf dem man aufbauen kann. Manuel Neuer ist enttäuscht. Die Stimmen zum Spiel.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Toni Kroos (Deutschland): "Ich sehe keinen Grund, dass wir uns alle erschießen."
Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland): "Über das Ergebnis bin ich enttäuscht, das war nicht nötig. Wenn wir ein bisschen cleverer sind, können das Spiel gewinnen. Die Franzosen kamen lange Zeit mit unserer veränderten Grundordnung nicht zurecht. Nach dem Niederlande-Spiel war klar, dass wir neue Reize setzen mussten. Einen Umbruch muss man immer sukzessive einleiten. Es braucht eine gute Mischung, wenn man langfristig Erfolg haben will. Wer vorher viel geleistet hat, hat das Fußballspielen nicht von heute auf morgen verlernt. Die Jungen brauchen auch diesen Halt. Ich treffe meine Entscheidungen aus Überzeugung. Die Guten sind die, die den Schalter schnell umlegen."
Reinhard Grindel (DFB-Präsident): "Die Mannschaft ist sehr enttäuscht, weil sie sich nicht belohnt hat für ein sehr gutes Spiel. Wir hätten einfach das zweite Tor nachlegen müssen. Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung. Der Elfmeter ist natürlich bitter. Wir können die Gruppe A noch halten, auch wenn wir die Schützenhilfe unserer französischen Freunde brauchen. Ich finde, dass wir ein Stück Umbruch gesehen haben, der Mut macht für die Zukunft. Entscheidend ist die Entwicklung der Mannschaft. Was diese junge Mannschaft heute gezeigt hat, darauf lässt sich aufbauen. Man kann mit Zuversicht auf die nächsten Wochen schauen."
Manuel Neuer (Deutschland): "Es fühlt sich immer schlecht an, wenn man verliert. Wenn man 1:0 führt und alles im Griff hat, ist das bitter. Wir haben uns in der ersten Halbzeit nicht mit einem Spielzug belohnt, aus dem wir ein Tor machen. Jogi und das Trainerteam hatten einen klaren Plan und der ist auch aufgegangen. Das Ergebnis spiegelt das Spiel wieder nicht wider. Wir haben uns weniger vorzuwerfen als gegen Holland. Es ist enttäuschend."
Nico Schulz (Deutschland): "Wir wollten unsere Nadelstiche in der Offensive setzen. Wir haben nach dem 1:0 nicht nachgelegt und zweimal in der Defensive nicht richtig aufgepasst."
Serge Gnabry (Deutschland): "Wenn du ein Spiel verlierst, kommt die Enttäuschung immer am meisten heraus. Wir haben es eigentlich gut gemacht. Ich war überrascht, dass ich von Anfang an gespielt habe, weil ich ja erst nachnominiert wurde. Wir sollten auch jetzt nicht den Kopf hängen lassen. Wir waren nicht schlechter als Frankreich. Wenn wir die Konter besser ausspielen, können wir sogar 2:0 in Führung gehen – von daher sollte die Stimmung nicht allzu schlimm sein."
Antoine Griezmann (Frankreich): "Wir waren am Anfang überrascht, dass Deutschland hinten mit einer Dreierkette gespielt hat. Also mussten wir uns in der Kabine etwas besprechen und zwei, drei taktische Dinge umstellen. Danach wurde es besser. Wir sind Weltmeister geworden, weil jeder für den anderen mitgearbeitet hat - so war es auch heute. Nur so gewinnt man Spiele."
Lothar Matthäus (Sky-Experte): "An Joachim Löw muss man nicht zweifeln. Die Niederlage tut weh, weil sie überflüssig war. Die Mannschaft hat wirklich gut gespielt. Löw hat seine Qualitäten als Trainer. Das hat er zwölf Jahre gezeigt und heute hat er Entscheidungen getroffen, die dem Spiel der Mannschaft einfach gut getan haben. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt, dass er einen Umbruch einleiten muss - eben mit jungen schnellen Spielern."
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung