Nations-League-Halbfinale: Niederlande im Finale nach Sieg über England

Die Niederlande sind Portugals Gegner im Finale der Nations League. Die Elftal hat England im Halbfinale mit 3:1 (0:1, 1:1) geschlagen und die Partie gedreht. Per Foulelfmeter (32.) brachte Marcus Rashford die "Three Lions" in Führung. Matthijs de Ligt, der den Strafstoß verschuldete, glich aus (73.). In der Verlängerung sorgten Kyle Walker (97./ET) und Quincy Promes (114.) für die Entscheidung.

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So lief das Spiel:

Das zweite Halbfinale des Final Four der Nations League startete schleppend, auch weil beide Mannschaften das letzte Risiko im Spielaufbau über weite Strecken des ersten Durchgangs sichtbar scheuten. So musste fast schon zwangsläufig ein individueller Fehler herhalten, um der bis zur 30. Minute wenig ereignisreichen Partie neues Leben einzuhauchen.
Ajax-Verteidiger Matthijs de Ligt unterlief im eigenen Strafraum ein Leichtsinnsfehler bei der Ballannahme, bei der folgenden Rettungsaktion kam der in Europa heiß umworbene Innenverteidiger klar zu spät gegen Marcus Rashford. Den unstrittigen Elfmeter übernahm der Gefoulte kurzerhand selbst und schob vom Punkt sicher zur englischen Führung ein (32.). De Ligt kam bei der Aktion als letzter Mann mit Gelb davon, da die Attacke noch dem Ball gegolten hatte.
Kurz darauf lag dem United-Angreifer nach grandioser Sancho-Vorarbeit gar das 2:0 auf dem Fuß. Rashfords Abschluss aus 13 Metern vereitelte Denzel Dumfries im letzten Moment noch mit einem grandiosen Tackling (37.).
Nach dem Seitenwechsel vergab der auffällige Sancho freistehend per Kopf die nächste große Chance zur Führung (54.), im Gegenzug konnte Memphis Depay einen schlimmen Abspielfehler von Kyle Walker mit einem unplatzierten Abschluss nicht zum Ausgleich nutzen (55.).
Die Elftal arbeitete sich in der Folge immer besser in die Partie, die Belohnung folgte nach 73 Minuten: De Ligt stiegt bei einem Eckball am höchsten und bügelte seinen Fehler aus dem ersten Durchgang wieder aus. Weil sowohl Lingards Tor wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt wurde (83.) als auch Depay in der Nachspielzeit die große Siegchance für Oranje vergab (90.+4) ging es in die Verlängerung.
Dort legten sich die "Three Lions" in der 97. Minute den Ball wortwörtlich selbst ins Netz. Erst verlor John Stones das Leder als letzter Mann am eigenen Strafraum nachlässig an Depay, dessen Schuss Pickford zunächst noch glänzend parierte. Den Nachschuss des eingewechselten Quincy Promes lenkte Kyle Walker mit einer letztlich vergeblichen Rettungstat unglücklich ins eigene Netz (97.).
Doch damit nicht genug der englischen Pannenshow: Wenige Minuten vor Ende ließ sich Ross Barkley unter Druck zu einem schlimmen Fehlpass Richtung Pickford hinreißen. Depay war vor dem englischen Keeper am Ball und bediente geistesgegenwärtig Promes im Zentrum, der nur noch den Fuß zur endgültigen Entscheidung hinhalten musste und den Einzug ins Finale der Nations League unter Dach und Fach brachte (114.)

Die Stimmen zum Spiel:

Ronald Koeman (Trainer Niederlande): "Das ist ein toller Tag für uns. Meine Mannschaft hat bis zum Schluss an sich und den Sieg geglaubt. Jetzt werden wir alles dafür tun, die Nations League auch zu gewinnen."
Declan Rice (England): "Das ist nur schwer zu akzeptieren. Wir haben uns im zweiten Durchgang die Seele aus dem Leib gerannt. Leider haben wir ihnen dann zwei Tore geschenkt."
Raheem Sterling (England): "Wir haben heute zu viele dumme Fehler gemacht und wurden dafür bestraft. Jetzt müssen wir lernen, auch den letzten Schritt zu gehen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Pfiffe für einen CL-Sieger

Unter den deutlich in Überzahl vorhandenen England-Fans im portugiesischen Guimaraes fand sich offensichtlich ein nicht unerheblicher Teil von Tottenham-Anhängern. Bei jedem Ballkontakt wurde Oranje-Kapitän und Liverpool-Profi Virgil van Dijk bis zum Ende der Verlängerung konsequent mit unüberhörbaren Buhrufen bedacht. Der Champions-League-Stachel schien knapp eine Woche nach dem Endspiel bei einigen Anhängern noch tief zu sitzen.

Die Statistik: 50

Raheem Sterling absolvierte im Alter von 24 Jahren und 180 Tagen sein 50. Länderspiel für die englische Nationalmannschaft. Nur zwei Engländer waren bei ihrem 50. Einsatz für die "Three Lions" noch jünger: Wayne Rooney (23 Jahre, 159 Tage) und Michael Owen (23 Jahre, 179 Tage).
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