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UEFA Nations League

Lange Gesichter im DFB-Team: Niederlande düpieren Deutschland

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Manuel Neuer

Fotocredit: Getty Images

VonJan Niestegge
14/10/2018 Am 10:36 | Update 14/10/2018 Am 10:36

Nächster Rückschlag für Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft. Sein Team unterlag gegen die Niederlande in der Nations League mit 0:3 (0:1). In einer fahrigen Partie setzten sich mittelmäßige Niederländer gegen ein äußerst schwaches DFB-Team durch. Die Treffer für Oranje erzielten Virgil van Dijk (30.), Memphis Depay (87.) und Georginio Wijnaldum (90.).

So lief das Spiel:

In der Nations League ging es zwischen Deutschland und den Niederlanden um den ersten, respektive zweiten Platz in der Gruppe - "Die Mannschaft" wollte Weltmeister Frankreich vom Platz an der Sonne verdrängen. Gegen die Nachbarn änderte Joachim Löw seine Mannschaft auf einigen Position - unter anderem begann Bayerns Joshua Kimmich auf der Sechserposition, der Schalker Mark Uth feierte sein Debüt in der Sturmzentrale.

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Beide Nationen begannen ruhig und abwartend - wollten nicht den ersten Fehler begehen. In den ersten Minuten lief es aufseiten der Niederländer besser, nach einer knappen Viertelstunde wurde die Löw-Elf etwas aktiver, kam durch Timo Werner (17.) und Thomas Müller (18.) zu zwei guten Gelegenheiten.

In der 30. Minute schlugen jedoch die Niederländer zu. Nach einer Ecke von der rechten Seite irrte Manuel Neuer durch den Strafraum, am zweiten Pfosten köpfte Ryan Babel den Ball an die Latte - Virgil van Dijk setzte nach und drückte die Kugel aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie.

Deutschland kam in der Folge nur schleppend zurück in die Partie. Dem Spiel des Weltmeisters von 2014 fehlte das Selbstverständnis im Kombinationsspiel, die Kaltschnäuzigkeit in der gegnerischen Gefahrenzone. Der Auftritt im ersten Durchgang erinnerte an die schwachen Leistungen bei der Weltmeisterschaft in Russland.

Auch im zweiten Durchgang ließ das Spiel der deutschen Mannschaft zu wünschen übrig. Die Niederländer waren in fast allen Aktionen einen Schritt schneller, insgesamt deutlich galliger. "Die Mannschaft" suchte zwar nach Spielfluss, kam aber nicht ins schnelle Kombinationsspiel und somit selten zu gefährlichen Torabschlüssen. Erst nach den Einwechslungen von Leroy Sané (57.) und Julian Draxler (57.) wurde es zwar lebendiger, das Spiel drehen konnte die Löw-Elf dennoch nicht.

Stattdessen nutzten die Niederländer in der 86. Minute einen Konter zur Vorentscheidung. Der eingewechselte Quincy Promes bediente Memphis Depay mit einem feinen Zuspiel in den Strafraum. Aus fünf Metern schoss der Angreifer den Ball flach in die Maschen. In der Nachspielzeit münzten die Hausherren den nächsten Fehler der Deutschen in einen Treffer um. Georginio Wijnaldum kam aus elf Metern zum Abschluss und traf flach ins linke Toreck.

Damit bleibt Deutschland nach zwei Spieltagen hinter Frankreich und den Niederlanden nur der letzte Platz in der Liga A.

Die Stimmen:

Mats Hummels (Deutschland): "Wir haben 0:3 verloren, obwohl wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Wir hatten viel Pech, es lag an keinem bestimmten Spieler. Jetzt stehen wir hier mit einem 0:3 und werden auf jeden Fall auf die Fresse kriegen, dabei können wir uns nicht viel vorwerfen."

Manuel Neuer (Deutschland): "Natürlich geht immer mehr. Wir haben zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht, dabei hätten wir die Chancen zur Führung gehabt. Am Ende haben wir sehr offen gestanden und natürlich auch Fehler gemacht. Vor dem Spiel hat jeder von uns dem Trainer signalisiert, dass wir für das Spiel bereit sind."

Das fiel auf: Veränderung als Erfolgskatalysator

Löw hatte etwas zu feiern beim Spiel gegen die Niederlande. Der 58-Jährige absolvierte sein 168. Spiel als deutscher Nationaltrainer an der Seitenlinie und ist damit neuer Rekordtrainer vor Sepp Herberger (167 Spiele). Dabei verbuchte Löw mehrere prestigeträchtige Erfolge: Im Jahr 2014 wurde er Weltmeister, 2017 holt er den Confederations Cup nach Deutschland.

Seither stolpert Löw allerdings erheblich. Die Weltmeisterschaft in Russland war ein einziges Debakel, die Vorstellungen nach diesem Wettbewerb durchwachsen. Dem deutschen Spiel fehlt Schwung und junges Blut. Mit Löw wirkt "Die Mannschaft" mittlerweile zu eingefahren in ihrer taktischen und personellen Formation. Veränderung als Erfolgskatalysator? Unumgänglich! Lange kann es mit Löw jedenfalls nicht mehr weitergehen.

Der Tweet zum Spiel:

Sané war nach seiner Einwechslung einer der auffälligsten Deutschen...

Die Statistik: 100

Uth ist der 100. Spieler der unter Löw zum ersten Spiel bei der deutschen Nationalmannschaft gekommen ist. Der Schalker Stürmer ließ vor seinem Debüt verlauten:

Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob ich Debütant 99, 100 oder 101 bin. Es ist eine Riesen-Ehre für mich, hier dabei zu sein.

Der Angreifer durfte 68 Minuten ran und versuchte viel zu bewegen im Sturmzentrum. Der Einsatz stimmte beim Schalker - einige Abschlüsse sprangen heraus, gefährlich wurde es allerdings nicht.

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