Schweizer Ohrfeigen für Belgien, Englands Ekstase nach Sieg gegen Kroatien

Nach dem furiosen 5:2 gegen den WM-Dritten Belgien befindet sich die Schweiz im Freudentaumel. England krönt mit der erfolgreichen WM-Revanche gegen Kroatien ein starkes Länderspieljahr. Beide ziehen ins Finalturnier der Nations League ein. Dieses findet nächsten Juni in Portugal statt. Für die Schweiz ist es nach der Blamage gegen Katar ein gelungener Jahresabschluss.

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Nach dem Spektakel von Luzern wurden die "epischen Schweizer" in ganz Europa mit Lobeshymnen gefeiert. Ähnlich euphorisch waren die Reaktionen der englischen Fans, die inbrünstig den Klassiker "Football's coming home" johlten.
Während den Eidgenossen in einer "historischen Nacht" beim 5:2 (3:2) gegen Belgien ein irres Comeback gelang, genossen die Engländer im Londoner Wembley-Stadion ein kaum weniger dramatisches 2:1 (0:0) in einer Neuauflage des WM-Halbfinals gegen Kroatien.

Schweiz dreht 0:2-Rückstand

Beide Teams erreichten mit ihren Siegen das Finalturnier der Nations League vom 5. bis 9. Juni 2019 in Portugal. In der Schweiz veränderte der Triumph gegen die Roten Teufel die Wahrnehmung innerhalb von Stunden gravierend. "Dieses Team hat Moral und Charakter", bejubelte der "Blick" eine Mannschaft, an der die Boulevardzeitung zuvor noch "Leidenschaft" und "Einstellung" kritisiert hatte.
"Es ist ein Moment zum Genießen", sagte Matchwinner Haris Seferovic, der mit einem Dreierpack der Mann des Abends war. Kapitän Granit Xhaka zeigte sich ebenfalls rundum begeistert: "Dass das Jahr so endet, ist einfach geil."
Schnell hatten die Schweizer durch den Gladbacher Thorgan Hazard (2., 17.) 0:2 zurückgelegen, sich dann aber auf erstaunliche Weise aufgebäumt. "Was für eine Ohrfeige! Was ging da bloß in euren Köpfen vor, liebe Teufel?", fragte die belgische Zeitung La Derniere Heure. Das angesehene Het Nieuwsblad sah einen "peinlichen Abgang", der vor allem durch "Arroganz" zustande gekommen sei.

Wembley in ein Tollhaus verwandelt

In London war Englands Kapitän Harry Kane gefangen in der Magie des Moments. Noch lange nach Abpfiff stand der Stürmerstar ganz allein auf dem Rasen. "Es ist unglaublich. So habe ich Wembley im England-Trikot noch nie erlebt", jubelte der Torjäger ergriffen: "Wir wollten jeden stolz machen. Wir wollten das so sehr."
Wenige Minuten zuvor hatte "King Kane" den Londoner Fußball-Tempel in ein Tollhaus verwandelt und sagte über den entscheidenden Treffer in der 85. Minute:
Zuvor hatte Hoffenheims Andrej Kramaric (57.) für die Feurigen getroffen und Jesse Lingard (78.) ausgeglichen. Der Triumph war nicht nur Balsam auf die englische Seele nach dem knappen WM-Aus gegen den Vizeweltmeister nur 130 Tage zuvor. Gleichzeitig verdeutlichte er, dass die junge Mannschaft seitdem wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat. "Mittlerweile können wir auch die Top-Teams schlagen", sagte Teammanager Gareth Southgate stolz.

Nach der Blamage folgte das wahnsinnige Comeback

Die Schweiz schöpfte am Ende eines turbulenten Länderspieljahres ihr Potenzial aus. "Wir haben mit Mut und Herz gespielt. Es war eine große mentale Leistung", sagte Trainer Vladimir Petkovic. Wenige Tage nach der Blamage gegen Katar (0:1) kämpfte die Schweiz mit Bravour auch gegen eine Reihe von negativen Einflüssen der letzten Monate. Seferovic erhielt für seine Treffer (31., 44., 84.) bei der Auswechslung stehende Ovationen.
Es sei nach dem Rückstand auch dank der weiteren Tore durch Ricardo Rodriguez (26., Elfmeter) und den Gladbacher Nico Elvedi (62.) ein "perfektes Match" gewesen, sagte der 26-Jährige.
"Die Schweiz zieht ein wahnsinniges Comeback durch", schrieb das englische Boulevardblatt "Sun". Auch die spanische "Marca" zollte großen Respekt: "Epische Schweizer kommen nach 0:2 zurück." "AS" sah eine "historische Nacht für den Schweizer Fußball".
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