UEFA Nations League: DFB-Planspiele vor "Schicksalsspiel" gegen Frankreich
Eurosport bei GoogleAm Dienstag trifft die deutsche Nationalmannschaft in Paris auf Weltmeister Frankreich. Für das DFB-Team und Bundestrainer Jogi Löw ist es das Spiel ums Überleben in der Gruppe, eine Niederlage hätte den wahrscheinlichen Abstieg in der UEFA Nations League zur Folge. Die bisherigen Auftritte nach der verkorksten WM haben gezeigt, dass es Veränderungen im Team geben muss. Schon gegen Frankreich.
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"Natürlich hätten wir uns ein anderes Ergebnis gewünscht, aber der Blick muss klar nach vorne gehen. Unsere Konzentration gilt jetzt dem Spiel am Dienstag gegen Weltmeister Frankreich und danach dem Rückspiel gegen die Niederlande im November." Reinhard Grindel hält sich nicht lange mit der 0:3-Pleite gegen die Niederlande auf, der Blick ist starr auf die nächsten Aufgaben gerichtet. Doch auch ein Blick zurück kann bei Entscheidungen in der Zukunft helfen.
Jogi Löw muss gegen Frankreich personell reagieren - wir schlagen dem Bundestrainer diese Umstellungen vor:
Tor
Eine Diskussion darüber, wer der beste deutsche Torwart ist und daher auch das Tor der Nationalmannschaft hüten solle, stellte sich in den vergangenen Jahren nicht. Doch in einer Zeit, in der der DFB "jeden Stein umdrehen" will (Oliver Bierhoff), gehört auch ein unumstrittener Stammspieler wie Manuel Neuer auf den Prüfstand. Und siehe da, der Bayern-Keeper bietet zuletzt auch Grund zu Diskussionen.
In der Bundesliga patzte er nach einer Ecke gegen Augsburg und verschuldete ein Gegentor, das Punkte kostete. Gegen die Niederlande passierte ihm dasselbe Missgeschick. Grundsätzlich nicht allzu Verheerend für Neuer, wenn auf der Bank nicht der seit gut eineinhalb Jahren fehlerfreie Stammkeeper des FC Barcelona sitzen würde.
Marc-André ter Stegen vertrat Neuer während dessen Verletzungspause absolut verlässlich und machte sich berechtigte Hoffnungen, auch während der WM in Russland zwischen den Pfosten zu stehen. Löw entschied sich letztlich aber dafür, Neuer zur Nummer eins zu machen - trotz monatelanger Spielpause vor dem Turnier.
In Russland ließ sich Neuer zwar nichts zu schulden kommen, mittlerweile besitzt aber auch er keinen Sonderstatus mehr. Ter Stegen ist im Jahr 2018 der bessere Keeper und hätte es verdient, gegen Frankreich (Dienstag ab 20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) im Tor zu stehen. Sein Einsatz wäre ein Zeichen an alle die Spieler, die - teilweise zurecht - am Leistungsprinzip in der Nationalmannschaft zweifeln.
Eurosport-Wahl fürs Tor: ter Stegen
Abwehr
Ein "Problem" hat sich für Löw vor dem Spiel gegen Frankreich von selbst gelöst. Jérôme Boateng hätte allein aufgrund seiner Leistung gegen die Niederlande in Paris auf der Bank sitzen müssen. Nun ist er aufgrund muskulärer Probleme abgereist und wird in München behandelt. Niklas Süle dürfte für ihn neben Mats Hummels auflaufen - eine Kombination, die in der Bundesliga schon des Öfteren geprobt wurde.
Auf der linken Abwehrseite setzt Löw, wenn er fit ist, auf den Kölner Jonas Hector. Allerdings scharrt mit Marvin Plattenhardt ein Bundesligaspieler mit den Hufen - Hector misst sich Woche für Woche "nur" in der 2. Liga. Die Wettkampfhärte dürfte eher für den Berliner sprechen.
Übrigens: Auch der Augsburger Philipp Max, der nunmehr seit zwei Spielzeiten in der Bundesliga für Aufsehen sorgt, muss in der Zukunft in Löws Planspielen eine Rolle spielen.
Eurosport-Wahl für die Abwehr: Ginter, Süle, Hummels, Plattenhardt
Mittelfeld
Das neue Herzstück des deutschen Mittelfeldes soll in der Zukunft Joshua Kimmich sein. Der Münchner, der im Verein auf der Rechtsverteidigerposition aufläuft und dies bisher eigentlich auch in der Nationalmannschaft tat, bekleidet seit nunmehr drei Spielen die Sechserposition. Eine Umstellung, die zwar nicht in die Hose ging, dennoch stellt sich die Frage, ob Kimmich seiner Mannschaft hinten rechts nicht mehr geben kann als in der Zentrale, wo auch ein Toni Kroos zu Hause ist. Löw hat sich durch die Umstellung eine neue Baustelle geschaffen, die es gar nicht gebraucht hat. Als Rechtsverteidiger agierte zuletzt der gelernte Innenverteidiger Matthias Ginter - keine Optimallösung, an der Löw aber erst einmal festhalten wird.
Die Ausfälle von Leon Goretzka und Ilkay Gündogan wiegen schwer, weshalb das Dreier-Mittelfeld gegen Frankreich wohl erneut mit Emre Can aufgefüllt wird. Aber auch der bei der WM überzeugend spielende Sebastian Rudy ist eine Option.
Eurosport-Wahl fürs Mittelfeld: Can, Kimmich, Kroos
Sturm
Was tun auf der Position des Mittelstürmers? Gegen die Niederlande versuchte es Löw mit dem torlosen Schalker Mark Uth. Einen Versuch war es sicherlich wert und der ehemalige Hoffenheimer enttäuschte keineswegs - der Weisheit letzter Schluss ist aber auch er nicht. Zumindest nicht dann, wenn neben ihm ein Thomas Müller im Formtief spielt.
Müller, der ohne Frage zu den verdientesten Spielern im aktuellen DFB-Kader zählt, befindet sich seit Jahren im Formtief, macht aber fast jedes Spiel. Löw muss aber auch ihn nach Leistung bewerten - und die lässt einen Startelfeinsatz gegen Frankreich nicht zu.
Was hat Löw denn zu verlieren? Auf der Bank sitzen Spieler wie Julian Brandt, Leroy Sané oder Serge Gnabry. Alles pfeilschnelle, technisch starke Flügelspieler, die den Unterschied machen können. Das haben sie in ihren Vereinen und auch in der Nationalmannschaft - Stichwort Confed Cup - schon gezeigt. Gibt Löw den "jungen Wilden" mehr Vertrauen, werden sie es zurückzahlen.
Eurosport-Wahl für den Sturm: Sané, Werner, Brandt
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