Nations League: Michael Olise zieht Frankreich in seinen Bann - Bayern-Flügelstürmer verfolgt Traum der Träume

Michael Olise hat sich mit seiner Darbietung beim Halbfinal-Einzug der französischen Nationalmannschaft gegen Kroatien (5:4 i.E.) endgültig ins Rampenlicht gespielt. Der Höhenflug des 23-jährigen Flügelstürmers ist aber kein Zufall. Beim FC Bayern schickt er sich längst an, das Erbe von Vereinslegende Franck Ribéry anzutreten, seine Verbindung zu Thierry Henry hob ihn auf ein neues Niveau.

Bayern-Glücksgriff Olise: Frankreichs aufstrebender Superstar

Quelle: Perform

Einmal kurz durchatmen, vier kleine Schritte - und oh là là!
Als Michael Olise in der 52. Minute unmittelbar vor der Strafraumkante zum Freistoß antrat, blickte Frankreich gegen Kroatien noch dem Viertelfinal-Aus in der UEFA Nations League entgegen. Wenige Momente später zappelte der Ball im Netz und der Name Olise hallte durch die Straßen von Saint-Denis.
Rund eine halbe Stunde später legte er den Ball nach einem zauberhaften Doppelpass mit Kylian Mbappé perfekt für Ousmane Dembélé in den Rückraum ab. Der ehemalige Dortmunder versenkte die Kugel links unten, Frankreich rettete sich in die Verlängerung und zog nach einem dramatischen Elfmeterschießen ins Halbfinale gegen Spanien ein.
Für Olise ging am Sonntagabend ein Kindheitstraum in Erfüllung. Doch der 23-Jährige ist noch lange nicht am Ende seines Weges angelangt - und folgt dabei einem ganz speziellen Credo.

Olise nimmt sein Schicksal selbst in die Hand

"Jeden Tag ein bisschen mehr." Das japanische Mantra, als Tattoo auf seinem Schienbein verewigt, hat Olise schon seit Jahren verinnerlicht.
"Ich versuche, alles, was mit Glück zu tun hat, beiseite zu lassen und ziehe es vor, mein Schicksal selbst zu gestalten", erklärte er in einem Interview mit der französischen Sport-Tageszeitung "L’Équipe". Das sei ihm lieber "als zu denken, dass es mir zufällig in den Schoß fallen könnte."
So viel steht fest: Seine bisherige Saison war alles andere als ein Zufallsprodukt. Seit seinem Wechsel im zurückliegenden Sommer avancierte er beim FC Bayern München zu einem der Stützpfeiler in der Offensive, in 40 Pflichtspielen steuerte er 13 Tore und elf Vorlagen bei. Ein Ergebnis jahrelanger, harter Arbeit.
"Als ich mein erstes Jahr als Profi absolvierte, wurde mir klar, dass der Fußball vielleicht ein bisschen anders ist, als ich es mir vorgestellt hatte", beschrieb er seinen Werdegang. "Es ist eigentlich ziemlich ernst. Also habe ich angefangen, viel zu arbeiten. Und nie nach hinten zu schauen. Es ist die Zukunft, die mich antreibt."

Die große Bühne steht Olise

Einen persönlichen Höhepunkt erlebte der Flügelstürmer im vergangenen September, als er gegen Italien sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feierte.
"Ich erinnere mich an den ersten Anruf von Didier Deschamps. Ich war zu glücklich. Ich wollte das schon seit meiner Kindheit", schwärmte er. "Dann sah ich meinen Namen auf dem Trikot. Ich war eher aufgeregt als ängstlich."
Von Aufregung ist bei Olise mittlerweile aber nichts mehr zu sehen, die große Bühne steht dem aufstrebenden Ballkünstler. Das hat er schon bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris unter Beweis gestellt.
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Quelle: Eurosport

Mit zwei Toren und fünf Vorlagen hatte er maßgeblichen Anteil am Finaleinzug der Franzosen, den Showdown um Gold gegen Spanien verloren Olise und Co. jedoch äußerst bitter mit 3:5 in der Verlängerung. Die Erinnerungen an "die schönste Fußballerfahrung meines Lebens" will er aber nicht missen.
"Es war toll, vor allem weil es in Frankreich war", schwelgte er in Erinnerungen. "Als ich durch das Land reiste, spürte ich eine Inbrunst, die Kraft, zu Hause zu sein. Ich weiß nicht, ob ich vorher in Frankreich sehr bekannt war. Aber ich glaube, dass die Spiele dazu beigetragen haben, dass die Leute mich kennengelernt haben."

Ein besonderes Band mit Thierry Henry

Eine Reise, die ohne Vorbilder nur schwer möglich gewesen wäre. Einer seiner Mentoren hat selbst eine Weltkarriere hinter sich und räumte einst jeden erdenklichen Titel ab: Thierry Henry.
"Eine Legende", huldigte Olise dem Weltmeister von 1998, der die französische Olympia-Mannschaft als Trainer anführte. "Ich lernte neue Aspekte, die ich in mein Spiel einbaute, verstand seine Vision. Wir hatten ein ähnliches Verständnis von Fußball."
Zwischen beiden entstand über die wenigen Monate der Zusammenarbeit ein besonderes Band - trotz oder vielleicht sogar wegen so mancher Differenzen in ihrem Blick auf den Fußball. Henry hatte stets ein offenes Ohr für seinen Schützling und hob ihn letztlich auf ein neues Niveau. "Wir diskutierten einfach über alles."
Dass diese Verbindung auch nach dem olympischen Sommer bestand, wurde in einem Interview von Olise mit dem US-amerikanischen TV-Sender "CBS" deutlich. Olise strahlte im Dialog mit seinem früheren Coach über beide Ohren, Henry zog seinen ehemaligen Lehrling auf.

Ribérys Erbe und der Traum der Träume

Zwischen 2007 und 2019 machte sich ein anderer französischer Flügelflitzer einen Namen beim FC Bayern. Franck Ribéry stieg an der Säbener Straße zum Superstar auf, tütete einen Titel nach dem anderen ein. 2013 wurde er sogar zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.
Seit seinem Abgang versuchte der deutsche Rekordmeister händeringend, die große Lücke, die der Vizeweltmeister von 2006 hinterlassen hatte, zu füllen. Ribéry selbst sieht Olise dahingehend auf dem richtigen Pfad.
"Er ist ein sehr guter Spieler. Es ist nicht leicht, wenn du als junger Spieler zu so einem großen Verein kommst und die Sprache nicht sprichst. Er macht es sehr gut", stellte er im Gespräch mit der "Bild" klar. Ob der Youngster sein Erbe bei den Bayern antreten könne? "Ich hoffe es!"
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Quelle: Eurosport

Den Ehrgeiz dafür bringt Olise auf jeden Fall mit. Sowohl mit dem FC Bayern als auch mit der Nationalmannschaft hat er große Ziele - und verfolgt den Traum der Träume. "Ich will eine Trophäe", unterstrich er. "Zuerst mit Bayern, dann mit Frankreich nächstes Jahr die Weltmeisterschaft. Das ist mein Traum."
Der Fußball sei zwar unberechenbar, "aber das ist es, was ich mir in fünf oder zehn Jahren wünsche - etwas zu gewinnen."
Sechs Punkte Vorsprung in der Bundesliga, Viertelfinale in der Champions League und Halbfinale in der Nations League: Olise bietet sich in dieser Saison noch so manche goldene Chance. Und sollte er seinem Mantra treu bleiben, wird er sein Schicksal erneut selbst gestalten - und wieder einmal alle in seinen Bann ziehen.
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Quelle: Perform


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