Uli Hoeneß: Sebastian Hoeneß könnte irgendwann Bayern-Coach werden - Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann

Patron Uli Hoeneß kann sich seinen Neffen Sebastian nach der Ära Vincent Kompany gut als dessen Nachfolger auf der Trainerposition des FC Bayern vorstellen. "Er kommt mindestens mal in Frage", sagte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters bei "DAZN" über den Erfolgscoach des VfB Stuttgart. Derweil erneuerte Hoeneß seine Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann im Vorfeld der WM 2026.

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß

Fotocredit: SID

Vincent Kompany könne "von mir aus noch fünf oder zehn Jahre hierbleiben", sagte Uli Hoeneß und schwärmte vom Belgier, der "alle Spieler besser gemacht" habe.
Den Höhenflug "seiner" Bayern in dieser Saison, "dieses besondere Gefühl, diese Entwicklung, schreibe ich ganz klar unserem Trainer zu", betonte Hoeneß: "Er hat es geschafft, aus 15, 16 oder 18 sehr guten Einzelspielern ein homogenes Team zu formen."
Ähnlich herausragend arbeite sein Neffe Sebastian beim VfB. "Vor dem ziehe ich wirklich den Hut", meinte Hoeneß und ergänzte: "Was er in diesem Verein geleistet hat, ist bemerkenswert. Er hat die Mannschaft erstens im Abstiegskampf übernommen, zweitens wurden ihm in den letzten Jahren immer wieder die besten Spieler verkauft. Und trotzdem schüttelt er sich, macht weiter und kommt immer wieder zurück. Also ganz ehrlich: Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den größten Respekt."
Und eine Bayern-Vergangenheit. Der 43-Jährige, 1982 als Sohn von Ulis Bruder Dieter in München geboren, arbeitete vor seiner Zeit beim VfB für die U19 und die zweite Mannschaft des Rekordmeisters. Über die TSG Hoffenheim kam er im April 2023 zum VfB, mit dem er 2025 den DFB-Pokal gewann. Am 23. Mai stellt sich der Titelverteidiger im Finale von Berlin den Münchner Triple-Jägern von Coach Kompany entgegen.

Hoeneß rät Nagelsmann zur Kompany-Methode

Weniger gut weg kam indes Julian Nagelsmann, den Hoeneß abermals für die aus seiner Sicht mangelnde Eingespieltheit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fünf Wochen vor WM-Beginn kritisierte. "Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt – das werfe ich Julian auch vor, das habe ich ihm persönlich schon gesagt", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern.
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Nagelsmann freut sich über DFB-Kader: "Gute Mischung"

Quelle: Perform

"Wenn man zu einer Weltmeisterschaft fährt und keine wirkliche Weltklasse-Mannschaft hat, was wir im Moment aus meiner Sicht nicht haben, dann kann man - so wie Vincent (Anm. d. Red.: Bayern-Trainer Kompany) es vorgemacht hat - nur über die Mannschaft, über das Teamgefüge erfolgreich sein", ergänzte Hoeneß.
Er befürchtet, dass "wir zum ersten WM-Spiel eine Mannschaft auf den Platz schicken, die so noch nie zusammengespielt hat. Und das funktioniert nicht." Aktuell sehe er "weder hinten noch vorne eine klare Linie", kritisierte der Weltmeister von 1974 und fragte: "Wer ist unser Mittelstürmer? Wer spielt im Tor? Wer ist rechter Verteidiger, wer linker?"
Die letzten Fragen sind mit den Namen Oliver Baumann, Joshua Kimmich und David Raum allerdings schnell beantwortet. Dass Nagelsmann derzeit noch an seiner Startelf für den WM-Auftakt am 14. Juni gegen Curacao in Houston bastelt, hängt auch mit zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen zusammen, die den Bundestrainer in der holprigen WM-Qualifikation immer wieder zu Umstellungen zwangen. Serge Gnabry fällt sogar für die WM aus.

Hoeneß über Nagelsmann: "Leicht beleidigt"

Hoeneß wirft dem ehemaligen Bayern-Trainer Nagelsmann auch mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik vor. Nach ihrem Gespräch sei Nagelsmann "leicht beleidigt" gewesen.
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Uli Hoeneß (lins) und Ex-Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (rechts)

Fotocredit: Getty Images

Dabei wolle er "Julian damit überhaupt nichts Böses. Ich hoffe einfach, dass er darüber nachdenkt, dass diejenigen, die so etwas sagen - kürzlich hat ja auch Matthias Sammer Ähnliches geäußert -, ihm keine Niederlage wünschen, sondern seinen Erfolg."
Ihm fehle bei Nagelsmann ein bisschen "diese Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen", sagte Hoeneß: "Er wird mit seinen Entscheidungen leben müssen. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, dann wird es für ihn schwer."
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(SID)
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Kimmich: "Früher wären wir weggebrochen"

Quelle: Perform


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