Vorfreude auf Tor-Festival

Tore, Tore, Tore - Leipzig erwartet heute Abend beim WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein das langersehnte Fußballfest im Zentralstadion. Nach den Niederlagen gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) versprach Kapitän Michael Ballack "Wiedergutmachung". Da kommen die Fußball-Zwerge gerade recht.

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Lokalmatador Ballack und seine Mannen treten zum dritten Mal im mit 43.368 Zuschauern restlos ausverkauften Rund in der Messestadt an.
Zuletzt gastierte die Nationalmannschaft 2004 gegen Kamerun und 2005 gegen Mexiko im Rahmen des Confed-Cups in Leipzig. Aber im Zentralstadion wird der Ball künftig wohl nur noch zu besonderen Anlässen rollen. Der finanziell angeschlagene Fünftligist FC Sachsen wird seine Spiele in der kommenden Spielzeit in Leipzig-Leutzsch austragen.
Ausgelassene Stimmung im Team
Hochklassiger Fußball ist Mangelware. Nicht zuletzt deshalb lechzen die Fans nach rassigem, temporeichen Kombinationsspiel und dem ein oder anderen Kabinettstückchen. Ein Grund mehr für die DFB-Elf, an die bisherigen Torreigen 9:1 (1996), 8:2 (2000) und 6:0 (2008) gegen das Fürstentum anzuknüpfen.
Auch für Robert Enke ist es ein ganz besonderes Spiel, der bislang als einziger DFB-Keeper am 6. September 2008 seinen Kasten in der Regenschlacht von Vaduz sauber halten konnte. Deshalb ist der 31-Jährige prädestiniert für das Duell mit den Fußball-Zwergen. "Ich bin der einzige Torhüter in der DFB-Historie, der zu Null gespielt hat gegen Liechtenstein. Insofern bin ich der richtige Mann für das Spiel", scherzte Enke.
Auch wenn die Stimmung in den Tagen von Leipzig innerhalb der Mannschaft gut und ausgelassen war, will die Elf von Bundestrainer Löw mit dem Respekt und Konzentration zu Werke gehen.
Podolski wieder auf Torejagd
"Wir haben uns vorbereitet, wie gegen jeden anderen Gegner auch", so Enke vor seinem fünften Länderspiel. Auch Stürmer Mario Gomez, der im DFB-Trikot seit 553 Minuten ohne Torerfolg ist, warnte im Vorfeld vor Überheblichkeit: "Wir sollten nicht darüber reden, wie hoch der Sieg ausfallen wird. Wir müssen eine überzeugende Leistung abliefern und klar dominieren." Der Angreifer vom VfB Stuttgart kommt für den verletzten Klose zum Zug.
An der Seite des 23-jährigen Deutsch-Spaniers stürmt Lukas Podolski. Beim 6:0 im Hinspiel erlöste "Poldi" seinen Teamkollegen nach schwierigem Beginn mit zwei Treffern. Drei Tore fehlen dem "Kölsche Jung" noch, um den Sprung in die Top Ten der ewigen Torschützenliste der Nationalmannschaft zu schaffen.
Podolski liegt derzeit mit 31 Treffern in 60 Länderspielen auf Rang 13 (10.Platz Ulf Kirsten/34, 11. Fritz Walter/33, 12. ist Klaus Fischer/32). Gerd Müller führt mit 68 Toren unangefochten. Nach der positiven Entwicklung in den letzten Wochen beim FC Bayern und mit der Aussicht schon in Bälde wieder für den 1. FC Köln zu kicken, fühlte sich Podolski in den Tagen von Leipzig sichtbar pudelwohl und war wie in alten Zeiten zum Scherzen aufgelegt.
"Leipziger Publikum sportbegeistert"
Im Mittelfeld baut Löw neben Ballack auf Bastian Schweinsteiger und Thomas Hitzlsperger. Der Hamburger Marcel Jansen dürfte aufgrund seiner guten Form den Vorzug vor Marco Marin im linken Mittelfeld erhalten, wo Piotr Trochowski verletzungsbedingt passen muss. "Schweini" blickt den beiden Partien gegen Liechtenstein und Wales am kommenden Mittwoch in Cardiff mit Gelassenheit entgegen. "Wenn es darauf ankommt, ist auf uns Verlass. Davor haben andere Nationen Respekt, manche sogar Angst", erklärte der mit 63 Länderspielen neben Ballack erfahrendste Nationalspieler in der "FAZ".
Auch wenn es heute Abend wie im Hinspiel nicht schon nach wenigen Minuten im Kasten von Gäste-Keeper Peter Jehle klingeln sollte, ist dem Leipziger René Adler nicht bange. Ein Pfeifkonzert erwartet der durch eine Ellenbogenverletzung auf Eis gelegte Lokalmatador nicht: "Ich kenne das Leipziger Publikum, schätze es als sportbegeistert, und wenn man mal so ein Event hier hat, die Nationalmannschaft in diesem tollen Stadion spielt, dann werden die Fans zu hundert Prozent hinter uns stehen und uns 90 Minuten lang unterstützen." Adler hofft aber, dass die Zuschauer kein "Leipziger Allerlei" serviert bekommen, sondern ein Menü mit vielen Toren.
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