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Svaynstayger mit dem 1:0
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Publiziert 13/08/2009 um 11:04 GMT+2 Uhr
Mesut Özil feierte in Aserbaidschan sein Debüt für den DFB und steht der Türkei nun endgültig nicht mehr zur Verfügung. Ansonsten bot das 2:0 gegen die Elf von Berti Vogts sportlich wenige Erkenntnisse. eurosport.yahoo.de war in Baku vor Ort und blickte auf das Geschehen am Rande.
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Vize. Qomes. Svaynstayger. Nie gehört? Beim ersten Namen handelt es sich um den Torwart von Werder Bremen, "Qomes" wechselte jüngst für über 30 Millionen Euro aus Stuttgart zu Bayern München, wo er die Pässe des Letztgenannten verwerten soll. Kyrillische Buchstaben tauchen in Aserbaidschan seit dem Zerfall der UdSSR praktisch nicht mehr auf. Ein höchst ungewöhnliches Schriftbild geben die Namen der deutschen Nationalspieler in der Landessprache dennoch ab.
Es waren weniger die fußballerischen Aspekte der Reise ans Ende von Europa, die dem DFB-Tross und seinen Begleitern in Erinnerung geblieben sein dürften, als die Eindrücke am Rande. Sportlich ist das 2:0 von Baku schnell geschildert: Aserbaidschan agierte erstaunlich mutig und offensiv, während sich der Favorit aus Deutschland quälte und nicht mehr als seine Pflicht erledigte. Bastian Schweinsteiger, am Kaspischen Meer auch als "Svaynstayger" bekannt, in der elften und sein Klubkollege Miroslav Klose (mit "Kloze" wurde sein Familienname nur milde abgeändert) in der 54. Minute machten die drei Zähler perfekt. Mario "Qomes" Gomez traf ebenso wenig wie Tim "Vize" Wiese zum Einsatz kam.
Aserbaidschan kein weißer Fleck mehr
Mesut Özil, den der türkische Verband gerne im Halbmondtrikot gesehen hätte, wurde eingewechselt und spielte sich nach seinem Pflichtspieldebüt für den DFB fest. Genauso wie auch der eingebürgerte Cacau, dessen Chancen in der Seleçao aber rein theoretischer Natur waren. Weitere statistische Notiz:
Nach dem Auftritt in Baku verbleiben einzig vier UEFA-Mitglieder, gegen die Deutschland noch nie angetreten ist. Andorra, Kasachstan, Mazedonien und Montenegro heißen die weißen Flecken auf der DFB-Landkarte.
Diese Information hätte mutmaßlich auch der erstaunliche aserbaidschanische Fußballfan namens Ayhan preisgeben können. Vor Anpfiff durften wir ihn zufällig kennenlernen und waren restlos begeistert ob der gewählte Ausdrucksweise und des ungeheuren Interesses für Deutschland. Der 55-Jährige beeindruckte mit Detailwissen über deutsche Städte, Dichter, Erfinder, Universitäten und nicht zuletzt über den Fußball. Als Autodidakt hat sich Ayhan die deutsche Sprache angeeignet, ohne jemals nach Deutschland gereist zu sein. Mit dem WM-Qualifikationsspiel vor der Haustür erfüllte sich nicht nur für ihn ein Traum.
Ein zweifelhafter Held
Etwa 25.000 Zuschauer, davon 700 Deutsche, passierten bei Preisen ab vier Manat (ca. 3,90 Euro) die Einlasstore des Tofiq-Bahramov-Stadions im Herzen der aserbaidschanischen Hauptstadt und entfachten eine hervorragende Atmosphäre. Prunkstück des Sowjetbaus ist die mächtige Haupttribüne. Die Medienvertreter mussten jedoch zu weiten Teilen ohne Elektrizität und Internetzugang auskommen.
Chaos schwang bei allen Vorgängen von Kartenverkauf, -kontrolle über Catering und Pressekonferenz mit. Dass der 137. der FIFA-Weltrangliste einem zweifelhaften Helden, dem Wembley-Tor-Linienrichter Bahramov, huldigt, passt ins Bild. Noch steckt der aserbaidschanische Fußball auf einem niedrigen Level fest. Daran kann auch der hoch bezahlte Nationalcoach Berti "Foqts" kurzfristig wenig ändern.
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