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WM-Quali: Argentinien schottet sich vor entscheidenden Spielen ab
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Publiziert 04/10/2017 um 15:54 GMT+2 Uhr
Argentinien sucht demonstrativ die Ruhe vor dem Sturm. Der Vize-Weltmeister um Superstar Lionel Messi hat sich vor dem Finalissimo der südamerikanischen WM-Qualifikation förmlich abgeschottet. Kein Kontakt zu den Fans, weiterhin Boykott der Presse, nur ein minutenlanges Guckloch für die Kameras beim Training: Die Fußballschule vor den Toren von Buenos Aires macht ihrem Spitznamen Bunker alle Ehre.
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Wer folgt Eliminatorias-Spitzenreiter Brasilien nach Russland? Nicht nur für Lionel Messi und Co. zählt am Donnerstag lediglich ein Sieg, um beim Abzählreim "Aus sieben mach vier" alle Trümpfe für den Finalissimo-Spieltag in den Händen zu halten.
Gänsehaut-Atmosphäre in La Bombonera garantiert
Doch am Donnerstag soll die Stimmung endlich umschlagen. Mit einem Sieg gegen Peru. In La Bombonera, dem an eine Pralinenschachtel erinnernden Freudentempel von Traditionsklub Boca Juniors. "La Bombonera no tiembla, late": Die Bonbonniere erzittert nicht, sie pulsiert, sagt der Volksmund, wenn fast 50.000 Fans singend und springend für Gänsehaut-Atmosphäre sorgen. Zuletzt geschah dies bei einem WM-Qualifikationsspiel vor zwei Jahrzehnten.
Die Ausgangssituation am vorletzten Eliminatorias-Spieltag: Brasilien (37 Punkte) ist als uneinholbarer Spitzenreiter durch und am Donnerstag in Bolivien (13) zu Gast, das wie Schlusslicht Venezuela (8) die WM schon abgeschrieben hat. Aber von Uruguay (27) auf Platz zwei bis Ecuador (20) auf Rang acht heißt es weiterhin "aus sieben mach vier". Drei Direkttickets nach Russland sind noch zu vergeben. Platz fünf bringt den vermeintlich machbaren Umweg über die Play-offs gegen Ozeaniensieger Neuseeland.
Dort leidet Argentinien nach nur zehn von 27 möglichen Punkten aus den letzten neun Spielen. Gegner Peru rangiert mit ebenfalls 24 Zählern (noch) direkt vor den Gauchos. Ein Finalissimo, bei dem ein brasilianisches Schiedsrichter-Gespann zum Einsatz kommt. Wie auch beim Uru-Auftritt in Venezuela, beim Heim-Matchball Kolumbiens (26) gegen Paraguay (21) und bei der Zitterpartie von Südamerika-Champion Chile (23) gegen Ecuador.
Argentinien zuletzt vor 47 Jahren nicht bei der WM
Kein "Uru-Beißer" Luis Suarez bei der WM? Kein James, mit Kolumbien vor gut drei Jahren einer der WM-Überraschungen? Kein Arturo Vidal, der Chile bei WM-Generalprobe in Russland vor wenigen Wochen noch ins Confed-Cup-Finale gegen Deutschland geführt hat? Alles möglich, alles vorstellbar. Doch eine Weltmeisterschaft ohne Lionel Messi?
Argentinien war zuletzt vor 47 Jahren bei einer WM nicht dabei, verpasste die Endrunde 1970 in Mexiko nach einem 2:2 gegen Peru, in La Bombonera. Kein gutes Omen!
Auch wenn das Andenteam seit 1985 kein WM-Qualifikationsspiel mehr gegen die Gauchos gewonnen hat, wollen die Ex-Bundesligastars Paolo Guerrero (München, Hamburg) und Jefferson Farfan (Schalke) den Spielverderber mimen. Und Peru erstmals seit 1982 wieder zu einer WM schießen.
Diego fehlt der Selecao verletzt
Derweil bastelt Brasiliens Trainer Tite, unter dem die Selecao seit Amtsantritt im Juni 2016 in den Eliminatorias neun Siege in Folge und zuletzt ein 1:1 in Kolumbien einfuhr, schon am WM-Kader 2018. Den eigentlich in Bolivien vorgesehenen Test von Ex-Bundesligastar Diego muss der Nationalcoach aber vorerst verschieben, weil der frühere Bremer und Wolfsburger mit einer Oberschenkelverletzung am Dienstag aus dem Trainingscamp nach Hause reiste.
"Du kannst beruhigt gehen", gab Tite dem 32-Jährigen mit auf dem Weg. Die einstige Werder-Zaubermaus hat eine zweite Chance sicher. Die Verlierer von Donnerstag wohl nicht.
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