WM-Qualifikation: Brasilien knabbert am 1:7, Argentinien bangt um die WM

Brasilien empfängt in der WM-Qualifikation am Freitag Erzrivale Argentinien (00:45 Uhr MESZ) - ausgerechnet in Belo Horizonte. Für die Seleção ist die Rückkehr an die Stätte der 1:7-Schmach im WM-Halbfinale 2014 gegen Deutschland eine Reise in die Vergangenheit. Die Gauchos, bei der WM vor zwei Jahren im Finale der DFB-Elf unterlegen, bangen um die Teilnahme an der Endrunde 2018.

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Die Mitfluggelegenheit im Privatjet von Neymar nahm Lionel Messi noch dankend an, doch seit ihrer gemeinsamen Landung am frühen Dienstagmorgen in Belo Horizonte ruht die Freundschaft der beiden Ausnahmekönner vom FC Barcelona. Schließlich ist der "Superclásico de las Américas" am Donnerstag im Mineirão-Stadion zwischen Brasilien und Argentinien nichts für "Amigos". Zu viel steht auf dem Spiel.

Rückkehr nach Belo Horizonte

"Die Narbe wird bleiben. Wir können nur das ändern, was vor uns liegt", mahnte der Ex-Leverkusener Renato Augusto genervt von den (immer) wieder aufflammenden Erinnerungen an das historische Debakel der Brasilianer.
Der 28-Jährige, in China bei Beijing Guoan unter Vertrag, durchlitt die endlose Diskussion bereits vor dem olympischen Finale gegen Deutschland und fordert angestachelt vom goldenden Triumph in Rio de Janeiro:
Aus dem aktuellen Kader standen an jenem tragischen 8. Juli 2014 Marcelo, Fernandinho, Paulinho und Willian wie verloren auf dem Platz. Neymar (verletzt), Thiago Silva (gesperrt) und Daniel Alves (Ersatz) waren zum Zuschauen verdammt. "Passiert. Vorbei. Es ist ein anderer Moment. Die gleiche Bühne, aber andere Umstände", sagte kurz angebunden Trainer Tite zum Thema.
Und daher richtet der neue Mann auf der Kommandobrücke, der mit vier Siegen in vier Qualifikationsspielen den fünfmaligen Weltmeister wieder auf Kurs brachte, den Blick nach vorne. Zum Beispiel auf Douglas Costa. "Nach mehreren Verletzungen bin ich im Aufwind. Das ist der richtige Moment, um ins Team zurückzukehren", betonte der Flügelflitzer von Bayern München gleich nach seinem ersten Trainingserlebnis unter Tite.

Tite-Aufschwung & Gaucho-Qualen

Brasilien (21 Punkte) geht nach zehn von 18 Eliminatorias-Runden erstmals als Spitzenreiter in einen Spieltag, nachdem Tite im Juni die Seleção noch als Tabellensechster von Dunga übernommen hatte.
Und genau auf diesen Rang ist Rivale Argentinien (16) nach drei Spielen ohne Sieg von Platz eins aus abgestürzt, jedoch nur einen Zähler vom vierten und letzten Direktticket nach Russland entfernt. Platz fünf ermöglicht noch den WM-Umweg Play-offs gegen einen Ozeanienvertreter.
Bei den 2:2-Unentschieden in Venezuela und Peru sowie dem 0:1 gegen Paraguay fehlte Messi verletzt. Der Weltfußballer wirkte in den laufenden Eliminatorias gar erst dreimal mit und führte den WM-Zweiten jeweils zu Siegen. Ohne den Superstar quält sich der Führende der FIFA-Weltrangliste jedoch, verbuchte bei vier Unentschieden und zwei Pleiten nur noch einen weiteren Dreier.

Falcao-Comeback, Paraguay lauert

Ein anderer Rückkehrer steht bei Kolumbien (4./17) gegen Chile (5./16) im Blickpunkt. Nach 13 Monaten feiert Rekordtorjäger Radamel Falcao sein Comeback bei den Cafeteros. Weil "El Tigre" im Trikot von AS Monaco fast wie in alten Tagen trifft und seit seinem Wechsel im Sommer zum französischen Erstligisten schon acht Tore in Liga und Champions League erzielte.
Südamerika-Meister Chile will nach zwei am grünen Tisch geschenkten Zählern mit den Bundesliga-Akteuren Arturo Vidal (München), Charles Aranguiz (Leverkusen) und Eduardo Vargas (Hoffenheimer) sowie Miiko Albornoz von Zweitligist Hannover nun auch auf dem Platz punkten. Das 0:0 Anfang September gegen Bolivien wurde jüngst als 3:0 gewertet, weil das Andenteam einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte.
Bewegung ins obere Tabellendrittel bringt das Duell des Zweiten Uruguay (20) gegen den Dritten Ecuador (17). Auf Ausrutscher der Konkurrenz hofft vor allem der Siebte Paraguay (15).
Gegen die einen Rang schlechter platzierten Peruaner (11) fehlt allerdings der Ingolstädter Dario Lezcano wegen muskulärer Probleme. Im Tabellenkeller kann Venezuela (10./2) mit einem Sieg die Rote Laterne an Bolivien (9./4) abgeben.
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