Deutschland - Nordirland: 3 Dinge - Ballbesitz-Monster, Khedira-Kampfansage und Abwehr-Bollwerk

Deutschland hat gegen Nordirland den besten Start aller Zeiten in der WM-Qualifikation hingelegt. In Hannover gewann der Weltmeister mit 2:0 (2:0) gegen Nordirland. Damit feierte die Mannschaft von Joachim Löw den dritten Sieg im dritten Spiel (8:0 Tore) und ist klarer Tabellenführer in Gruppe C. Neben Ballbesitz und Abwehr stach ein Spieler besonders heraus. Hier drei Dinge, die auffielen.

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Ballbesitz-Monster

Deutschland machte von Anfang an Druck gegen Nordirland. Innenverteidiger Jérôme Boateng stand extrem hoch in der gegnerischen Hälfte - und verteilte die Pässe geschickt.
Gegen tiefstehende Nordiren - mit teilweise sechs Spielern in der Abwehrkette - nutzte das DFB-Team alle Mittel. Kurzpässe, Diagonalbälle und Läufe über außen und die Mitte.
Den ersten Treffer erzielte Julian Draxler bereits in der 13. Minute. Damit war die Beton-Abwehr der Nordiren geknackt. Sami Khedira (17.) legte nur vier Minuten später nach.
Allein in der ersten Halbzeit hatte Deutschland 73,4 Prozent Ballbesitz (Nordirland 26,6 Prozent). Eine beeindruckende Quote. Beim Spiel gegen Tschechien waren es "nur" 66 Prozent.
Thomas Müller sagte:
Nach der Pause lief der Ball noch besser in den Reihen des Weltmeisters. Sage und schreibe 75,4 Prozent Ballbesitz waren das Resultat (851 Pässe, 89,9 Prozent Passgenauigkeit).
Aufgrund der spielerischen Überlegenheit des DFB-Teams kassierte Nordirland erstmals seit November 2014 (0:2 gegen Rumänien) wieder zwei Gegentore in einem Länderspiel.

Khedira-Kampfansage

Sami Khedira hat seine Stellung im Nationalteam eindrucksvoll untermauert. Mit einer kämpferisch und läuferisch starken Leistung stellte er klar, dass kein Weg an ihm vorbei führt.
Nach 1099 torlosen Minuten traf Khedira im DFB-Trikot (letztmals im WM-Halbfinale beim 7:1 gegen Brasilien) wieder - mit einem Kopfball in der 17. Minute aus Nahdistanz.
Mit acht überspielten Verteidigern war Khedira (136 Ballaktionen, 91 Prozent Passquote) der effektivste deutsche Spieler.
Vor dem Spiel war spekuliert worden, ob Ilkay Gündogan Khediras Platz in der Startelf übernehmen würde. Doch Löw setzte wieder auf Khedira und brachte Gündogan erst nach der Pause.
Ein Vertrauensbeweis allererster Güte, den Khedira mit Leistung zurückzahlte. Gegen Nordirland schaltete er sich in die Offensive ein, flankte und hatte weitere Torchancen.
Als Gündogan (46.) ins Spiel kam, ließ ihn der Bundestrainer auf dem Platz. Khedira agierte mit Toni Kroos weiter auf der Doppelsechs. Gündogan übernahm die Position von Mesut Özil.
Vielleicht ein Fingerzeig für die Zukunft, dass Khedira (68 Länderspiele, 6 Tore) mit Blick auf die WM 2018 in Russland neben Kroos gesetzt bleibt.

Abwehr-Bollwerk

Drei WM-Qualifikationsspiele - drei Mal stand hinten die Null. Eine Qualität der deutschen Nationalmannschaft, deren Wichtigkeit Löw zuletzt in den Vordergrund stellte.
Der Bundestrainer wünschte sich gegen Tschechien und Nordirland nicht nur sechs Punkte, sondern auch keine Gegentore. Diesen Wunsch erfüllte ihm seine Mannschaft mit Bravour.
In den letzten zehn Länderspielen blieb Deutschland hinten acht Mal zu Null - außer bei der EM 2016 gegen Italien (7:6 n.E.) und Frankreich (0:2).
Vor allem das Bayern-Dreieck mit Manuel Neuer, Mats Hummels und Boateng (75 Prozent gewonnene Zweikämpfe) funktionierte gegen Tschechien und Nordirland hervorragend.
Löw erklärte:
Während Boateng gegen Nordirland extrem offensiv begann, sicherte Hummels hinten ab. Nach der 2:0-Führung ließ es die deutsche Verteidigung zwar etwas leichtsinniger angehen.
Aber nach der Pause ließ die DFB-Defensive nichts mehr zu. 112 Tage nach dem EM-Sieg gegen Nordirland (1:0) feierte Deutschland mit seiner Super-Verteidigung den nächsten Triumph.
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